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Frühzeitige bedarfsgerechte Hilfe

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Traunstein – Seine Grundschulen unterstützt der Landkreis seit vielen Jahren bei der Betreuung von Schülern mit sozial auffälligem Verhalten. Der Kreisjugendhilfeausschuss passte die präventive Jugendhilfe den veränderten Gegebenheiten an. Basis ist ein Konzept des Kreisjugendamts, das den regionalen Gedanken und den tatsächlichen Bedarf in den Vordergrund stellt.


Eine andere Form der Hilfe, das »Soziale Kompetenztraining«, wurde in den vergangenen Jahren an die fünf größten Grundschulen im Landkreis vergeben. Dadurch können insgesamt 550 Stunden pädagogische Maßnahmen pro Jahr durchgeführt werden, zumeist in Form von sozialer Gruppenarbeit mit den Schülern unter Einbeziehung von Eltern und Lehrern. Wie Landrat Siegfried Walch betonte, können nicht alle Schulen diese Hilfe vom Jugendamt erhalten. Zum anderen dauere diese Maßnahme jeweils ein komplettes Schuljahr – unabhängig vom eigentlichen Bedarf.

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Kernpunkt der »Präventiven Jugendhilfe an Grundschulen« (PJG) sind laut Maria Steinbacher vom Kreisjugendamt frühzeitige und bedarfsgerechte Maßnahmen. Nicht nur die bisherigen fünf, sondern alle staatlichen Grundschulen könnten sie in Anspruch nehmen. Durch die maßgeschneiderten Angebote und Projekte seien Laufzeit und Umfang von PJG-Maßnahmen sehr individuell zu gestalten – von Einzelmaßnahmen über Angebote für Klassen mit auffälligen Schülern über Gruppenangebote bis zu Angeboten für Lehrer. Die Gesamtkosten für die 550 Stunden bezifferte die Referentin mit rund 38 000 Euro pro Jahr. Frühzeitige Projekte brächten großen Nutzen »mit unheimlicher Wirkung«. Steinbacher belegte den Erfolg mit ersten Erfahrungen. In einem von Kindern erstellten Album hatte ein kleiner Teilnehmer zum Beispiel festgehalten: »Die RAD-Regel hat mir sehr geholfen. Jedenfalls ist es mit Respekt und Achtsamkeit besser geworden.«

»Wir wollen offener werden«, merkte Landrat Siegfried Walch an. Der Landkreis wolle die präventive Hilfe nicht auf fünf Schulen beschränken. Ein Jahr lang solle der individuelle Bedarf ermittelt und dann weiter entschieden werden.

In der gleichen Sitzung befürwortete der Jugendhilfeausschuss einmütig, die Jugendsozialarbeit an der Heinrich-Braun-Mittelschule in Trostberg von 40 auf 60 Wochenstunden aufzustocken. Schulleiter Rüdiger Braun habe den Stundenmehrbedarf mit dem Inklusionsprofil, aber auch dem hohen Migrantenanteil begründet, der in manchen Klassen bei über 50 Prozent liege. Außerdem bestehe durch die soziale Einwohnerstruktur im Schulsprengel bei Kindern und Jugendlichen ein hoher Unterstützungsbedarf.

Karl Bodensteiner vom Kreisjugendamt erläuterte, das Anliegen der Schule sei nachvollziehbar. Die Erhöhung auf 60 Stunden pro Woche sei aus pädagogischer Sicht notwendig und sinnvoll. Der Fachmann verwies darauf, im Laufe des Jahres werde das staatliche Förderprogramm mit Erreichen des vorgesehenen Kontingents eingestellt. Vielleicht ab Herbst könne nicht mehr mit staatlicher Förderung gerechnet werden. Damit müssten der Landkreis und die Stadt Trostberg finanziell einspringen. Die Mehrkosten für den Landkreis durch die Stundenmehrung betragen knapp 17 500 Euro. Der Ausschuss zeigte sich einhellig einverstanden. kd

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