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Freitag startet zu Fuß und »mit einem Lächeln«

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Richard Freitag verspürt vor der Vierschanzentournee nicht mehr Druck als sonst auch. Foto: Angelika Warmuth Foto: dpa

Jetzt wird es ernst für Richard Freitag und die deutschen Ski-Adler.  Vor dem Tournee-Auftakt in Oberstdorf ist nicht mehr nur eine gute Form, sondern auch Nervenstärke gefragt. Trainer Schuster setzt auf Automatismen und die positive Entwicklung seiner Schützlinge.


Oberstdorf (dpa) - Die ersten Schritte auf dem Weg zum ersehnten Coup bei der Vierschanzentournee machte Richard Freitag zu Fuß. Der Neu-Oberstdorfer stapfte durch den Flockenwirbel im idyllischen Allgäu und präsentierte sich noch immer mit seiner Gelassenheit von vor der Weihnachtspause.

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»Ich bin in einer guten, stabilen Form und bin dem Ganzen doch mit einem Lächeln zugewandt«, sagte Gelb-Träger Freitag in seiner neuen Wahlheimat. In Oberstdorf beginnt am Samstag die Tournee, bei der erstmals seit Sven Hannawald 2001/2002 der  Gesamtsieg für die DSV-Adler herausspringen soll. »Wir stellen auf dem Papier den Topfavoriten. Sollte der nicht stechen, stellen wir immer noch einen Mitfavoriten«, sagte Bundestrainer Werner Schuster zwei Tage vor dem Start in die Traditionsveranstaltung über seine Doppelspitze Freitag und Andreas Wellinger, der im Gesamtweltcup starker Zweiter ist. »Wir haben die erste Phase gut bewältigt und haben die Vorleistung geschaffen«, hob Schuster hervor.

Gelassen und locker sprachen Freitag und Wellinger einen Tag vor der Qualifikation im eingeschneiten und eingenebelten Oberstdorf, das deutlich erhöhte Medienaufkommen schien das Duo gar nicht groß zu beschäftigen. »Ich freue mich tierisch drauf«, sagte Freitag vor dem Start. Wellinger befand: »Wir haben uns das erarbeitet, wo wir momentan stehen. Die Vorbereitung ist besser als in den letzten Jahren.«

Die offizielle Auftakt-Pressekonferenz wurde extra um vier Stunden nach vorne verlegt, um dem Rummel rund um die DSV-Adler gerecht zu werden. Sonst wollen Freitag und Co. die Tournee aber angehen wie immer. »Da sind wir nahe am Optimum. Bei Hotels und Reisezeiten sind wir auf einem echt hohen Niveau. Da macht uns keiner was vor«, sagte Schuster. Irgendwann sei die »Zeit der Ausreden vorbei«, stellte er klar.

Nach der Generalprobe in Engelberg hielten die Springer noch einmal ein Kurz-Trainingslager in Oberstdorf ab, nun soll alles bereit sein für den ersten Tournee-Coup seit 16 Jahren. »Es ist extrem genial, dass wir mit zwei Sportlern dabei sind. Wir haben einiges erlebt und werden uns nicht mehr einschüchtern lassen«, sagte der Österreicher.  Mit Markus Eisenbichler hat Schuster hinter Freitag und Wellinger einen zusätzlichen Top-Mann, der immer wieder in die Spitzenränge vorstoßen kann und Kandidat für eine Überraschung ist.

Ohne den am Kreuzband verletzten Olympiasieger Severin Freund soll nun ein Traumstart wie vor zwei Jahren gelingen, als jener Freund zum Auftakt in Oberstdorf gewann und damit Träume vom ersten  Gesamtsieg in dieser Ära weckte. »Ich habe die Mannschaft eingeschworen, dass wir es nur schaffen, wenn wir zusammenhalten. Und das haben sie bisher sehr gut verinnerlicht«, sagte Schuster im  Hinblick auf das bittere Verletzungs-Aus von Freund im Sommer.

Wer letztendlich für den erhofften Traumstart der DSV-Adler sorgt, spielt für den Trainer eine eher untergeordnete Rolle. Nach dem bisherigen Saisonverlauf dürften die Deutschen auch als Mannschaft stark auftreten. »Die Atmosphäre im Team ist wirklich gut und eine tolle Basis, um gute Leistungen zeigen zu können«, sagte  Eisenbichler. Wellinger erzählte, je blöder man sich im Team spaßeshalber anmache, desto besser funktioniere es.

Gelb-Träger Freitag meint: »Das Niveau im Training ist hoch, und wir pushen uns gegenseitig. Gleichzeitig ist die Stimmung im Team sehr locker. Das macht es dann auch jedem einzelnen leichter, das Optimum abzurufen.« Dieses Optimum sollen die Springer im besten Fall in Oberstdorf an diesem Samstag schon wieder herausholen und die Hoffnungen auf den lange ersehnten Erfolg bei dem Traditionsevent bis ins neue Jahr nähren.

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