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»Für mich ist das Sachbeschädigung«

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Dieses Foto entstand am Dienstagabend vor einer Woche. »Es sind zwar nur zwei Spuren, aber das Bild ist symbolisch für die Respektlosigkeit gegenüber den Pistenbullyfahrern«, erklärt Katharina Walch, Tochter von Bernhard Heitauer und zuständig für das Marketing. (Foto: privat)

Bischofswiesen – Jedes Jahr das Gleiche: Einige wenige Skitourengeher bereiten dem Betreiber der Götschen Skilifte Bernhard Heitauer Kopfzerbrechen. Denn nach stundenlanger Arbeit seiner Mitarbeiter, die die Pisten ab 19 Uhr für den nächsten Tag präparieren, fahren die Sportler während der Sperrzeit und sorgen so für gefährliche Pistenverhältnisse am nächsten Tag. Warum das ein Riesenproblem ist und obendrein Sachbeschädigung, erklärt Heitauer auf Nachfrage des »Berchtesgadener Anzeigers«.


Das Team der Götschen Skilifte hat seinem Ärger am Mittwoch mit einem öffentlichen Beitrag und einem Foto im sozialen Netzwerk »Facebook« Luft gemacht. Und dafür hauptsächlich feindselige Kommentare geerntet. »Manche Kommentare sind wirklich unterirdisch«, befindet Katharina Walch, zuständig für das Marketing der Götschen Skilifte und Tochter von Chef Bernard Heitauer. Einige der Kritiker verstehen nicht, warum sich die Betreiber über die auf dem Foto sichtbaren zwei Spuren ärgern. Dass damit die frisch gewieselte Piste wieder zerstört wird, ist nur eine der Ursachen für die Wut der Skilift-Besitzer: »Das Bild ist symbolisch für die Respektlosigkeit gegenüber den Liftbetreibern«, erklärt Walch. Der Facebook-Beitrag erzielte bis gestern Montag 543 Reaktionen, erhielt 229 Kommentare und wurde 1 016-mal geteilt.

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Bernhard Heitauer versteht die Uneinsichtigkeit der Skitourengeher nicht. »Das kommt leider Gottes oft vor«, erzählt er. »Und am schlimmsten sind die Österreicher.« Die Pistenbullyfahrer und der Chef selbst haben die Skifahrer schon oft auf ihr Fehlverhalten hingewiesen. »Wir kennen unsere Kandidaten mittlerweile, es sind immer die Gleichen«, so Heitauer. Die Pistenbullyfahrer präparieren die Skiabfahrt ab 19 Uhr. »Wir haben eh eine gute Regelung mit dem Alpenverein, dass die Tourengeher freitags sogar bis 22 Uhr gehen dürfen«, so der Chef des Skigebiets. Danach sind alle Pisten komplett für die Pistenpräparierung gesperrt. Während der Präparierung besteht Lebensgefahr. Darauf wird nicht nur auf der Website der Götschen Lifte www.goetschen.com, sondern auch auf Warnschildern an der Piste deutlich hingewiesen.

Die Aufstiegs- und Abfahrtsroute von Bischofswiesen Bahnhof und zurückliegt in der Dienstbarkeit der Gemeinde Bischofswiesen, wie Heitauer noch betont. »Es ist einfach so, dass der Schnee acht Stunden braucht, bis er friert«, betont der Bischofswieser. Wenn nun jemand die frisch gewieselte Piste befährt, frieren diese Spuren fest. »Und dann haben wir zehn Zentimeter tiefe Gräben am nächsten Tag drin, die sehr gefährlich für die Skifahrer sind.« Die Skifahrer, die im Übrigen die Liftgebühr bezahlen, fügt er hinzu.

Bernhard Heitauer fühlt sich schlicht unfair behandelt: »Ich hab alle Kosten zu tragen: Ich gebe Tausende Euro für Pistenpflege aus, stelle den Parkplatz, bezahle eine Pacht, und ich habe eine Verkehrssicherungspflicht. Und die Skitourengeher bezahlen nichts dafür. Für mich ist das, was die tun, Sachbeschädigung.« Es sei zwar ein Spendenkasten aufgehängt, aber nur wenige würden auch wirklich Geld einwerfen, so Heitauer. »Und dann darf man sich auch noch blöd anreden lassen.«

Dass sich die Skitourengeher mit ihren nächtlichen Abfahrten selbst in Gefahr bringen, kommt zu allem noch dazu: »Es ist auch nervenaufreibend für unsere Pistenbullyfahrer. Wir hatten schon Unfälle, bei denen Skifahrer verletzt wurden, weil sie etwa in das Windenseil vom Wiesel gefahren sind.« Annabelle Voss