weather-image
24°

Gebührender Empfang für Thomas Frauenlob

Berchtesgaden – »Heit werd’ groß aufzelebriert«, umschrieb ein Kaplan treffend den gewaltigen Empfang für Monsignore Dr. Thomas Frauenlob in Berchtesgaden mit einer zweistündigen Festmesse: Gekommen waren am Sonntagabend unzählige Gläubige aus der gesamten Region, etwa 35 Priester, sechs bis sieben Diakone, rund 100 Ministranten, das pastorale Team des Pfarrverbands Berchtesgaden, die Vereine mit ihren Fahnen und Ehrengäste wie Landrat Georg Grabner und Alois Glück, Vorsitzender des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Weihbischof Wolfgang Bischof führte den ehemaligen engen Mitarbeiter des emeritierten Papstes Benedikt XVI in sein neues Amt als Pfarrer von Berchtesgaden und Leiter des Pfarrverbands Berchtesgaden ein.

Monsignore Dr. Thomas Frauenlob (l.) und Weihbischof Wolfgang Bischof bei der Übergabe der Kirchenschlüssel. Fotos: Anzeiger/Mergenthal (4), B.Stanggassinger (2), A.Pfnür (1)
Zur Gabenbereitung spielte die Marktmusik Berchtesgaden unter der Leitung von Erhard Moldan einen Festhymnus.
Der Auer Diakon Michael König trug beim Einzug das Evangeliar. Links der Erzabt von St. Peter Salzburg, Korbinian Birnbacher.
Franz Halmich (M.) und Karl Seiberl (r.) schenkten Thomas Frauenlob einen Wanderstab mit Bergschuhen und Notproviant.
Alle gaben sich die Ehre: die engsten Verwandten von Frauenlob samt seiner Mutter Helena (M.).
Ministranten soweit das Auge reicht.
Zahlreiche Priester aus der gesamten Region sowie priesterliche Weggefährten von Thomas Frauenlob von nah und fern zelebrierten die Festmesse mit.

Die Weihnachtsschützen schossen vom Lockstein zum Beginn des Kirchenzugs und zur Wandlung einen Ehrensalut. Unter den hohen kirchlichen Würdenträgern waren auch Bischof Josef Clemens aus Rom, Frauenlobs Cousin Korbinian Birnbacher, Erzabt von St. Peter in Salzburg, sowie vier Domkapitulare. Auch eine kleine Gruppe der Schweizer Garde war eigens aus Rom angereist, allerdings in Zivil. Die Marktmusik führte den festlichen Zug an und spielte dann vor dem geschmückten Portal der Stiftskirche ein kurzes Standkonzert.

Anzeige

Dicht drängte sich das Kirchenvolk in der Stiftskirche; viele mussten stehen. Ein ganzer Bus war aus Waging angereist, mit zahlreichen Gläubigen aus St. Leonhard am Wonneberg, wo Frauenlob oft Urlaubsvertretung übernommen hatte.

Ein großer Chor aus Berchtesgaden und den umliegenden Pfarreien mit Orchester unter Leitung von Urban Hafenmair führte die Spatzenmesse von Wolfgang Amadeus Mozart sowie Mozarts »Ave verum« auf. Die Marktmusik unter Leitung von Erhard Moldan untermalte die Gabenbereitung mit einem Festhymnus. Die Kirchenbesucher waren mit dem Eingangslied zum Kirchweihsonntag »Ein Haus voll Glorie«, dem Te Deum und der abschließenden Bayernhymne eingebunden.

Vor der Amtseinführung dankte Weihbischof Bischof den bisherigen Seelsorgern. Nach der Verlesung der Ernennungsurkunde sang der Chor das Kyrie. Sodann bat der Bischof Frauenlob, sein Weiheversprechen zu erneuern, und ließ sich von den Gläubigen ihre Offenheit für den neuen Seelsorger bestätigen. Symbolisch überreichte er dem Monsignore die Kirchenschlüssel. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Peter Wörnle schenkte Frauenlob im Namen der Laien ein Erinnerungsbild vom »Hangenden Stein« bei Marktschellenberg. Er bat den sprachgewandten Seelsorger: »Seien Sie uns so auch ein Übersetzer des Wortes Gottes in unsere Zeit.« Er versprach die Unterstützung beim weiteren Aufbau des Pfarrverbands aus den Pfarreien St. Andreas Berchtesgaden, St. Nikolaus Marktschellenberg und Heilige Familie Au.

Der neu geweihte Auer Diakon Michael König trug das Evangelium von der Einkehr Jesu beim Zöllner Zachäus vor. In seiner ersten Predigt bat Frauenlob die Menschen um Mithilfe beim Aufbau einer aus dem Geist Gottes erneuerten, am Eckstein Christus ausgerichteten Kirche aus lebendigen Steinen. Nach der Weihe des Taufwassers durch Bischof und Frauenlob bekannte die Gemeinde ihren Glauben. Mit Frauenlob und Kaplan Stefan Leitenbacher zu seiner Rechten und Linken leitete der Bischof die Eucharistiefeier mit zahlreichen Konzelebranten.

Am Ende der Messe übergab Bischof die Leitung offiziell an den neuen Pfarrer, der den Bischof wiederum um seinen Segen bat. Danach hieß Vizebürgermeister Karl Seiberl Frauenlob im Namen der Gemeinden Berchtesgaden und Marktschellenberg willkommen. »Als Sprößling einer kinderreichen Familie auf dem Land aufgewachsen, werden Sie als unser Seelsorger die Sorgen der Familien verstehen. Als ehemaliger Ministrant wissen Sie, was junge aktive Katholiken bewegt und Kinder begeistert. Als Postler haben Sie schon früh gelernt, Nachrichten zu übermitteln«, sagte Seiberl. Und als Klarinettist sei Frauenlob mit der Volksmusik vertraut und verstehe das Berchtesgadener Brauchtum. Der evangelische Pfarrer Peter Schulz schenkte Frauenlob zur Begrüßung einen Band mit evangelischen Chorälen und kulinarische Schmankerln aus Sardinien als kleiner Trost, dass Frauenlob weit weg von seiner vorübergehenden Wahlheimat Italien ist.

Vor dem Pfarrheim St. Andreas bildete die Bevölkerung noch einmal ein Spalier für Frauenlob und den Bischof. Beim Stehempfang nahm sich der neue Pfarrer viel Zeit für Kennenlern-Gespräche. Seiberl und der Marktschellenberger Bürgermeister Franz Halmich überreichten als Geschenk einen Wanderstab mit Bergschuhen, Notproviant und Schnapserl, damit Frauenlob zu Fuß seine neue Heimat erkunden kann. Freude und Stolz stand in den Augen seiner Mutter Helena Frauenlob aus Kleinhögl bei Piding. Seit 1981 sei ihr Sohn aus dem Haus und immer weit weg gewesen, verriet sie. »Jetzt kann ich auch nach Berchtesgaden hineinfahren und ihn besuchen, wenn er daheim ist.«

Das Bayerische Fernsehen filmte den Empfang und berichtet in einem der nächsten Stationen-Magazine darüber. Veronika Mergenthal

Weitere Fotos der feierlichen Einführung des neuen Berchtesgadener Pfarrers finden sich unter www.berchtesgadener-anzeiger.de.