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»Früher haben wir aufeinander geschossen«

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Einst Feinde, heute Freunde sind Bayern und Tiroler. Diese Freundschaft feierten jetzt Gebirgsschützenkompanien aus Bayern und Tirol in Bernau. (Foto: Hötzelsperger)

Bernau – »Früher haben wir aufeinander geschossen, heute bekommen wir auf bayerischem Boden einen Ehrensalut von Tiroler Freunden« – mit diesen Worten dankte als Vertreter vom Bund der Bayerischen Gebirgsschützen dessen Schatzmeister Günter Reichelt aus Rosenheim der heurigen Ehrenkompanie, der Standschützenkompanie Wörgl mit ihrem Hauptmann Manfred Mohn für ihr Erscheinen zum 35. Bataillonsfest des Gebirgsschützenbataillons Inn-Chiemgau in Bernau.


Wie stark das Treffen der Gebirgsschützen aus Bayern, Tirol und auch aus Sexten in Südtirol die gewachsene Freundschaft zwischen den Alpenländern gefördert hat, zeigte sich schon bei der Totenehrung, zu der die versammelte Gebirgsschützen-Familie vom Festzelt über den Kurpark zum Kriegerdenkmal zur Pfarrkirche St. Laurentius hinter der Stadtkapelle der Stadt Wörgl unter der Leitung ihres Kapellmeisters Thomas Peotta marschierte.

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Dort erinnerte Bernaus gastgebender Hauptmann Matthias Wicha an den Sinn des Zusammenkommens: »Wir gedenken heute all derjenigen, die in Zeiten der Gefahr ihre Heimat mit Dorf, Haus und Hof verteidigt haben. Wir gedenken all derjenigen, die in den beiden Weltkriegen gefallen sind und all derjenigen Gebirgsschützen, die seit der Wiedergründung der Kompanie verstorben sind.« Die kirchliche Gestaltung der Totenehrung übernahm Pfarrer Klaus Hofstetter vom Pfarrverband Westliches Chiemseeufer: »Gedenken wir derer, die vor uns gelebt, für den Erhalt der Heimat sogar ihr Leben eingesetzt haben und die uns selbst geprägt haben. Doch schauen wir nicht nur zurück, wenn wir bedenken, dass nicht das Anhäufen von Reichtum, sondern die Liebe die beste Vorbereitung auf den Tod ist«.

Bernaus Gebirgsschützen-Hauptmann Matthias Wicha und Gauhauptmann Hans Rucker würdigten das freundschaftliche, fröhliche und doch auch erinnernde Zusammentreffen der Gebirgsschützen über vormalige Grenzen hinweg und lobten die vielen ehrenamtlichen Kräfte, die ein so großes Fest erst ermöglichen.

So nachdenklich und inwendig die Heldenehrung auch war, so lebfrisch und lebendig waren der anschließende Festzug über die Chiemseestraße, der Empfang mit Salut-Ehren vor dem Festzelt und der Festabend mit den Wörgler Stadtmusikanten. Der bayerisch-tirolerische Dialog übertrug sich auch auf den Festzelt-Abend, als die Wörg- ler nicht nur das allseits mitgesungene Stück »Mein Tiroler Land«, sondern auch den eigens einstudierten Bayerischen Defiliermarsch aufspielten.

Sowohl Hedi Wechner als Bürgermeisterin der Stadt Wörgl als auch Bernaus Bürgermeister Philipp Bernhofer machten als Dirigenten dabei eine gute Figur. Sie trugen zudem zur freundschaftlichen Beziehung und zur guten Nachbarschaft von Bayern und Tirol bei. hö