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Gelungener Abschluss

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Beim Abschlusskonzert des Chiemgauer Musikfrühlings eroberten sich die Musiker die Aula des Anette-Kolb-Gymnasiums und boten ein leichtes und unbeschwertes Ende des Festivals. (Foto: Heigl)

Razvan Popovici, Intendant des Chiemgauer Musikfrühlings, zeigte sich in seiner Abschlussrede zufrieden mit der 14. Auflage des Festivals und berichtete dem Publikum sichtlich entspannt und gut gelaunt, dass es dass lustigste Festival des Chiemgauer Musikfrühlings bis jetzt gewesen sei. Besonders hätten ihm die drei Jamsessions in verschiedenen Gastrobetrieben gefallen, durch die der Musikfrühling noch mehr Zugang zur Bevölkerung bekommen habe. Denn, so der Musiker und Musikalische Leiter: »Wichtig ist der menschliche Aspekt, der des Enthusiasmus und Altruismus bedarf, solch ein Festival zu stemmen.«


Dass die Traunsteiner Klosterkirche wegen des Umbaus zurzeit nicht nutzbar ist, haben die Musiker als Chance begriffen, und das Beste für sich und das Publikum daraus gemacht. Raus mit dieser wunderbaren Musik aus der Nische der Hochkulturtempel und rein ins Leben, auch wenn die Kaffeemaschine manchmal dazu brummt. Solche Dinge kann man in der Zukunft ja vielleicht abstellen. Das waren sehr gesellige, lebendige Momente. Ein wundervoller Konzertraum war auch die Aula des Traunsteiner Anette-Kolb-Gymnasiums. Der moderne luftige Bau überzeugte zudem mit einer wunderbaren Akustik, die sich die Musiker überzeugend eroberten.

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Eröffnet wurde das Abschlusskonzert mit der »Ouvertüre über hebräische Themen c-Moll op. 34« von Sergei Prokofjew (1891 bis 1953). Das Programm bis zur Pause war den volkstümlich angehauchten, hebräisch klingenden Weisen von Erwin Schulhoff (1894 bis 1842), »Concertino für Flöte, Viola und Kontrabass« und dem »Lulaby und Doina« von Osvaldo Golifov gewidmet. Mit großer Strahlkraft und gleichzeitig warmem, vollem Klang begeisterten hier vor allem Janne Thomsen (Querflöte) und Thorsten Johanns (Klarinette).

Mit der sonnig-verspielten und kraftvoll-naturspiegelnden Komposition »Forellenquintett« von Franz Schubert (1797 bis 1828) beschloss das Ensemble den bunten musikalischen Reigen des spannenden Festivals. Die Forelle war äußerst »schmackhaft« zubereitet, zauberhaft gewürzt und genau auf den Punkt »gebraten«, sodass sie den richtigen Biss hatte. Das war kein kleines Fischlein, das hier an Land gezogen wurde, sondern ein elegantes, majestätisches Prachtexemplar. Aber auch die räuberischen, instinkthaften Aspekte des Raubfisches kamen in der musikalischen Umsetzung keineswegs zu kurz. Mit Neugier und Fantasie spürten die Musiker dem »Fischlein« nach, das trotz seines Freiheitsdrangs im vierten Satz der Komposition schließlich doch zur Beute des Jägers wird, und – wie Razvan Popovici sagte – für ein sättigendes Mahl eines imaginären Grillfestes gut zubereitet war.

Leicht und unbeschwert war die Atmosphäre. Das entspannte Publikum genoss die gut verdauliche Darbietung und verzichtete klug auf weitere Kalorien in Form einer Zugabe. Barbara Heigl

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