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Gebäude am Ortsausgang von Oberwössen stand leer – Immobilienunternehmen mit höchstem Gebot

Gasthof zur Post für 330 000 Euro zwangsversteigert

Unterwössen – Der altehrwürdige Gasthof zur Post an der Bundesstraße 305 am südlichen Ortsausgang von Oberwössen wechselt seinen Eigentümer.

Der Gasthof zur Post in Oberwössen wurde zwangsversteigert. (Foto: Flug)

Um 11.53 Uhr schloss gestern die zuständige Rechtspflegerin im vollen Saal B40 des Traunsteiner Justizgebäudes die Bieterstunde im jetzt dritten Zwangsversteigerungstermin. 330 000 Euro war das letzte Gebot, das die Rechtspflegerin dreimal aufgerufen hatte, ehe sie die Bieterstunde schloss.

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Das Gericht hat den Verkündungstermin für den Zuschlagbeschluss auf den Dienstag, 11. April, 9 Uhr, festgesetzt. Bis dahin haben die Verfahrensbeteiligten die Möglichkeit, Einwendungen gegen den Zuschlag zu erheben. Angesichts des bisherigen Verlaufs des Zwangsversteigerungsverfahrens ist damit aber wohl nicht zu rechnen.

Zum Aufruf des Termins zum 11 Uhr war der Saal im Traunsteiner Justizgebäude gut gefüllt. Beteiligte des Versteigerungsverfahrens, eine Salzburger Sparkasse, die Wieninger Privatbrauerei und die Gemeinde Unterwössen waren vertreten. Für die Gemeinde waren Bürgermeister Ludwig Entfellner, Verwaltungsleiter Thomas Müllinger und als Banker, Gemeinderat Markus Entfellner vertreten. Auch Altbürgermeister Hans Haslreiter verfolgte das Geschehen.

Im Zuschauerraum war auch der bisherige Eigentümer des Objekts, Gabor Blazsovszky, mit Angehörigen. Der hatte ursprünglich mit dem Ende des Gasthofbetriebs lohnende Verträge mit einem Nachfolger geschlossen, die aber gescheitert sind. Damals erfolgte Umbauten haben nach seiner Ansicht dem Wert des Objekts eher geschadet. Einige Oberwössner verfolgten die Sitzung im Zuschauerraum.

Die Rechtspflegerin führte die Interessierten in den Termin ein, indem sie aus den Wertgutachten und dem Grundbuch zitierte. Der Verkehrswert des Objekts lag nach einem fünften Gutachten bei 800 000 Euro. Zwar gehört reichlich Grund zum Umgriff, dafür mindern die aufstehenden Gebäude aber die Verwertungsmöglichkeiten. Das Mindestgebot für einen wirksamen Versteigerungszuschlag lag nach Wegfall der in den ersten Termin geltenden 5/10 und 7/10 Grenzen bei gut 50 000 Euro.

Bei 330 000 Euro – diese Summe hatte die Vertreterin eines Immobilienunternehmens geboten – schloss die Rechtspflegerin die Bieterstunde. Ein höheres Angebot war auch nach dreimaligem Aufruf nicht eingegangen.

Nähere Angaben über ihre Person und über ihre Absichten mit dem Gasthof wollte die Vertreterin des Unternehmens gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt noch nicht geben. Mehr dazu wolle das Unternehmen erst nach dem Zuschlagsbeschluss bekanntgeben. Und der wird erst zwei Wochen nach seiner Verkündung mit Ablauf einer Beschwerdenotfrist rechtskräftig. Mit dem rechtskräftigen Zuschlagsbeschluss erwirbt die Höchstbietende ein lastenfreies Grundstück. Allerdings sind noch einige weitere Kosten wie Grunderwerbsteuern und Kosten des Versteigerungsverfahrens zusätzlich zu entrichten. Mit dem Zuschlagsbeschluss hält die nun einen Räumungstitel in der Hand. Und mit der Rechtskraft erlischt auch die bisherige Zwangsverwaltung der Sparkasse. lukk