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Für ein Foto in den Knast? – Diese Strafen drohen Dir im Ausland

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Foto: Andrea Warnecke/dpa

Kennst Du Dich aus? Viele Urlaubsländer haben härtere Gesetze, als die meisten Reisenden erwarten würden. Wer nicht aufpasst, wird schnell zur Kasse gebeten oder muss für mehrere Jahre ins Gefängnis – auch für so manche Kleinigkeit.


Urlaub in fremden Ländern kann spannend, bereichernd oder einfach nur erholsam sein – zumindest solange man sich an die Gesetze hält. Wer sich nicht aukennt, kassiert in manchen Ländern saftige Strafen für Dinge, die in Deutschland gar nicht oder nur wenig bestraft werden. Fälle, in denen Urlauber im Gefängnis landen oder harte Gelstrafen bezahlen müssen, machen zwar häufig die Runde, doch dann ist es meist zu spät.

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Nackte Haut in die Sonne strecken, aber Vorsicht:

In einigen Staaten wird nackte Haut sehr ungern gesehen. In Brasilien zum Beispiel ist das Baden oben ohne verboten. Öffentliches Umziehen kann schnell mit einer Festnahme und einem Gerichtsverfahren enden. In Hongkong ist es nicht ganz so schlimm: sehr freizügiges Verhalten am Strand ist eine "Belästigung anderer" – es folgen Geldbußen.

"An gut besuchten Badestränden brauche ich mir keine Sorgen machen!" Sicher werden nicht immer alle erwischt, aber manche trifft es dafür umso härter. Auch im Badeparadies der Malediven muss man wirklich aufpassen: Abseits der Resortinseln könnte sich der Urlaub schnell zum Schlechten wenden, wenn man die in muslimischen Ländern üblichen Regeln nicht beachtet. Das heißt: Schultern und Knie bedeckt halten. Und: Kein Bikini!

In den Vereinigten Arabischen Emiraten oder dem Iran werden Reisende auch schon mal verhaftet, wenn sie sich nach einer Ermahnung nicht umziehen. Wer als Pärchen unterwegs ist, muss sich zurückhalten: Denn Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sind strafbar. Und spätestens wenn die Härte des Gesetztes – in diesen Ländern die Scharia – greift, hören Spaß und Verständnis auf: Wer unsittlich handelt, den erwarten in muslimischen Ländern wie Katar oder Saudi Arabien Folgen bis hin zur Prügelstrafe. Darunter fallen auch Dinge wie außerehelicher Geschlechtsverkehr.

Für Homosexuelle Urlauber ist in manchen asiatischen und afrikanischen höchste Vorsicht geboten: In Staaten wie Indien, Indonesien oder Uganda sieht das Gesetz lebenslange Freiheitsstrafen oder sogar die Todesstrafe vor.

Mitbringsel... Das muss man wissen:

Erinnerungsstücke, die man während seines Aufenthaltes einsammelt, können am Flughafen schnell zum Verhängnis werden: Besonders wenig umgänglich zeigt sich hier die Türkei. Zehn Jahre hinter Gitter für die Ausfuhr oder den Erwerb von Kultur- und Naturgütern sind das höchstmögliche Strafmaß. Auch wenn die Kulturstätten schnell dazu verleiten: Finger weg von alten Münzen, Steinen von Ausgrabungsstätten oder Fossilien. Das sind aber bei weitem nicht alle möglichen Gegenstände...

Kurzen oder auch langen Prozess droht Reisenden in Brasilien und Mexiko, wenn sie Pflanzen oder Tiere ausführen wollen. Bei geschützten Arten drohen Geld- und Gefängnisstrafen.

In Russland dürfen zum Beispiel alle Arten von Antiquitäten und Kunstgegenständen, die aus der Zeit vor 1945 stammen, nicht außer Landes werden. Die Behörden achten hier insbesondere auf Ikonen, aber auch alte Geldscheine oder Medaillen liegen im Augenmerk der Kontrollen. Der Strafrahmen ist weit gefasst: Von Geldbußen bis hin zu mehreren Jahren Gefängnis.

Fotografierverbot

Für ein Foto in den Knast... hört sich hart an, ist aber die Wahrheit. Dieses Strafmaß droht Reisenden zum Glück nur in weniger beliebten Reisezielen wie Bangladesch, Ghana und dem Iran. Denn wer dort militärische Anlagen, Flughäfen oder Regierungsgebäude abknipst, hat mit schweren Konsequenzen zu rechnen. Militäranlagen dürfen übrigens auch in Deutschland nicht fotografiert werden. Aber auch Demonstrationen sollte man im Iran nicht fotografieren. Wer es doch tut, dem darf die Kamera abgenommen werden. Außerdem kann die Ausreise verweigert werden.

Respekt vor Kulturgütern

Als eine Gruppe Franzosen im Jahr 2011 in Sri Lanka Bilder vor einer Buddha-Statue gemacht haben, die von den Behörden als unanständig eingestuft wurden, saßen sie wenig später sechs Monate hinter Gittern – und mussten dort harte Arbeit verrichten. Es handelte sich um die Wolkenmädchen-Fresken von Sigiriya. Urlauber müssen dort besonders vorsichtig sein. Von einer Geldstrafe über Landesverweisung bis hin zu Gefängnis ist mit allem zu rechnen.

Harte Strafen – bis zu 15 Jahre Gefängnis – drohen Touristen für Majestätsbeleidigung in Thailand. Das Königshaus sollte man deshalb mit besonderen Respekt zollen.

Drogen & Rauschgift

Die meisten Urlaubsländer greifen bei Drogen-Delikten deutlich härter durch als die deutschen Behörden. In Dubai zum Beispiel wurde ein Fall bekannt, bei dem ein Student innerhalb des Transitbereichs am Flughafen kontrolliert wurde und dann mehrere Tage in Untersuchungshaft verbringen musste, bevor er seine Reise fortsetzen konnte. Er hatte zuvor im Land seiner Abreise einen Joint geraucht.

Nicht selten werden die Häftlinge in fremden Ländern unter schlechtesten Bedingungen untergebracht. Immer wieder werden Fälle von menschenrechtsverletzenden Bedingungen in Justizeinrichtungen ferner Staaten bekannt. Besonders in Mexiko, Thailand, Kuba, Jordanien, Marokko, Kambodscha, auf den Philippinen, den Malediven oder in der Türkei wird das Mitführen kleiner Rauschgift-Mengen hart bestraft. Mehrjährige oder lebenslängliche Haftstrafen sind die Folge. Einige Länder verhängen für das Dealen mit Drogen sogar die Todesstrafe. Dazu zählen zum Beispiel Singapur, Thailand, Saudi-Arabien, Malaysia, Bangladesch, Indonesien und Katar.

Zigarettenstummel und Kaugummis mit Bedacht entsorgen

Auf Sauberkeit wird in Singapur und Hongkong besonders stark geachtet. Wer dort etwa einen Zigarettenstummel wegwirft, muss mit hohen Geldsrafen von etwa 100 Euro rechnen. Aber auch Verpackungsmaterial, Kaugummis oder Graffitis sind Verunreinigungen, die in Hongkong unabhängig ihrer Größe mit Geldstrafen geahndet werden. Einen noch mehr drakonischen Zwang zur Sauberkeit zeigen Behörden in Singapur: Dort wurden Graffiti-Sprayer bereits mit Stockschlägen und Gefängnis bestraft.

Daher, aber auch aus Gründen des Respekts vor den Einheimischen und vor der Umwelt, gilt: Müll mit Bedacht entsorgen.

red/Wikipedia/dpa/Auswärtiges Amt