weather-image
18°
Das renommierte »The Frank McComb Trio« begeisterte das Publikum in Traunstein

Funky-Jazz im Sportzentrum

Wie klein die Welt doch ist. Ein oft strapazierter Spruch, der sich aber immer wieder bewahrheitet. Arnaud Yoné von der Traunsteiner Africaribik-Bar Wamso hat sich an einen Jazz-Musiker namens Frank McComb erinnert, den er vor längerer Zeit einmal in einem kleinen Club in Amerika gehört hatte. Und weil er ihn und seine Musik damals sehr mochte, schickte er ihm eine E-Mail, ob er denn nicht, wenn er wieder auf Europa-Tournee sei, mal bei ihm vorbeischauen wolle, um in seinem Lokal aufzutreten. Die Antwort kam prompt, der renommierte Jazz-Funk-Musiker sagte zu, denn, er sei sowieso in der Gegend, da er in Siegsdorf Familienmitglieder besuchen würde, wie er das immer auf Europa-Tournee mache. Da wundert es einen dann schon fast nicht mehr, dass Arnaud Yoné dessen Verwandte natürlich auch bestens kennt.

»The Frank McComb Trio« bekam viel Applaus für das Konzert in Traunstein. (Foto: Heigl)

Schnell war klar, dass das Wamso zu klein sein würde für das Konzert, und so arrangierte man die Veranstaltung im Sportzentrum in der Sonntagshornstraße. Natürlich kam der Künstler aus Los Angeles nicht alleine, er brachte Yoran Vroom (Schlagzeug) und Glenn Gaddum (Bass) mit. Die zwei sympathischen Musiker aus Holland und ihr Boss mit den gefühlvollen und flinken Fingern am Piano brannten ein buntes Jazz-Funk-Feuerwerk ab, das ganz wunderbar mit einer professionellen Lichtshow kombiniert war.

Anzeige

Zärtliche Funkballaden, gesungen mit einer Stimme aus schwarzem Samt, die Frank McComb im Laufe des Abends noch sehr vielseitig einzusetzen wusste, Instrumentals mit Anklängen an Industrial-Jazz und übermütige, nervös-aufgekratzte Pieces ließen keine Langeweile aufkommen. Natürlich durfte da auch ein Stück von Stevie Wonder nicht fehlen. Die Wahl fiel auf das sehr spannend arrangierte »Superstition«, dem das Trio ganz eigene Akzente hinzuzufügen wusste.

Für einen kleinen, aber feinen Gastauftritt kam der Traunsteiner Saxofonist Josef Ramelsberger – dem Publikum bestens bekannt durch seine stimmungsvollen Konzert-Auftritte – gegen Ende des Konzerts auf die Bühne und fügte ein paar wundervoll klingende Blue Notes hinzu.

Das Publikum war begeistert und entlockte dem Trio mit stürmischem Applaus drei Zugaben. Beim nächsten Verwandtschaftsbesuch schaut das Trio hoffentlich wieder in Traunstein vorbei. Barbara Heigl