Gastwirt greift junger Küchenhilfe ans Gesäß: Mann legt Einspruch ein

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Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa-Archiv

Berchtesgadener Land – Der Gastwirt ist 31 Jahre älter als seine Küchenhilfe: Am Abend des 4. März 2021 soll der 49-Jährige die 18-Jährige auf den Mund geküsst und ihr ans Gesäß gefasst haben. Gegen einen Strafbefehl über 1650 Euro wegen sexueller Belästigung in zwei Fällen legte der Mann Einspruch ein. Den nahm er am Laufener Amtsgericht auf Anraten von Richter und Verteidiger jedoch wieder zurück.


Zunächst schilderte der Gastwirt seine junge Hilfskraft als eher unseriös. So sei sie völlig übermüdet und voller Knutschflecken zum Dienst erschienen. Die Frau sei es gewesen, die ihn stets mit »Bussi-Bussi« begrüßt habe. Richter Martin Forster fragte den Angeklagten, ob er schon wisse, was die Frau ausgesagt habe, nämlich, dass er sie umarmt und gegen ihren Willen auf den Mund geküsst habe.

Und er sie schließlich gefragt habe, »ob das jetzt schlimm war?« »In Zeiten von Corona und explodierender Fallzahlen küssen sie eine 31 Jahre jüngere Frau«, zeigte sich Forster verwundert. Die Antwort des Angeklagten: »So junge Kinder suchen halt eine Vaterfigur.« Ein zweiter Vorfall ereignete sich gut zwei Stunden später.

Dabei soll der Gastronom seiner Küchenhilfe absichtlich über das Gesäß gestrichen haben. Auch dafür hatte der Angeklagte eine Erklärung: »In der Küche ist der Durchgang so eng, da schleift man automatisch Arsch an Arsch.« Daraufhin warnte ihn der Strafrichter, dass der Strafbefehl mit 110 Tagessätzen zu je 15 Euro »relativ mild« ausgefallen sei und in einem Urteil sehr wahrscheinlich höher sein werde.

Auch vor dem Hintergrund, dass ein kürzlich ergangenes Urteil gegen den Wirt wegen Steuerhinterziehung mit einer Tagessatzhöhe von 25 Euro bedacht worden war: »Sie sollten sich gut überlegen, ob sie das durchziehen wollen«, riet Forster dem Gastwirt, worauf Rechtsanwalt Lukas Maushammer um eine kurze Besprechungspause bat.

Das Ergebnis des Gesprächs: »Wir nehmen den Einspruch zurück.« Nachdem auch Staatsanwalt Thomas Langwieder zustimmte, bleibt es bei den 1650 Euro.

höf