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Geglückte Revanche

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Korbinian Hillebrand besiegte Mahsun Ersayin. (Fotos: Waßmuth)
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Sebastian Hillebrand legt den Grundstein zum Gesamtsieg gegen Tobias Einsiedler

Damit haben die Traunsteiner Ringer wohl nicht gerechnet: Am Samstagabend waren sie praktisch chancenlos im Kampf gegen die Berchtesgadener Schwerathleten und wurden von deren Können regelrecht überrascht. So hatten Sebastian Hillebrand und Lukas Laue vier bis fünf Kilogramm abtrainiert und gewannen ihre Kämpfe beeindruckend. In den Klassen, in denen die Berchtesgadener gegen die Traunsteiner Ausländer ohnehin keine Chance gehabt hätten, nahm man die Punktverluste gelassen hin.


Erstmals in dieser Saison kamen weit mehr als 1 000 Zuschauer zum Ringen und verwandelten den Saal im Kongresshaus in einen wahren Hexenkessel. Die gigantische Stimmung spornte die Heimischen an, während sie für den Gast wohl angsteinflößend war.

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Der Gast hatte schon einmal nicht damit gerechnet, dass Bantamgewichtler Sebastian Hillebrand (G 57) ins Fliegengewicht abkochen würde. So ließ Hillebrand seinem chancenlosen Gegenüber Tobias Einsiedler von Beginn an keine Chance und der entfesselt kämpfende Berchtesgadener sorgte schon in der ersten Runde mit technischer Überlegenheit für klare Verhältnisse.

Eine klare Sache war auch der Schwergewichtskampf zwischen Peter Fodor (F 130) und Andreas Boschko. Nach 50 Sekunden und einem haushohen Punktevorsprung legte der Ungar im TSV-Dress seinen Gegner auf die Schultern.

Nach einem Auftakt nach Maß stach auch der dritte Berchtesgadener Trumpf. Traunstein hatte sich mit Quistani Fawad wohl mehr ausgerechnet. Doch Lukas Laue (F 61) marschierte mit seiner Topkondition im Vorwärtsgang und ließ dem Ringer vom TV Traunstein keine Chance. Nach 2:55 Minuten gab Fawad verletzt, aber auch entnervt auf.

Hans Preinfalk liefert taktische Meisterleistung

Beide Staffeln wussten natürlich um ihre Kämpfer, die wahrscheinlich für klare Siege sorgen würden. Daher waren alle anderen Kämpfe so wichtig und durften für beide Staffeln nicht hoch ausgehen. So lieferte Hans Preinfalk (G 98) gegen Tetik Gökan im Halbschwergewicht eine taktische Meisterleistung. Beide etwa gleich starken Kämpfer versuchten, keine Wertung zuzulassen. Nachdem Tetik die erste Verwarnung kassiert hatte und Preinfalk die zweite, stand es nach sechs Minuten 1:1. Weil Preinfalk die letzte Wertung geschrieben hatte, ging der wichtige Mannschaftspunkt an den TSV Berchtesgaden, der damit nach vier Kämpfen mit 13:0 führte.

Die Niederlage von Andreas Wendl (G 66 A) gegen den übermächtigen Russen Artur Tatarinov war schon vor dem Kampf eingerechnet und so ging es mit einer komfortablen 13:4-Führung für den TSV Berchtesgaden in die 20-minütige Ringpause.

Damen-Tanzgruppe sorgt für gute Unterhaltung

Vor der Fortsetzung des Ringsportabends bot eine Damen-Tanzgruppe den Zuschauern eine begeisternde Vorführung.

Ein Kompliment machte Ringerabteilungsleiter Labacher dem Gegner dafür, dass man mit einem dritten Ausländer antrat, was dem Gastgeber jedoch von vornherein vier Punkte einbrachte. Der Kampf von Andreas Andris Rühle gegen den Afghanen Qaderi Ahmad war somit nur ein Schaukampf, der jedoch die Zuschauer begeisterte. Rühle gewann mit 8:0-Punkten und zeigte nach seinem klaren Sieg wieder den berühmten Salto. Labacher lobte die Fairness der Traunsteiner Staffel, dass sie nicht unbesetzt die Punkte abgegeben hat, sondern den Zuschauern einen Schmankerlkampf bot.

Korbinian Hillebrand (F 66 B) hatte gegen Mahsun Ersayin keine leichte Aufgabe, löste sie aber mit einem sicheren 4:0-Punktsieg, was zu diesem Zeitpunkt einen 17:4-Vorsprung bedeutete, den der Gast auch mit drei Schultersiegen nicht mehr hätte aufholen können. So waren die folgenden drei Kämpfe nurmehr Makulatur.

Andreas Pfnür (G 86 A) hielt sich gegen Alex Patalaschko gut, konnte aber dem 8:0-Punktsieg seines Gegners nichts entgegensetzen. Einige Durchdreher brachten dem Traunsteiner den Sieg.

Florian Rehlegger (G 75 A) sprang für den verletzten Alexander Petersen ein und war natürlich gegen Planen Petrov chancenlos. Nach 2:17 Minuten war der ungleiche Kampf beendet. »Hut ab vor Florian, dass er sich dem starken Gegner gestellt hat«, erklärte Ringerchef Hans Labacher dazu.

Der letzte Kampf zwischen Andreas Hillebrand (F 75 B) gegen Eduard Tatarinov ging noch einmal an die Gäste. Der Russe wirkte etwas spritziger und verbuchte einen 4:2-Punktsieg, der das Endergebnis für den Gast etwas freundlicher gestaltete. Weil jedoch Berchtesgaden nach der 12:16-Niederlage von Traunstein den Spieß klar umgedreht und mit sieben Punkten Vorsprung gewonnen hat, wird Berchtesgaden eingedenk der zwei zu erwartenden Siege in den letzten Kämpfen am Ende Tabellendritter sein.

Der TSV Berchtesgaden weist darauf hin, dass beim letzten Heimkampf am kommenden Samstag gegen den TV Penzberg eine Liste für die Platzreservierung in der nächsten Saison aufliegt.

Mehr Bilder vom Ringsportabend gibt es online unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. Christian Wechslinger