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Sarah Schönfelder von Triathlon Grassau lieferte auch bei ihrem erst zweiten Profi-Rennen eine Top-Leistung ab. Sie wurde Vierte am Walchsee. (Foto: Markus Eisenkolb)
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Strahlender Sieger: Frederic Funk verteidigte bei der Challenge-Kaiserwinkl-Walchsee seinen Titel. (Foto: Matthias Hohlrieder)

Frederic Funk setzt sich gegen starke Konkurrenz durch

Was für eine beeindruckende Leistung von Frederic Funk! Der Profi-Triathlet aus Unterwössen hat seinen Titel bei der Challenge Kaiserwinkl Walchsee verteidigt. Er verwies über 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen bei glühender Hitze in 3:36:01 Stunden den US-Amerikaner Sam Long (3:38:07) und den Überraschungsdritten aus Griechenland, Panagiotis Bitados (3:42:20), auf die Plätze. 


Auch zwei weitere Profis von Triathlon Grassau starteten bei dem Rennen in Österreich: Während es für Julian Erhardt nicht gut lief und er den Wettkampf vorzeitig beendete, wurde Sarah Schönfelder in ihrem erst zweiten Profi-Rennen starke Vierte (4:24:41 Stunden). Bei den Frauen gewann die ÖsterreicherinSimone Kumhofer (4:17:11).

»Der Sieg hat für mich einen sehr hohen Stellenwert«, betonte Frederic Funk vom Erdinger Active Team im Gespräch mit unserer Sportredaktion. »Ich habe bei meinem Heimrennen damit den Titel verteidigt und mit Sam Long einen der besten Triathleten der Welt hinter mir gelassen«, freute sich Funk, der in diesem Jahr schon in Buschhütten über die Kurzdistanz gewonnen hatte und beim Ironman 70.3 Kraichgau Zweiter geworden ist (wir berichteten bereits).

Am Walchsee war sich Funk erst auf dem allerletzten Laufkilometer ganz sicher, »dass ich gewinnen werde«, gestand er. Denn während er beim Schwimmen noch seine Kräfte sparen konnte und im Verfolgerfeld mitschwamm, gab er auf dem Rad wieder einmal alles und setzte sich bald mit einer überaus starken Leistung an die Spitze des Feldes. »Es war quasi eine Solo-Flucht«, lachte der Athlet, der sich im vergangenen Jahr in Tirol ja auch zum ETU-Europameister über die Mitteldistanz krönte. Mit dem Ziel: »Ich wollte einen möglichst großen Vorsprung auf Sam Long herausfahren.« Das klappte, auch weil der US-Amerikaner eine einminütige Zeitstrafe kassierte. Er hatte bei der zweiten Wechselzone die Abstiegslinie überfahren.

So ging Funk mit einem Vorsprung von 4:45 Minuten auf den abschließenden Halbmarathon, dabei ging es viermal um den See. Long gab sich aber noch nicht geschlagen und holte zunächst immer weiter auf. »Die ersten zwei Laufrunden ging es mir auch nicht so gut«, berichtete Funk, dem die Hitze zu schaffen machte. Doch er erholte sich etwas von den Strapazen und brachte den Sieg letztlich sicher nach Hause. »Es ist schön, zu sehen, dass es bei mir Schritt für Schritt weiter vorangeht«, betonte der 24-Jährige, der mit seinem Trainer Dan Lorang einen langfristigen Plan ausgearbeitet hat.

Für Frederic Funk geht's jetzt in den nächsten Trainingsblock, ehe er nach Kanada reist. Dort findet mit den Canadian Open (23./24. Juli) in Edmonton das erste Rennen der neuen Serie der Professional Triathletes Organisation (PTO) statt.

