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»Concerto München a Quattro« spielt jugendlich frisches Konzert in Schleching

Gelungener Abschluss im Streichen-Kircherl

Einen brillanteren Abschluss der Konzerte im Schlechinger Streichen-Kircherl St. Servatius hätte sich der Schlechinger Kultur-Förderverein – der nach rund 20 Jahren zum letzten Mal Regie führte – nicht wünschen können. Die vier jungen Musiker des »Concerto München a Quattro«, der kleinsten Formation des gleichnamigen Ensembles, zogen besonders viele Gäste zum Kircherl.

Das Ensemble »Concerto München a Quattro« mit (von links) Dmitry Lepekhov (Barockvioline), Ava de Araujo Madureira (Barockvioline), Johannes Berger (Cembalo) und Anderson Fiorelli (Barockcello) spielte ein geniales Konzert. (Foto: Reichenbach)

Dmitry Lepekhov (Barockvioline), im Ensemble Konzertmeister für die erste Violine, Ava de Araujo Madureira (Barockvioline), Erste der zweiten Violine im Ensemble, Anderson Fiorelli (Barockcello) und Johannes Berger (Cembalo) waren gerade erst von einer Konzertreise aus Südtirol zurückgekehrt. Sie mussten noch das untergestellte Cembalo in Reisach (Oberaudorf) holen, wo sie am Abend im Kloster noch zu einem zweiten Konzert mit dem achtköpfigen Ensemble erwartet wurden. Mit bewundernswerter Gelassenheit schafften sie einschließlich des schwierigen Stimmens der Instrumente im feucht-kalten Kircherl den Übergang zu erwartungsvoller Stimmung auf das Konzert.

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Mit den vier Sätzen – Adagio, Alla Breve, Largo und Presto – der C-Dur-Sonate von Johann Gottlieb Goldberg kehrte knisternde Aufmerksamkeit ein. Die spritzige Genialität des Zusammenspiels, beim Presto besonders das Wechselspiel der Violinen, überraschte. Goldberg war deutscher Cembalist des Barocks und Schüler von Johann Sebastian Bach. Nach ihm wurden die Goldberg-Variationen von Bach benannt. Johannes Berger gab jeweils knappe Einführungen, die Zeit war ja kostbar.

Zwischen den Stücken war jeweils ein Nachstimmen insbesondere der Barockinstrumente mit Naturdarmsaiten nötig, was sogar die Aufmerksamkeit für das folgende Stück steigerte. Bei der Triosonate in g-Moll in vier Sätzen habe Georg Friedrich Händel für das Basso continuo eine sehr virtuose Kompositionsart gewählt, ergänzte Berger. Das Allegro war ein Feuerwerk der Instrumente, das Adagio zum Dahinschmelzen. Mit dem »Concerto da Camera« in d-Moll von Antonio Caldara, einem Komponisten des venezianischen Spätbarocks, bei dem das Violoncello im Mittelpunkt stand, verzauberten die Musiker erneut.

Das virtuose Spiel von Anderson Fiorelli am Barockcello war einer der Höhepunkte des Abends, bei dem sich der Applaus noch einmal steigerte. Die fantastischen Variationen über »La Folia« in d-Moll von Antonio Vivaldi waren dann schon der Abschluss des Konzerts. Es seien wohl die schönsten Variationen über »La Folia« meinte Berger dazu.

Frenetischer Beifall belohnte das Quartett. Es gab dann doch eine Zugabe, noch einmal das Presto aus der Goldberg-Sonate. Ein wenig mussten die Gäste im Kloster Reisach wohl auf das komplette Ensemble warten. Barbara Reichenbach