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Am Donnerstag kurz vor 9 Uhr war es soweit, ein Kran-Lkw hievte auch an der Saalbrücke das 2-Tonnen-Ungetüm weg von der Fahrbahn. (Foto: Michael Hudelist)

Freie Fahrt nach Österreich - Pandemie vorbei?

Freilassing/Salzburg – Genau 15 Monate standen die blauen Ungetüme an den bayerisch-österreichischen Grenzen, nur in Laufen/Oberndorf und Bayerisch Gmain/Großgmain wurden sie schon im Sommer 2020 wieder abgebaut. Ursprünglich dienten die Container Polizeibeamten und später auch Milizsoldaten als Unterstand für die 24-Stunden-Einreisekontrollen wegen Corona. Doch freie Fahrt an den Grenzen gibt es nur für wenige Monate: Neue Container sind schon im Kommen, wegen des G 7-Treffens in Schloss Elmau (Garmisch-Partenkirchen) Ende Juni wird dann die Deutsche Bundespolizei wieder 24-Stunden kontrollieren. 


Am Donnerstagmorgen steht der Bürocontainer Classic Line, »unser Multitalent«, so der Vermieter, noch mitten auf der Überholspur unmittelbar nach der Saalbrücke, dann tauchen plötzlich drei Wagen der Firma Elin auf, die die Stromversorgung für den Container sowie einen Scheinwerfer abbauen. Wie abgesprochen, rangiert kurz danach ein Rachbauer-Kran vor den Container, »ich muss aber noch auf die Polizei warten, die haben noch etwas im Container drinnen«, so der Fahrer. Wenig später erscheinen tatsächlich zwei Beamte, Büromöbel und Weiteres waren zwar schon ausgeräumt, nur noch einige Verkehrsschilder mussten heraus. Dann schwebte das 2-Tonnen-Ungetüm binnen einer Minute von der Fahrbahn auf die Ladefläche des Lkw.

Nun war der Container verschwunden, aber die Absperrungen und eine Betonsperre waren noch auf der Fahrbahn, darum kümmerte sich die Polizei selbst mit einem neuen, übergroßen Lkw, der normalerweise zum Transport von Absperrgittern bei Demos verwendet wird.

Beim Aufstellen der Container und dem Start der rigorosen Einreisekontrollen am 19. Dezember 2020 lag die Inzidenz in Salzburg übrigens bei »nur« 235. Heute beträgt sie im Schnitt 3400, im Flachgau rund um die Stadt gar 4 300. Trotz Warnungen der Experten suggerieren die verantwortlichen Politiker, dass die Pandemie irgendwie vorbei sei und keine Anti-Corona-Maßnahmen mehr durchsetzbar seien, »weil die Bevölkerung sie nicht mehr mittrage«, so der neue österreichische Gesundheitsminister von den Grünen, der dritte übrigens in der Pandemie. Wirklich verkehrsbehindert stand nur der Kontrollcontainer am Grenzübergang Walserberg Bundesstraße, aber auch dort wurden, wie auch am Steinpass und an der Saalbrücke, seit Monaten keine Einreisekontrollen mehr durchgeführt, die Standorte dienten vielmehr für stichprobenartige Verkehrskontrollen, wie sie die Polizei auch ohne Container an allen Orten durchführen kann. Auf vielfache Nachfrage hieß es vonseiten der Polizei immer, der Auftrag des Gesundheitsministeriums für stichprobenartige Einreisekontrollen bestehe nach wie vor, man könne nichts abbauen, weil man nicht wisse, ob wieder ein 24-Stunden-Kontrollauftrag komme.

Michael Hudelist