Für Julian Erhardt lief es in Tirol hingegen ganz und gar nicht nach Wunsch. Schon beim Schwimmen bekam er Probleme. »Ich habe eigentlich einen super Start erwischt und die ersten 500 Meter waren noch richtig gut«, berichtete er. Doch dann sei es ihm im Neoprenanzug einfach zu heiß geworden. »Mein Körper war komplett überhitzt.«

Erhardt schwang sich zwar noch aufs Rad, doch so richtig in Fahrt kam er nicht. »Ich war komplett von dem entfernt, was ich eigentlich kann. Das war schon sehr frustrierend«, gestand der 30-Jährige. Nach 22 Kilometern auf dem Rad entschied er sich, aus dem Rennen auszusteigen.

Jetzt geht's für den Überseer in der Rhein-Neckar-Cup-Serie weiter. Dort führt er nach seinen zwei Siegen zum Auftakt ja die Gesamtwertung an. Nun will er in Heidelberg (17. Juli) und in Ladenburg (23. Juli) zurück auf die Erfolgsspur.

Vor einem Jahr ging Sarah Schönfelder erstmals bei einem Mitteldistanz-Rennen an den Start – und wurde damals am Walchsee starke Zweite im Open Race. Nun war sie dort wieder am Start – in ihrem erst zweiten Profi-Rennen. Nach der erfolgreichen Premiere im Elitefeld bei der Challenge St. Pölten – dort wurde sie Fünfte – lieferte Schönfelder auch am Walchsee eine starke Vorstellung ab und wurde am Ende Vierte. »Mit meiner Platzierung bin ich ganz zufrieden«, sagte Schönfelder. Allerdings haderte sie etwas mit ihrer Schwimm- und Laufleistung. »Ich habe bei dem Rennen auf jeden Fall noch Verbesserungspotenzial gefunden«, lachte sie. Beim Schwimmen hielt sie mit der ersten Gruppe noch bis zur ersten Boje mit, »dann ist Wasser in meine Brille gelaufen«, berichtete sie. »Und außerdem war's mir im Neo viel zu warm.« Deshalb habe sie den Anschluss verloren, ergänzte sie.»Am Freiwasserschwimmen muss ich also noch etwas arbeiten.«

Beim Radfahren auf der anspruchsvollen Strecke konnte die 22-Jährige aus Marquartstein dann aber wieder ihre Stärken ausspielen – der Lohn: Sie hatte hinter Siegerin Kumhofer die zweitbeste Radzeit und ging mit der späteren Zweitplatzierten Lotte Wilms (Niederlande) gleichzeitig in die zweite Wechselzone. Bis zum Ende der zweiten Laufrunde verteidigte Schönfelder dann auch Platz drei. Dann zog aber noch die US-Amerikanerin Amy Cymerman (4:21:30 Stunden) an ihr vorbei. »Ich hatte nicht die mentale Kraft gehabt, um mich dranzuhängen«, sagte Schönfelder. Mit dem Laufen sei sie insgesamt nicht so zufrieden gewesen, fügte sie hinzu. Sie hatte dabei aber auch mit Magenproblemen und mit der Hitze zu kämpfen. »Am Ende wollte ich nur irgendwie ins Ziel kommen.«

In wenigen Wochen geht's für Sarah Schönfelder jetzt mit dem nächsten Rennen weiter – dabei gibt's aber einen Änderung in ihrem Plan. Sie wird nicht bei der Challenge Turku in Finnland starten, »weil das heuer kein Profi-Rennen ist«. Dafür geht es für sie am 31. Juli zum Ironman 70.3 nach Dresden. »Mal schauen, was da geht«, sagte sie und hoffte vor allem darauf, »dass es dort dann kühlere Temperaturen sein werden«.

Bei den Altersklassen-Athleten zeigte auch noch Michael Windbichler von Triathlon Grassau sein Können. Der Lebensgefährte von Sarah Schönfelder belegte in 4:15:19 Stunden den starken vierten Platz in seiner Altersklasse M 25 - 29. In der Gesamtwertung der Männer wurde er damit Zwölfter.

SB