Bildtext einblenden
Die Truchtlachinger Kinderburg besuchen 46 Kinder. Nach Abzug des staatlichen Zuschusses von 100 Euro im Monat, nimmt die Gemeinde Seeon-Seebruck als Betreiber der Einrichtung im Jahr gerade mal 3659 Euro ein. Ab dem kommenden Kindergartenjahr werden die Gebühren um durchschnittlich 15 Prozent angehoben. (Foto: Rasch)

Gebühren für gemeindliche Kindertagesstätten steigen

Seeon-Seebruck – Eltern, die ihre Kinder in einer der gemeindlichen Kindertagesstätten in Seeon-Seebruck betreuen lassen, müssen künftig mehr ausgeben. Der Gemeinderat beschloss, das Besuchergeld durchschnittlich um 15 Prozent anzupassen. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung, mit einer Erhöhung ab 1. September 2022 auf die steigenden Betriebskosten zu reagieren, fiel einstimmig aus.


Der Grund für eine Erhöhung sei in erster Linie der horrende Anstieg der Personalkosten. Gleichzeitig seien auch die Anforderungen der Betreuung gestiegen, sagte Bürgermeister Martin Bartlweber (FW). Auch die Erweiterung der Öffnungszeiten habe zur Erhöhung der Kosten beigetragen. Die letzte Gebührenanpassung für die gemeindlichen Kindergärten Truchtlaching und Seebruck sei mit Wirkung zum 1. September 2018 erfolgt. Das Besuchergeld für die Kinderkrippe in Truchtlaching sei seit 2013 unverändert.

Weiter erklärte Bartlweber, dass durch die Entlastung bei den Elternbeiträgen von monatlich 100 Euro durch den Freistaat Bayern in den Kindergärten keine beziehungsweise nur ein geringes Besuchergeld tatsächlich kassenwirksam erhoben werde. Durch den Zuschuss werde erst dann ein Beitrag fällig, wenn ein monatlicher Betrag von 100 Euro überschritten werde. Aktuell besuchen 46 Kinder den Truchtlachinger Kindergarten, 22 Kinder gehen in den Kindergarten Seebruck und elf Kinder besuchen die Kinderkrippe Truchtlaching. Im Kindergarten Truchtlaching wird aktuell für 24 Kinder ein Besuchergeld erhoben und im Kindergarten Seebruck für sieben Kinder. Insofern betrugen die Einnahmen 2021 in den Einrichtungen in Truchtlaching 3659 Euro und in Seebruck 1443 Euro.

Für die Krippen gilt die staatliche Leitung aber noch nicht. Seit rund zwei Jahren könne jedoch ein Krippengeld von 100 Euro für einkommensschwache Familien direkt beim Zentrum Bayern Familie und Soziales beantragt werden, so Bartlweber.

Nach Angaben der Hauptverwaltung betrug der ungedeckte Anteil im Kindergarten Seebruck in den letzten drei Jahren durchschnittlich rund 3140 Euro pro Jahr und Kind bei einer angenommenen Vollbesetzung. In der Kindertageseinrichtung Truchtlaching mit Kindergarten und Kinderkrippe beträgt der ungedeckte Anteil rund 2870 pro Jahr und Kind. Allein die Personalkosten lagen im vergangenen Jahr bei 547.000 Euro.

Wie der Bürgermeister weiter mitteilte, seien die Gebühren in der Gemeinde Seeon-Seebruck im Vergleich zu anderen umliegenden Kindertagesstätten niedrig. Um keine Konkurrenzsituation zu schaffen, lägen die bisherigen Gebühren im Katholischen Kindergarten Seeon auf gleicher Höhe wie bei den gemeindlichen Einrichtungen und würden auch wieder an die Höhe der Gemeinde angepasst.

Ab 1. September wird in den Kindergärten Seebruck und Truchtlaching folgendes Besuchergeld erhoben: Eine Betreuung von zwei bis drei Stunden kostet 90 Euro (bisher 78 Euro). Für vier bis fünf Stunden werden anstatt bisher 85 Euro 99 Euro fällig, für fünf bis sechs Stunden 109 Euro (bisher 94 Euro), für sechs bis sieben Stunden 132 Euro (bisher 115 Euro).

Während bei den Kindergärten von einer angemessenen Erhöhung die Rede war, wirkt sich die Erhöhung bei der Krippe, in der die Gebühren üblicherweise das Doppelte ausmachen, weniger modert aus. Drei bis vier Stunden kosten ab September 180 Euro (bisher 156 Euro), vier bis fünf Stunden 198 Euro (bisher 170), fünf bis sechs Stunden 218 Euro (bisher 186 Euro), sechs bis sieben Stunden 240 Euro (bisher 202) und sieben bis acht Stunden 264 Euro (bisher 218 Euro). Das Spielgeld soll von fünf auf sechs Euro erhöht werden.

Eine längere Debatte gab es nicht. Norbert Meier (FW): »Nachdem wir auch flexible Öffnungszeiten anbieten, kann man schon mitgehen.« »Auch in Anbetracht des staatlichen Zuschusses geht für mich der Vorschlag der Verwaltung in Ordnung«, sagte Martha Gruber.

ga