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Gastfreundlicher Gastagweg

Marktschellenberg – Der Gastagweg war bisher nur über die Salzburger Straße erreichbar. Dadurch ist gerade der schöne Ortskern Marktschellenbergs durch den starken Verkehr belastet.

Die ersten Arbeiten zur Verbreiterung der Bundesstraße 305 und zur Anlegung einer Abbiegespur haben bereits begonnen. (Fotos: Vietze)

Jetzt gibt es die vom Staatlichen Bauamt Traunstein geforderten Maßnahmen. Eine Abbiegespur auf der Bundesstraße 305 aus Richtung Marktschellenberg und eine Straßenverbreiterung durch das Zurücksetzen einer Mauer im Einfahrtsbereich soll den Verkehr direkt von der Bundesstraße  305 an den Gastagweg anschließen. Zielsetzung ist, dass man künftig aus allen Richtungen in die schmale und steile Straße, die den Ortsteil Schaden erschließt, einfahren kann.

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»Hauptgrund für die Baumaßnahme ist, dass die Salzburger Straße vom Verkehr entlastet wird«, sagt Roland Bannert. Der Ingenieur weiß aber auch, dass der Auslöser für das Projekt eigentlich die renovierungsbedürftige Stützmauer zwischen der Bundesstraße  305 und der oberhalb liegenden Salzburger Straße war. »Das Gelände ist in Bewegung und durch das Wasser verschiebt sich die Mauer, wir mussten einfach reagieren«, erklärt Bürgermeister Franz Halmich. Als einzige Lösung bot sich eine Komplettsanierung, im Grunde genommen ein Neubau, an.

Dabei soll allerdings das Bild der alten Mauer erhalten bleiben, denn das Bauwerk ist immerhin schon über 150 Jahre alt. Gleichzeitig muss bei der Statik nachgebessert werden. Denn je schlechter der Boden ist, desto tiefere und breitere Fundamente müssen angelegt werden. Gutachter helfen bei der Beurteilung. Der Geologe Dr. Stefan Kellerbauer kümmert sich um das Geologische Fachgutachten und steht den Verantwortlichen beratend zur Seite. Martin Wagner als Statiker für Bauwerke plant die Stützmauern. Für die Anlegung einer Abbiegespur auf der Bundesstraße 305 ist die Verbreiterung der Straße in Richtung Ache notwendig. Stützmauern sollen der Straße am Achenufer den notwendigen Halt geben. Die Arbeiten dafür haben bereits begonnen.

Später wird man sich den Hang- und Steinmauerarbeiten am Gastagweg widmen. Die oberhalb stehenden Bäume müssen entfernt werden. Durch die Straßenverbreiterung wird die neue Mauer deutlich höher. Injektionsbohranker und Spritzbetonnagelwände sorgen für die nötige Stabilität. Und zum Schluss der Baumaßnahme werden sich die Arbeiter um die desolate Mauer kümmern.

Die Fahrbahnbreite soll letztlich in der Kehre auf fünf Meter erweitert werden. Wenn das Wetter mitspielt, könnten die Arbeiten bis Mitte Juli abgeschlossen sein. Die Baukosten betragen zirka 900 000 Euro. Darin sind unter anderem Kosten für Vermessungen, Stützpfeiler und Gutachten enthalten. Die Gemeinde erhält eine Zuwendung vom Freistaat Bayern in Höhe von 400 000 Euro und der Bund übernimmt Kosten für die Stützpfeiler. Für die Restkosten kommt die Gemeinde auf. Patrick Vietze