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Gedenken an die verstorbenen Almleute

Schönau am Königssee – Für alle verstorbenen Almbauern, Sennerinnen und Senner zelebrierte Pater Kajetan Filipowicz am Samstag eine Almmesse auf der Büchsenalm. Es war die letzte Almmesse in diesem Sommer. Das Almkreuz oberhalb des Simmernkasers war wunderschön mit Latschen und Fuiklsternen in den Farben rot, blau, weiß geschmückt, davor ein Altar.

Pater Kajetan zelebrierte die Almmesse vor dem Almkreuz auf der Büchsenalm. Fotos: Anzeiger/B. Stanggassinger

Pater Kajetan war überwältigt, dass so viele Gläubige gekommen sind, regnete es doch heftig in den Morgenstunden. Auch mehrere Sänger und Musikanten waren zur feierlichen Umrahmung der Almmesse erschienen: die Grünstoaner Klarinettenmusi und der Kiadreiber Dreigesang, begleitet von der Zitherspielerin Tamara Kaltenbacher. Die Lesung trug Stephan Kraus vor und die Fürbitten betete Anna Brandner. Nach dem Gottesdienst versammelte man sich gemütlich auf den beiden Almhütten vom Grafenlehen und vom Simmernlehen. Es gab eine Brotzeit und es wurde musiziert und gesungen.

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Der Schmuck für den Almabtrieb ist auch schon fertig. Kommenden Samstag, 28. September, wird zum Grafenlehen und zum Simmernlehen abgetrieben. Im Grafenkaser sind alle Glocken auf Hochglanz poliert und zusammen mit den Fuikln und den Latschenboschen im Vorraum der Hütte aufgestellt. Alle haben zusammengeholfen, um den wunderschönen Berchtesgadener Almschmuck anzufertigen, berichtete stolz der Bauer Georg Lenz. Er erwähnte hauptsächlich seinen Bruder Sebastian, der mit seiner Frau Christine die Hauptarbeit geleistet hatte.

Auch beim Simmern ist der Schmuck fertig für den Almabtrieb. Auf die Frage des »Anzeiger«-Fotografen Bernhard Stanggassinger, ob er den Schmuck sehen dürfe, führte ihn der Senn Josef Walch in den Keller der Almhütte. »Das Zeug muss frisch bleiben«, so der Simmern Sepp.

Vor dem Oiringerkaser waren auf einer Holzstange in Reih und Glied die Bauchkränze aufgehängt. Franz Stangassinger ist diesen Sommer Senn beim Oiringer gewesen, oben auf der Gotzenalm und unten auf der Büchsenalm. »Morgen fahren wir heim«, berichtete der Franz. Voller Stolz zeigt er vor der Hütte seine handwerkliche Meisterleistung – die Fuikln. »In Gott's Nam, dass ma guat hoam kemman.« Bernhard Stanggassinger