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Frühling fällt ins Wasser: Seit Januar zu wenig Sonne

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Regen in Brandenburg
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Wassertröpfchen in einer Getreideähre auf einem Feld nahe des kleinen Dorfes Regenmantel. Foto: Patrick Pleul/dpa Foto: dpa

Berlin (dpa) - Pfützen, Regenwolken und Hochwasser: Der Frühling ist in diesem Jahr in Deutschland ins Wasser gefallen. Er war dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge einer der trübsten seit Beginn der Aufzeichnungen vor 60 Jahren.


Das Schmuddelwetter vermasselte vielen nicht nur den Frühlingsspaziergang, es setzte auch Natur und Tieren zu.

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- TIERE: Mauerseglern und Schwalben macht das andauernd nasskalte Wetter nach Ansicht von Vogelschützern bei der Futtersuche schwer zu schaffen. Beide Vogelarten jagten Insekten im Flug. »Das nasskalte Wetter hindert aber die Insekten am Fliegen. Mauerseglern, Schwalben und auch vielen Fledermäusen fehlt dadurch die Nahrungsgrundlage«, berichtete der bayerische Landesbund für Vogelschutz am Dienstag.

Dem Artenschutzzentrum Leiferde in Niedersachsen zufolge haben Hasen und Mäuse Probleme, in dem nassen Untergrund Unterschlupf zu finden. Auch Jungstörche haben mit dem Regen zu kämpfen. Einige verendeten in Niedersachsen in ihren durchnässten Nestern.

- HOCHWASSER: Vor allem im Süden und Osten Niedersachsens kämpfte die Feuerwehr mit Sandsäcken gegen die Wassermassen und pumpte überflutete Keller leer. Auch in den kommenden Tagen rechneten DWD-Meteorologen dort mit starken Regenschauern und teils steigenden Wasserständen. »Eine Entspannung gibt es nicht«, sagte Meteorologe Wolfgang Seifert. »Wir werden Donnerstag und Freitag noch einen Zuwachs von bis zu 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter haben.«

Bauern in Niedersachsen kämpften derweil mit den überfluteten Feldern. Das Hochwasser setzte vor allem den erst kürzlich ausgesäten Maispflanzen und Zuckerrüben zu. In Thüringen und Hessen entspannte sich die Lage an den Flüssen und Bächen dagegen.

- FRÜHLINGSBILANZ: Seit Jahresbeginn hat es nach DWD-Angaben extrem wenig Sonnenschein gegeben. Von Januar bis Mai seien rund 450 Sonnenstunden gezählt worden. Damit sei dieser Jahresbeginn einer der drei trübsten seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als 60 Jahren. Noch weniger Sonnenschein hatte es 1970 mit 444 Stunden in den ersten fünf Monaten gegeben, etwa genauso trüb wie 2013 war 1983 gewesen. Die Monate März, April und Mai - sie umfassen den meteorologischen Frühling - fallen voraussichtlich ein Grad kälter aus als das langjährige Mittel. Für die Wetterforscher beginnt der Sommer am 1. Juni, kalendarisch erst am 21. Juni.

LBV-Pressemitteilung

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