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Führerscheine sind jetzt Pflicht

Berchtesgaden - Kaum vor Interessenten retten kann sich derzeit der Forstbetrieb Berchtesgaden der Bayerischen Staatsforste. Denn seit Januar 2013 dürfen nur noch diejenigen bei den Staatsforsten Holz machen, die einen speziellen Motorsägenführerschein nachweisen können. Beinahe 900 Leute haben bereits mitgemacht, wie Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller der Heimatzeitung bestätigte.

Beim Motorsägenführerschein haben bereits 900 Leute am Forstbetrieb Berchtesgaden erfolgreich teilgenommen. Foto: privat

»Seit Anfang 2013 gelten besondere Regelungen, die wir einhalten müssen«, so Müller. Nicht nur die eigenen Waldarbeiter müssten geschult sein, sondern auch solche, die nur zum Holzmachen vorbeikommen. »Alle, die mit einer Motorsäge arbeiten, müssen sich mit Technik und Unfallverhütung auskennen.«

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Wer bislang keinen Führerschein hat, darf zukünftig auch nicht mehr im Forstbetrieb in den Wald gehen. Doch die Bereitschaft ist groß, viele private Brennholzverarbeiter haben sich für den Motorsägenführerschein angemeldet. »894 Leute haben bereits bestanden«, freut sich Müller. Der ein- beziehungsweise zweitägige Kurs kommt gut an. Angeboten wird er zum Selbstkostenpreis, die Bayerischen Staatsforste verdienen daran kein Geld.

Bis in den Juni hinein werden noch sieben Sägekurse stattfinden. Plätze sind allerdings keine mehr frei. »Wir sind restlos ausgebucht«, so Müller. Denn die Schulungsveranstaltungen kommen bei der Zielgruppe gut an: Neben Theorie erwartet die Teilnehmer viel Praxis. Wie funktioniert eine Motorsäge richtig, wie muss ein Baum bearbeitet werden, um ihn richtig zum Umfallen zu bringen?

Für Waldbauern gibt es ein eigenes Kursangebot. Bei Bedarf werden auch Feuerwehren geschult. Müller: »Wir fühlen uns für die Gesundheit der bei uns arbeitenden Menschen verpflichtet.« Deshalb empfindet er es als richtig, dass sich jeder schulen muss, um weiterhin im Forstbetrieb Berchtesgaden Holz machen zu dürfen. Die Unfallzahlen konnten stets auf niedrigem Niveau gehalten werden, was den Forstbetriebsleiter freut.

Die Brennholznachfrage im Betrieb sei so hoch, dass die Kapazitäten sowieso voll ausgeschöpft sind. Mehrere Tausend Ster werden pro Jahr hier zwischen Marktschellenberg und Nussdorf privat verarbeitet. »Wir dürfen bekanntlich nicht mehr einschlagen als nachwachsen kann«, so Dr. Daniel Müller. Schärfere Kontrollen gibt es künftig - neben dem notwendigen Führerschein - auch hinsichtlich der Schutzausrüstung für die Holzarbeit.

Kilian Pfeiffer