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Gelungene Premiere

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Ralf Möller (Gitarre), Martin Stöger (Akkordeon) und Sabine Kanta haben als »DeKantA« im NUTS die Zuhörer begeistert. (Foto: Ortner)

Seit über 25 Jahren ist das musikalische Männerquintett DeKantA aus Engelsberg bereits zusammen unterwegs: Nun haben Hans Hofer (Tasten, Gesang) Ralf Möller (E-Gitarre, Akustikgitarre, Backroundgesang), Martin Stöger (Percussion, Akkordeon, Backroundgesang), Peter Föttinger (Schlagzeug) und Sigi Esterl (Bass) im Traunsteiner NUTS eine gelungene Premiere abgeliefert.


Zu Zeiten der legendären Höllthal-Open-Airs firmierten sie unter den Namen »Dyra Verce« und »d.verse«. In den Anfangszweitausendern kramten sie die originelle Bezeichnung »Nolyn« aus ihrem Nähkästchen, samt blond gelocktem Sänger und englischsprachigen Texten. Dann zeichnete sich ein erneuter Wendepunkt ab. Diesmal etwas drastischer mit der textlichen Hinwendung zur bayerischen Muttersprache und einer deutlich jüngeren Frontlady.

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Der weibliche Gegenpart tut der Truppe sichtlich gut, nicht nur optisch, auch stimmlich ist Sabine Kanta ein Riesengewinn. Denn die sympathische blonde Sängerin lacht ebenfalls gerne, hat immer einen freundlichen und gut gelaunten Spruch auf Lager und überzeugt zudem noch mit einer hervorragenden Stimme, die die Zuhörer ebenso wunderbar filigran in eine Traumwelt mitnimmt wie sie sie auch fordernd rockig aus der bequemen Stuhllehne reißt.

Stilistisch sind sich die Herren mit ihrem Heavy Pop im Großen und Ganzen treu geblieben und präsentieren nach wie vor eine Mischung aus weichen Tönen und harten Riffs, einprägsamen Rhythmen und kantigen Breaks. In ihrem Repertoire finden sich aber auch großartige Balladen wie »I denk an di«, die sogar im Bayerischen Rundfunk gespielt werden.

Ihre Texte sind mitten aus dem Leben gegriffen, das ohnehin stets die besten Vorlagen bietet – im positiven wie auch im negativen Sinne: Die Schönheit des Lebens und der Natur an sich, Zeit zum Baden am See, Humoristisches übers Kartenspielen, aber auch die Aufarbeitung von Trennungen oder der Verlust von Menschen, die einen über weite Lebensstrecken begleitet haben.

»Koa Zeit« für Trauer, weil das Alltagsgeschäft und die Gewinnmaximierung Vorrang hat vor persönlichen Gefühlen, und »man funktionieren« muss, findet sich genauso wieder, wie kritische Texte über das »Sei und net sei«, in dem es um die Frage der Existenz des Teufels geht. Sehr nachdenklich und kritisch versteht sich »Die Katz« als kleine Mahnung, nicht selbst zu einem Wesen zu mutieren, dem außer dem eigenen Fell alles egal ist, das zwar wahrnimmt, aber bewusst wegschaut,.

Dass sich »DeKantA« bestens verstehen und sie auch reichlich Spielfreude und Humor auszeichnen, zeigen nicht nur ihre Texte und ihr gemeinsames Agieren auf der Bühne, sondern auch eine ganz spezielle Einleitung der ausgiebigen Zugabenrunde: Ein sechsstimmiger A-Capella-Hochgesang auf das bayerische Bier inklusive Bierflaschen-Pfeifen-Blasen. Maria Ortner