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»Gefahr, dass eine Wassersäule aus dem Boden herausschießt« – Marodes Kanalnetz in Traunstein

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Marodes Kanalnetz in Traunstein – "Gefahr, dass Wassersäule aus dem Boden schießt"
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Die Stadt hat die Kanalisation in mehrere Gebiete eingeteilt. Mit Reparaturen und Renovierungen beginnt sie in den Bereichen 2 und 3: im Zentrum von Traunstein beziehungsweise am nördlichen Rand. (Repro: Stadt Traunstein)

Traunstein – Die Stadt plant, die Abwasserbeseitigung zu sanieren. In einem ersten Schritt beabsichtigt sie, das Kanalnetz im Zentrum und im Norden auf Vordermann zu bringen. Den Vorentwurf für die Sanierungen in den sogenannten Teilgebieten 2 und 3 hat Thomas Grahl vom Büro ing-Ingenieure in Traunreut ausgearbeitet und nun im Planungsausschuss des Stadtrats vorgestellt. Das Gremium hat der Planung zugestimmt.


Die Kanalisation ist in die Jahre gekommen. Und sie muss auf Vordermann gebracht werden. Im Leitungssystem sind Schäden aufgetreten. Da und dort sind zum Beispiel Wurzeln in die Abwasserbeseitigung hineingewachsen. Einzelne Rohre haben sich ein Stück weit verschoben, die Übergänge sind nicht mehr dicht.

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Ein Austausch von Rohren ist nicht vorgesehen. Vielmehr plant die Stadt Reparaturen und Renovierungen. Grahl sagte, dass die Arbeiten über die einzelnen Schächte in den Straßen laufen werden.

Die Stadt hat ihre Abwasserbeseitigung in sechs Bereiche gegliedert. In den Teilen 1 bis 5 sind nun in den nächsten Jahren einzelne Maßnahmen geplant. Außen vor bleibt der sechste Teilbereich Kammer und Rettenbach. Die dortige Kanalisation hat die Stadt erst in den 90er Jahren gebaut.

In einem ersten Schritt nimmt die Stadt die Teilbereiche 2 und 3 ins Visier. Für die Sanierungen allein in diesen beiden Bereichen muss die Stadt, so die Schätzung, voraussichtlich 850.000 Euro bezahlen.

Die Investitionen in den einzelnen Straßen werden nicht auf die Anlieger umgelegt. Die Ausgaben werden vielmehr in die nächste Neukalkulation der Abwassergebühren miteinfließen – was unterm Strich bedeutet, dass nicht einzelne Bürger für bestimmte Maßnahmen vor ihrer Haustür zur Kasse gebeten werden, sondern dass letztlich alle die Kosten für sämtliche Maßnahmen tragen.

Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) sagte, dass die Stadt nicht umhinkomme, immer wieder zu investieren, um die Abwasserbeseitigung aufrecht erhalten zu können. Karl Schulz (CSU) machte darauf aufmerksam, dass vor allem auch im Teilbereich 1 – in der unteren Stadt – Handlungsbedarf gegeben sei. So habe man schon vor Jahren festgestellt, dass die dortigen Kanäle in ihrer Dimensionierung zu klein seien. Die Gefahr drohe, dass eine Wassersäule aus dem Boden herausschießt. Grahl sagte, dass Handlungsbedarf in diesem Bereich bestehe. Solange die Planungen der Stadt für den Karl-Theodor-Platz laufen, sei dieser Teil der Abwasserbeseitigung aber zurückgestellt. Die wasserrechtliche Erlaubnis verliere erst Ende 2021 ihre Gültigkeit.