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Frühlingsgefühle im Stil der zwanziger Jahre

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Die Quadrophoniker mit Pfarrer Dirk Wnendt, Toni Morawietz, Dr. Andreas Novak, Thomas Kamm und Franz Wögerbauer begeisterten im Grassauer Heftersaal. (Foto: T. Eder)

Aus Siegsdorf stammt das auch gerne als »Chiemgauer Comedian Harmonists« bezeichnete Vokalensemble »Quadrophoniker«, das nun zum ersten Mal das Grassauer Publikum begeisterte. Mit ihrem Programm »Frühlingsgefühle« nahmen sie die Beziehung zwischen Mann und Frau humorvoll und durchaus realistisch auf die Schippe. Selbst die jungen Zuhörer waren begeistert von dem gelungenen Konzert der sechs Sänger.


Nun kann die Lyrik der »Comedian Harmonists«, ein in Berlin in den späten zwanziger Jahren entstandenes Vokalensemble, fast auf ein Jahrhundert zurückblicken und ist immer noch witzig, manchmal ein wenig frivol und etwas satirisch. Die Musik geht ins Ohr und lässt das Publikum leicht mitsingen. So schafften es die sechs Chiemgauer auch in Grassau, ihr Auditorium binnen weniger Minuten zu fesseln und dies natürlich standesgemäß in Frack, Kummerbund und roter Nelke.

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Auch die Besetzung glich der der Harmonists. Als 1. Tenor begeisterte der früher in Siegsdorf beheimatete evangelische Pfarrer Dirk Wnendt und als 2. Tenor unterhielt Toni Morawietz, Physiotherapeut in Siegsdorf. Der 3. Tenor und auch der »längste Mann« im Bunde, Dr. Andreas Novak, ist im wahren Leben Kinderarzt. Seinen Rathaussessel tauschte Bariton Thomas Kamm an diesem Abend gegen die Bühne und die tiefe Bass Stimme gehörte zum Siegsdorfer Lehrer Franz Wögerbauer. Als Pianist und Sänger durfte der Rosenheimer Lehrer Stefan Weißleder nicht fehlen.

Das Vokalensemble begeisterte mit den Gassenhauern, die nicht zuletzt durch Max Raabe wieder in Erinnerung gekommen sind und an die gute Zeit der Schellackplatten und Grammophone erinnern. Ob »Lass mich dein Badewasser schlürfen«, oder »Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett«, alle Lieder hatten durchaus mit der Beziehung zwischen Mann und Frau und mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen zu tun. Diese wurden während der musikalischen Darbietung dann auch immer wortreich, poetisch und in Reimen beschrieben. Neben den Liedern, die wohl jeder kennt, darunter auch »Probier´s mal mit Gemütlichkeit« oder »Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe«, boten die Herren auch von Billy Joel »For the longest time«. Nach zwei Stunden wunderbarer, zeitloser Unterhaltung wurden die Sänger nicht ohne mehrere Zugaben entlassen. Der Spaß, den die Hobbymusiker auf der Bühne hatten, übertrug sich auf die Zuhörer, die gut gelaunt und fröhlich den Saal zu später Nachtstunde verließen. Tamara Eder

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