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Geburtenanstieg in Deutschland hält an

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Frau mit Kind
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Später Kinderwunsch und Migration haben im Jahr 2016 zum anhaltenden Geburtenanstieg in Deutschland beigetragen. Foto: Patrick Pleul Foto: dpa

Später Kinderwunsch und Migration haben im Jahr 2016 zum anhaltenden Geburtenanstieg in Deutschland beigetragen. Vor allem Frauen über 30 entscheiden sich nun häufiger für Kinder. Europaweit ist Deutschland aber nur Durchschnitt bei den Geburten.


Wiesbaden (dpa) - Der Geburtenanstieg in Deutschland hält an - im
fünften Jahr hintereinander gab es ein Plus. Wie das Statistische
Bundesamt am Mittwoch berichtete, wurden 2016 insgesamt 792 131
Kinder geboren. Das waren 54 556 Babys oder sieben Prozent mehr als
ein Jahr zuvor.

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Zuletzt seien 1996 ähnlich viele Kinder zur Welt
gekommen, berichteten die Statistiker. Mit einer durchschnittlichen Geburtenziffer von 1,59 Kindern pro Frau wurde zudem der höchste Wert seit 1973 gemessen. Damit liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld - deutlich hinter den Französinnen mit einer Geburtenziffer von 1,92, aber auch klar vor den Italienerinnen und Spanierinnen mit einer Geburtenziffer von je 1,34 Kindern pro Frau.

Migration hatte einen deutlichen Einfluss auf den Geburtenanstieg in
Deutschland - knapp 185 000 Kinder wurden von Müttern mit
ausländischer Staatsangehörigkeit geboren. Das war ein Anstieg um 25
Prozent im Vergleich zu 2015.

Während die Geburtenhäufigkeit bei ausländischen Müttern insgesamt
anstieg, nahm zusätzlich der Anteil von Frauen aus Ländern zu, in
denen Kinderreichtum zur Tradition gehört, hieß es. So wurden 21 800
Kinder türkischer Mütter geboren, 18 500 mit syrischer Mutter. Und in
11 800 Fällen hatte die Mutter eines Neugeborenen einen polnischen
Pass.

Doch auch bei Müttern mit deutschem Pass gab es einen Geburtenanstieg
um drei Prozent. Diese Entwicklung führt das Statistische Bundesamt
vor allem darauf zurück, dass Frauen im Alter zwischen 30 und 37
Jahren häufiger Kinder bekommen. Sie hatten im jüngeren Alter
deutlich weniger Kinder zur Welt gebracht als Frauen vorangegangener
Jahrgänge.

Diese Frauen realisierten «derzeit unter günstigen
familienpolitischen und wirtschaftlichen Bedingungen ihre
Kinderwünsche mit höherer Intensität», sagte eine Sprecherin des
Statistischen Bundesamtes. Zudem gebe es derzeit mehr Frauen in
dieser Altersgruppe, die nun nach Jahren der Ausbildung und des
Berufslebens in ihren Dreißigern potenziell die Entscheidung für ein
Kind treffen.

Nach einer ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten Eurostat-Statistik
waren Frauen in Deutschland 2016 bei der Geburt ihres ersten Kindes
durchschnittlich 29,4 Jahre alt. In Italien waren erstgebärende
Frauen mit durchschnittlich 31 Jahren die ältesten, in Bulgarien mit
26 Jahren am jüngsten.

Während im EU-Durchschnitt der Anteil der Frauen, die im
Teenageralter das erste Kind bekamen, bei 5 Prozent lag, waren in
Rumänien 14,2 Prozent aller Erstgebärenden jünger als 20 Jahre. In
Bulgarien betrug der Anteil dieser besonders jungen Mütter 13,6
Prozent, in Ungarn 10,8 Prozent. 

Auffällig waren laut Statistischem Bundesamt die Unterschiede der
Geburtenzahlen zwischen Ost und West: In den westdeutschen
Flächenländern und in den Stadtstaaten stieg die Zahl der Geburten
durchschnittlich um 8 Prozent, während sie in den ostdeutschen
Flächenländern mit 4 Prozent Zuwachs schwächer ausfiel. Im
bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen lag die Zahl der
Geburten mit mehr als 173 000 Babys besonders hoch, im kleinen
Saarland hingegen waren es nur 8200 Neugeborene.