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Geisterscheinungen verändern Geizhals

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Eindrucksvoll stellte Christopher Luber die Person des Ebenezer Scrooge dar: griesgrämig, geizig, selbstgerecht. (Foto: Hans Eder)

Auch wenn alle Besucher die Geschichte gewiss längst kannten – es war doch eine eindrucksvolle Stunde, die der Schauspieler Christopher Luber mit seiner Lesung dem Publikum in der Waginger Tourist-Info bescherte.


Er ließ den alten, grantigen Geizhals Ebenezer Scrooge aus der bekannten Erzählung von Charles Dickens mit Zylinder, Spazierstock, griesgrämigem Gesicht und krächzender Stimme lebendig werden und verlieh somit der 150 Jahre alten Parabel aus dem alten London eine anrührende Aussage – zumal das soziale Thema, das Dickens damals durchaus bewegt hat, heute wieder recht aktuell ist. Enthält es doch stark sozialkritische Töne, mit denen Dickens die Missstände im England des 19. Jahrhunderts anprangern wollte.

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Der Tittmoninger Christopher Luber, der als Schauspieler unter anderem am Theater an der Rott und beim Theaterhof Priessenthal gespielt hat, zog die Zuhörer trotz seiner strapazierten Stimme in seinen Bann. Gerade bei den tiefen Stimmen, die er den drei Geistern verlieh, die den alten Scrooge nacheinander heimsuchten, war er ordentlich gefordert und musste mitunter mit Lutschbonbons helfend eingreifen.

Die Geschichte kennt man ja: Ebenezer Scrooge ist ein Geizkragen, der seinesgleichen sucht. Er presst seinen Angestellten aus, gönnt ihm kaum einen freien Tag, lässt sich auch von seinem Neffen nicht zum Weihnachtsmahl einladen und weist alle guten Weihnachtswünsche zurück – hält er doch Weihnachten schlicht für ausgemachten »Humbug«. Als er nach seinem einsamen Mahl – da er von der Gesellschaft anderer Menschen nichts hält – von einer Gaststätte nach Hause kommt, erhält er zunächst Besuch vom Geist seines verstorbenen Teilhabers Jacob Marley und dann von drei weiteren Geistern, die ihm schließlich dazu verhelfen, sein Leben zu ändern.

Dies alles trug Luber mit Nachdruck und sehr intensiv vor und nahm auf diese Weise seine Zuhörer mit in diese alte Geschichte. Und am Ende, nachdem Luber seinen verdienten Applaus entgegengenommen hatte, wurde noch in gemütlicher Runde Punsch getrunken und geratscht. Für den Heimat- und Kulturverein hat Kulturreferentin Hedwig Witzleben diese Lesung initiiert. Wer zusammen mit Christopher Luber diese ruhige und doch eindringliche weihnachtliche Stunde ebenfalls erleben möchte, hat in der Region noch zwei Mal die Gelegenheit dazu: am Samstag um 16 Uhr im Bäckerhaus in Tittmoning und am Sonntag um 16 Uhr im Stadtkino in Trostberg. Hans Eder