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Gala von Pizarro und den Bayern - 9:2 gegen HSV

München (dpa) - Der FC Bayern München hat sich auch nach der verschobenen Titelentscheidung mit dem höchsten Sieg einer Bundesliga-Mannschaft seit 13 Jahren in wahrhaft meisterlicher Form präsentiert.

FC Bayern München - Hamburger SV
Bastian Schweinsteiger (l) und Claudio Pizarro feiern mit ihren Bayern-Kollegen das zwischenzeitliche 5:0 gegen den HSV. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa

Der deutsche Fußball-Rekordmeister schoss einen desolaten Hamburger SV mit 9:2 (5:0) aus dem Stadion. Vor 71 000 Zuschauern in der ausverkauften Arena waren neben dem herausragenden Claudio Pizarro (30./45./53./68.) Xherdan Shaqiri (5.), Bastian Schweinsteiger (19.), Arjen Robben (33./54.) und der eingewechselte Franck Ribéry (76.) die Torschützen. Jeffrey Bruma (75.) und Heiko Westermann (85.) erzielten die HSV-Tore.

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Zuletzt hatte Bayer Leverkusen im März 2000 beim 9:1 auswärts gegen SSV Ulm 1846 klarer gewonnen. Für die Münchner war es der höchste Heimsieg in der Liga seit dem 8:1 gegen den FC Schalke 04 in der Saison 1987/88. «Die Mannschaft ist sehr gut drauf. Wir haben sehr gut gespielt, und ich war sehr gut drauf. Ich habe lange nicht gespielt. Heute vier Tore - wunderbar», schwärmte Pizzaro. Trainer Jupp Heynckes erwartet gegen Juventus zwar ein ganz anderes Spiel, betonte aber: «Es war wichtig, dass wir weiteres Selbstvertrauen getankt und zeitweise Fußball wie aus dem Lehrbuch gespielt haben.»

Der Gast aus dem Norden entpuppte sich gegen den deutschen Fußball-Rekordmeister als hilfloser Sport-Verein. Mehr als ein Sparringspartner für das Juve-Spiel waren die Hamburger, die nach dem vergangenen 0:5 und 0:6 wieder in München tüchtig auf die Mütze bekamen, auf gar keinen Fall. Eher weniger.

Abwehrchef Westermann fand nach der Partie keine Erklärung dafür. «Ich schäme mich für mich, für die Mannschaft. Was wir für ein Spiel abgeliefert haben ist unglaublich», sagte der schon im Nationalteam erprobte Westermann. «Ich denke, es war die schlimmste Niederlage in der HSV-Geschichte. Da müssen wir deutliche Worte finden in dieser Woche. So geht es nicht. Es war unterirdisch. Bitter für alle, die zugeschaut haben.» Trainer Thorsten Fink gestand ein: «Das habe ich als Trainer auch noch nicht mitgemacht. Wir waren in allen Belangen brutal schlecht. Jeder sollte selbstkritisch mit sich umgehen - die Mannschaft, der Trainer.»

War Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach der Kunde vom 2:1-Siegtreffer der Dortmunder beim VfB Stuttgart und dem damit vertagten Gewinn des 23. Meistertitels noch ein leicht enttäuschtes «ouh» über die Lippen gehuscht, so durfte er bei der Darbietung des eigenen Teams dauerhaft jubeln. «Traurig» über die um eine Woche vertagte Titelentscheidung war der Vorstandschef ohnehin nicht, da er einen Dortmunder Erfolg bei den Schwaben einkalkuliert hatte.

Mit feinen Kombinationen, schönen Pässen in die Spitze und sehenswerten Toren schossen sich die Münchner bei nass-kaltem Wetter für den italienischen Meister warm. Aber der wird gleich mehrere Klassen stärker als die Hamburger sein.

Los ging die Tor-Show nach fünf Minuten. Toni Kroos legte quer auf Shaqiri, der unbedrängt und sehr platziert aus 22 Metern abschloss. René Adler im HSV-Kasten war das erste Mal von seiner Hintermannschaft im Stich gelassen worden. Ein Gefühl, das sich für ihn in den folgenden 85 Minuten fortwährend wiederholte. Machtlos war der Nationaltorhüter auch beim Schweinsteiger-Kopfball, den Shaqiri vor dem 2:0 aufgelegt hatte. Nachdem Javi Martínez einen Robben-Eckball zu Pizarro verlängert hatte, hieß es 3:0.

Wunderschön legte Pizarro dann per Hacke für Robben auf, der zum 4:0 veredelte. Kurz vor dem Pausenpfiff stand Pizarro nach einem Pfostentreffer von Shaqiri goldrichtig - 5:0.

Zwar hätten sich die Münchner bei der Führung beruhigt zurücklehnen und für Juve schonen können - aber die Tor-Maschine war nicht mehr zu stoppen. Robben bediente Pizarro, der per Hacke das nächste Traumtor schoss. Sekunden später legte der Peruaner dann auf Robben quer, und der lupfte den Ball über Adler. «Deutscher Fußball-Meister, FCB», skandierte ein Teil der Zuschauer wie schon vor dem Spielbeginn auch beim Stand von 7:0. Müller bediente später Pizarro vor dem 8:0. Nach dem 8:1 durch Bruma stellte Ribéry fast im Gegenzug den alten Abstand wieder her, ehe noch Westermann traf.

Pizarro durfte zum 21. Mal in der Liga gegen die Hamburger ran - mit nunmehr 18 Toren. Kein aktiver Spieler traf öfter gegen einen Gegner. Es waren für den Peruaner die ersten Bundesliga-Tore für den FC Bayern seit 2007.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 55,8 - 44,2

Torschüsse: 25 - 10

gew. Zweikämpfe in %: 63 - 37

Fouls: 6 - 14

Ecken: 7 - 3

Quelle: optasports.com