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Gebirgsjäger kämpfen unter realen Bedingungen: 1400 Soldaten in der Region unterwegs

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Sicherung entlang einer Straße: Auch Kettenfahrzuge vom Typ »Wiesel« werden bei der Übung eingesetzt. (Foto: Bundeswehr)

Berchtesgadener Land – Die Fähigkeit, im schwierigen Gelände zu kämpfen, ist Aufgabe eines jeden Gebirgsjägers. Dafür bedarf es einer intensiven, stetigen und anspruchsvollen Ausbildung. Den Nachweis ihres besonderen Fähigkeitsprofils werden die Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 im Rahmen der Übung »Berglöwe« unter Beweis stellen.


Vom 9. bis 17. Juli werden bis zu 1 400 Soldaten in einer freilaufenden Gefechtsübung ihr militärisches Handwerk nachweisen. Ziel ist es, die Einsatzbereitschaft der Brigade 23 zur Landes- und Bündnisverteidigung sicherzustellen.

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Seit gut einem Jahr laufen die Vorbereitungen auf das Großereignis. Bei der Übung stehen sich zwei Parteien gegenüber: Das Gebirgsjägerbataillon 232 aus Bischofswiesen und das Gebirgsjägerbataillon 231 aus Bad Reichenhall stellen dabei die Hauptakteure dar. Die Besonderheit der Übung liegt in ihrem freilaufenden Charakter: Geübt wird nicht nur auf den Übungsplätzen – auch der öffentliche Raum wird mit einbezogen. Die Rahmenbedingungen werden dabei durch die Übungsleitung gesteckt. Es gibt jedoch kein detailliertes »Drehbuch«, wodurch den militärischen Führern aller Ebenen größtmögliche Entscheidungsfreiheit gewährt wird.

»Wir merken gerade, dass eine freilaufende Übung uns alle fordert und es keine Routineaufgabe ist«, berichtet Oberstleutnant Eike Gudat vom Stab der Gebirgsjägerbrigade 23, der Projektverantwortliche für die Übung. Auch wenn dies für die Bevölkerung noch nicht erkennbar ist, so hat die Übung bereits am 2. Juli mit der Befehlsausgabe der Brigade an die Bataillonskommandeure der eingesetzten Gebirgsjägerbataillone 231 und 232 begonnen. Dieser Befehl muss nun umgesetzt werden: Bis am 9. Juli die ersten Gefechtsfahrzeuge in die Verfügungsräume rollen, nutzen die Verbände die Zeit, alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um ihre Einsatzbereitschaft sicherzustellen.

Die zuständigen Behörden frühzeitig zu informieren und einzubinden, war dem Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, Brigadegeneral Jared Sembritzki, wichtig. Bereits am 27. Februar wurden daher Vertreter der betroffenen Landkreise und Gemeinden, der Polizei sowie des Bayerischen Bauernverbands, der Bayerischen Staatsforsten, der Bergwacht und der Sektion Traunstein des Deutschen Alpenvereins im Offiziersheim der Gebirgsjägerbrigade 23 über die Übung informiert und entsprechende Anpassungen beim Übungsverlauf vorgenommen.

Auch die Bevölkerung wird umfassend und fortlaufend über die Übung informiert, um größtmögliche Transparenz zu schaffen: Daher wurden am 3. Juli Flugblätter in den Übungsräumen Waging, Traunreut, Laufen und Ainring verteilt. Zudem ist ab sofort innerhalb der Dienstzeit und im Kernübungszeitraum vom 9. bis 17. Juli rund um die Uhr ein Bürgertelefon eingerichtet, das für etwaige Fragen, Sorgen oder Nöte bereitsteht. Das Bürgertelefon ist unter der Nummer 08651/793330 erreichbar.

Des Weiteren informiert die Gebirgsjägerbrigade 23 während des gesamten Übungszeitraums tagesaktuell über neue Entwicklungen in den regionalen Medien und auf Facebook »Die Bundeswehr in Bayern«. Am 11. Juli von 9 bis 15 Uhr besteht zudem bei einem Informationstag für die Bevölkerung in Traunstein am Maxplatz und in Freilassing in der Fußgängerzone die Möglichkeit, offene Fragen zu klären und persönlich mit Vertretern der Gebirgsjägerbrigade 23 in Kontakt zu treten.

Sicherheitshinweise bei Militärkolonnen

Es werden rund 400 Gefechtsfahrzeuge und Großgerät auf den Straßen der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land unterwegs sein. Die Militärkolonnen bewegen sich mit einer maximalen Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometern. Sie dürfen aus Sicherheitsgründen nicht überholt oder durch einfahrende Fahrzeuge unterbrochen werden.

Achtung: Kolonnen fahren auch über rote Ampeln

Insbesondere zu Kettenfahrzeugen ist aufgrund des sehr kurzen Bremsweges ausreichend Sicherheitsabstand zu halten. Die Kolonnen sind dazu befugt, rote Ampeln zu überfahren. Daher ist besondere Vorsicht aller Verkehrsteilnehmer geboten, da nicht alle Kolonnen durch Polizei und Feldjäger abgesichert werden.

Luftraumsperrungen

Ab sofort kommen auch Hubschrauber der US-Army zum Einsatz. Zusätzlich werden sich über den Übungszeitraum auch Aufklärungsdrohnen im Übungsraum befinden. Luftraumnutzer sollten sich daher schon vorab über Luftraumsperrungen informieren.

Verhalten beim Auffinden von Munition: Das Berühren und Aneignen von Munition und Munitionsteilen ist verboten. Sollte jemand Munition finden, wird er gebeten, sich an das Bürgertelefon zu wenden, damit eine fachgerechte Beseitigung erfolgen kann. fb


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