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Nach Party in Gartenlaube

Fund von sechs Toten: Obduktionen sollen Klarheit bringen

Entsetzen im unterfränkischen Arnstein: Nach einer Party in einer Gartenlaube werden sechs junge Menschen tot aufgefunden. Bei der Aufklärung des schrecklichen Geschehens setzen die Ermittler auf die Obduktion der Leichen.

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In der Hütte befand sich nach Polizeiangaben ein Holzofen, der während der Feier in Betrieb war. Foto: Daniel Karmann Foto: dpa

Arnstein (dpa) - Am Tag nach dem entsetzlichen Fund von sechs toten jungen Leuten in einer Gartenlaube herrscht Trauer in Arnstein in Bayern. «Es ist für uns ein schwerer Schicksalsschlag, so viele junge Menschen zu verlieren», sagte der zweite Bürgermeister, Franz-Josef Sauer (CSU).

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«Es fehlen oft die richtigen Worte, es sind viele Bilder im Kopf.» Am Sonntagvormittag hatte ein besorgter Vater in dem kleinen Ort im Landkreis Main-Spessart in Unterfranken in seinem Gartenhäuschen die Leichen der sechs jungen Menschen im Alter von 18 und 19 Jahren entdeckt. Unter den Opfern sind auch sein Sohn und seine Tochter. «Dem betroffenen Vater in die Augen zu sehen - das kann man in keiner Schule lernen», sagte Sauer.

Die katholische Kirchengemeinde wollte am Montagabend mit einer Trauerstunde der Opfer gedenken. Die Trauerstunde sollte in der Stadtkirche St. Nikolaus stattfinden und richtete sich ausdrücklich nur an Angehörige und Freunde, wie eine Seelsorgerin der Pfarrgemeinde sagte.

Auch einen Tag nach dem Fund gab das Geschehen den Ermittlern Rätsel auf. «Die Umstände sind nach wie vor unklar», sagte Polizeisprecher Björn Schmitt am Montag. Eine Obduktion der toten fünf jungen Männer und einer Frau könnte Aufschluss über die Todesursache geben. Die Staatsanwaltschaft Würzburg kündigte für den Montag eine Pressemitteilung mit weiteren Informationen an.

Die jungen Leute hatten in der abgelegenen Gartenlaube eine Party gefeiert. Hinweise, die auf ein Gewaltverbrechen hindeuten, gab es den Ermittlern zufolge zunächst nicht. In der Hütte befand sich nach Polizeiangaben ein Holzofen, der während der Feier in Betrieb war. Ob dieser den Tod der sechs jungen Menschen verursacht hat, blieb zunächst offen. «An irgendwelchen Spekulationen wollen wir uns nicht beteiligen», sagte der Polizeisprecher.

Drei der jungen Menschen - darunter auch das Geschwisterpaar - stammten nach Angaben des zweiten Bürgermeisters Sauer direkt aus Arnstein, zwei junge Männer aus Eußenheim im Landkreis Main-Spessart und das sechste Opfer aus Wasserlosen im Nachbar-Kreis Schweinfurt.

Weil der Vater nach der Feier am Samstagabend bis in die Morgenstunden keinen Kontakt zu seinen Kindern hatte, wollte er am Sonntag nachsehen, ob alles in Ordnung ist. Nach dem furchtbaren Fund alarmierte er die Rettungskräfte, die aber nur noch den Tod der sechs Teenager feststellen konnten. Die Angehörigen wurden von Notfallseelsorgern betreut.

Sechs Teenager sterben in Gartenhaus

Arnstein am Morgen nach dem Horrorfund

- Die Stadt Arnstein liegt rund 25 Kilometer von Würzburg und Schweinfurt entfernt im bayerischen Landkreis Main-Spessart.

- Mehr als 8000 Einwohner leben in zwölf Stadtteilen, von denen die meisten nach Angaben der Kommune auf eine rund 1200-jährige Geschichte zurückblicken.

- Über Jahrhunderte prägten Handwerk, Wein- und Ackerbau die historische Amtsstadt. Heute stechen das wiedererrichtete Amtsschloss und die spätbarocken Bauten von Stadtkirche, Rathaus und Spital hervor.

- Die treppenförmig aufsteigende Altstadt mit engen Gassen steht unter Ensemble-Denkmalschutz.

- Arnstein ist auch für die Wallfahrtskirche Maria Sondheim am Wernufer und bundesweit prämierte Schnäpse bekannt.