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Für immer jung mit den Pilzköpfen

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Fans der legendären Beatles kamen beim Konzert der »ReBeatles« im Traunreuter k1 voll auf ihre Kosten. Die Coverband kam verblüffend an das Original hin. (Foto: M. Heel)

Auch wenn ihre Ära nur knapp zehn Jahre währte, so sind die Beatles mit Sicherheit die berühmteste Rockband aller Zeiten, sind ihre Songs wie alte Freunde, die wir kennengelernt haben, als wir jung waren. Schade nur, aber durchaus verständlich, dass die vier Jungs bereits 1966 von öffentlichen Auftritten die Nase voll hatten. Denn wer die Fernsehaufnahmen von ihren Konzerten kennt, weiß auch, warum: nur hysterisches Gekreische und Tumult bei den meist weiblichen Fans, die Musik ging dabei völlig unter.


Jetzt hat im fast ausverkauften Saal des Traunreuter k1 die aus Mainz kommende Coverband »ReBeatles« zweieinhalb Stunden lang für echtes Beatles-Feeling gesorgt, haben Andrew Kohlenberg (John Lennon), Martin Schurig (Paul McCartney), Eddy Oil (George Harrison) und Chris Schüßler (Ringo Starr) die Fab Four aus Liverpool wieder zum Leben erweckt und so gekonnt wie stimmungsvoll unzählige ihrer unsterblichen Hits gespielt, dicht am Original und stimmlich mit verblüffender Ähnlichkeit.

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Bis zur Pause dominierten dabei vom klassischen Rock ’n’ Roll geprägte Titel wie »Please please me«, »From me to you« oder »I want to hold your hand«, schnörkellos und kompakt präsentiert, im zweiten Set und optisch an der »Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band« orientiert, nahmen sich die vier Mainzer dann hauptsächlich spätere Songs wie »Back in the USSR«, Ob-La-Di Ob-La-Da« oder »Come together« vor, souverän, herzerfrischend spielfreudig und mit durchaus eigener Note. Und ließen so eigentlich keine Wünsche offen, auch wenn sich der eine oder andere vielleicht noch ein paar andere Lieder oder ein paar Informationen mehr erhofft hatte.

So war nur zu erfahren, dass der Song »The night before« etwas mit Paul McCartneys damaliger Freundin Jane Asher zu tun hatte, und dass bei John Lennons »You’ve got to hide your love away« der Einfluss von Bob Dylan zu spüren sei. Dass die Beatles in den Herzen ihrer Fans weiterleben, das bewies dieser umjubelte Auftritt der ReBeatles, der nicht nur Erinnerungen weckte, sondern auch eine Klasse für sich war, mit vielen Höhepunkten wie der grandiosen Version des George Harrison-Songs »While my guitar gently weeps« von Eddy Oil, der es hier mit Eric Clapton aufnahm, den Harrison seinerzeit für die Plattenaufnahme an die Melodie-Gitarre geholt hatte, während er selbst den Rhythmus spielte.

Ein umwerfend dicht und spritzig gespieltes Medley aus rund einem Dutzend oder auch mehr Hits, gefolgt von einem geradezu feierlich zelebrierten »Hey Jude«, ließen den Auftritt ausklingen. Wolfgang Schweiger