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Die Energieagentur Südostbayern mit Sitz an der Maxstraße 33 in Traunstein besteht seit fünf Jahren.

Fünf Jahre Energieagentur: Im Schnitt etwa 750 Beratungen pro Jahr

Traunstein – Die Energieagentur Südostbayern (EASOB) besteht seit fünf Jahren. Dieses kleine Jubiläum wurde in einer Online-Veranstaltung gefeiert.


Dabei wies der Landrat des Berchtesgadener Lands, Bernhard Kern, darauf hin, dass die Energieagentur einen wichtigen Beitrag leiste, um die von der Weltgemeinschaft gesetzten Klimaziele in den Landkreisen Traunstein und BGL in Politik, Wirtschaft und mit den Bürgern umzusetzen. 750 Beratungen pro Jahr zeigten, dass die Beratungsstelle in Traunstein Anklang fände und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leiste, so Kern.

Bettina Mühlbauer, die kurz nach Gründung von EASOB im November 2016 bei der Energieagentur einstieg und seit 2020 Geschäftsführerin ist, gab einen chronologischen Überblick, der bis ins Jahr 2001 zurückreichte. Damals wurde im Landkreis Berchtesgadener Land der Beschluss zum Energieziel »100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien« getroffen, 2007 folgte der Beschluss im Landkreis Traunstein »100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien für Haushalte und Gewerbe« bis 2020.

2010 wurde der »Sonnenkreis Traunstein« gegründet, 2012/13 erfolgten der Energienutzungsplan Traunstein und das Klimaschutzkonzept BGL, 2014 wurde im Berchtesgadener Land Klimaschutzmanager Manuel Münch eingestellt, und 2015 die Konzeptionierung der EASOB an die Energiebeauftragten und Klimaschutzmanager Birgit Seeholzer, Manuel Münch und Pascal Lang aufgetragen. In Kooperation mit dem Energie- und Umweltzentrum Allgäu erfolgte 2016 die Gründung der EASOB, der Start erfolgte mit Geschäftsführer Dr. Willie Stiehler.

Seitdem fanden 2247 Energie-Erstberatungen statt, die Bewertung der Beratung liegt bei der Schulnote 1,4, es wurden theoretisch rund 13 Millionen Euro an Investitionsmaßnahmen angeregt.

Schwerpunkt der Beratung in 2021 war laut Mühlbacher das Thema »Heizung«. EASOB arbeitet bei Beratungsangeboten eng mit der Verbraucherzentrale Bayern zusammen. Weitere Schwerpunkte sind Öffentlichkeitsarbeit, Weiterbildungsangebote und Kommunales Energiemanagement und Projektmanagement Klimaschutz.

Der stellvertretende Vorstand des Vereins Bayerische Energieagenturen, Erich Maurer, stellte die Aufgaben der Energieagenturen heraus. So soll den Kommunen bei der Umsetzung der erneuerbaren Energien vor Ort geholfen werden, Bürger sollen von Beratern neue Wege aufgezeigt werden, auf der Basis von neutralem und objektivem Sachverstand. Maurer sieht es als »hochspannende Herausforderung«, in den kommenden 25 Jahren die Klimaneutralität auf den Weg zu bringen.

Kirchanschörings Bürgermeister Hans-Jörg Birner zeigte die Gestaltungsfelder der Kommunen und der Region auf, »als Verantwortung für eine nachhaltige und resiliente Entwicklung«. Wichtig erscheinen Birner Grundlageninformationen über Klimaschutzkonzepte und Energienutzungspläne, ein grundsätzliches Bekenntnis der Politik, um Handlungsfelder zu definieren sowie eine interkommunale Zusammenarbeit. Birner sieht die Hauptaufgaben im Bereich Wärme und Strom. Es mache »Spaß, die eigenen Liegenschaften ressourcenschonend zu bauen«, so Birner, auch die Lebenszyklusbetrachtung, Recyclierbarkeit, nachwachsende regionale Baustoffe, Gebäude als »CO2-Senke« oder die LED-Straßenbeleuchtung spielen dabei eine Rolle.

Sigrid Goldbrunner von der Verbraucherzentrale Bayern sagte, seit 2017 bestehe eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der EASOB bei der Bürgerberatung. 90 Prozent der Ratsuchenden stellen Fragen zum selbstgenutzten Eigentum, die wichtigsten Themen seien Fragen rund um Fördermöglichkeiten, Heizungstausch, Solarenergie und Dämmung. Gefragt seien Energie-Checks zu Hause, die 30 Euro kosten. Dabei kommen Energieberater ins Haus, um den Eigentümern individuell energetische Verbesserungsmöglichkeiten vorzustellen. Goldbrunner wies auf Einsparpotential im Stromverbrauch hin, der im Jahr in einem Ein-Personen-Haushalt pro Jahr bei gut 300 Euro liegen könne.

az