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Gemeinde Bergen will ihr Ökokonto aufbessern

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Eine Fläche, die sich eignet, ökologisch aufgewertet zu werden, liegt oberhalb des Museums Maxhütte. (Foto: Pültz)

Bergen – Die Gemeinde setzt sich zum Ziel, ihr Ökokonto aufzubessern: Sie zieht in Erwägung, Flächen vorsorglich ökologisch aufzuwerten, die sie dann später im Bedarfsfall zum Ausgleich für Baumaßnahmen hernehmen kann.


Denn der Gesetzgeber fordert, dass jeder, der an einer Stelle Natur verbraucht, an einer anderen für Ersatz sorgen muss. Wie Daniel Baier vom Planungsbüro Hohmann Steinert in Übersee jetzt im Gemeinderat in Bergen erläuterte, eignen sich sechs Flächen für die Bevorratung. Die Gemeinde will jetzt – wie das Gremium in seiner jüngsten Sitzung auf Vorschlag von Bürgermeister Stefan Schneider (Grüne Liste Bergen) beschloss – Angebote einholen, welche Maßnahmen in den einzelnen Fällen vonnöten sind und was die Aufwertung letztlich dann kostet. Wenn die Zahlen vorliegen, legt sie das weitere Vorgehen fest.

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Schon seit geraumer Zeit verfolgt die Gemeinde das Ziel, das Ökokonto zu verbessern. In ihrem Auftrag hat das Planungsbüro Hohmann Steinert jetzt eine Reihe gemeindlicher Flächen untersucht, die sich im Dienste der Ökologie aufbessern lassen. Die Ergebnisse hat Daniel Baier in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt.

Baier unterstrich, dass das Ökokonto ein »Vorsorgeinstrument« sei, um Eingriffe in die Natur frühzeitig und zeitlich entkoppelt von ihnen ausgleichen zu können. Wer ein Ökokonto führt, erhält laut Baier unter anderem den Vorteil, dass sich für Bauvorhaben keine zeitlichen Verzögerungen ergeben.

»Wir haben uns großflächig auf die Suche gemacht«, beschrieb Baier das Vorgehen. Der Fokus sei auf den Wäldern gelegen. An jeder Stelle habe man die Frage erörtert, ob man die Fläche aufwerten kann. Die Möglichkeiten seien mit den Behörden besprochen worden. Insgesamt habe man 16 Flurstücke geprüft. Das Ergebnis: Sechs eignen sich laut Baier für eine ökologische Aufwertung.

Allein zehn Flächen im Bereich der Maxhütte haben die Fachleute begutachtet. In der Zielsetzung, das Ökokonto aufzubessern, sind dann sieben von ihnen herausgefallen. Der Grund: Sie sind schon in einem ökologisch hochwertigen Zustand und können nicht mehr weiter aufgewertet werden.

Als eine Fläche, die für eine Aufnahme in das Ökokonto in Frage kommt, nannte Baier unter anderem 970 Quadratmeter, die oberhalb des Museums Maxhütte liegen. Dieses Grundstück bestehe aus Wald und Grünland. Als Zielsetzung gab Baier aus, das Grünland durch extensive Beweidung beziehungsweise durch ein- bis zweimalige Mahd im Jahr zu verbessern.

2000 Quadratmeter aufwertbare Flächen

Zu prüfen sei in diesem Zusammenhang, ob man nicht auch noch die angrenzende Flurnummer mitaufnehmen kann. Denn aufwertbare Flächen sollten normalerweise 2000 Quadratmeter umfassen, doch auch Ausnahmen seien möglich.

Ebenfalls im Bereich der Maxhütte liegen insgesamt 6500 Quadratmeter, die sich laut dem Planungsbüro ebenso für eine ökologische Aufwertung eignen. Auf den beiden nebeneinander liegenden Grundstücken steht nach Angaben von Baier Wald, der zum Teil einen hohen Fichtenanteil aufweist. Baier brach eine Lanze für eine Umgestaltung in einen Laubmischwald.

Auch 10 000 Quadratmeter in den Achenstauden stehen jetzt im Brennpunkt. In diesem Wald an der Weißen Ache auf Höhe des Wertstoffhofs wachsen ebenso viele Fichten. Auch in diesem Fall kann man eingreifen und auch anderen Baumarten Raum zur Entfaltung geben.

Für die Aufnahme ins Ökokonto kommen außerdem 12 800 Quadratmeter auf der Luftwiese an der Straße von Bergen nach Alzing in Betracht. Baier sagte, dass diese beiden Grundstücke der Gemeinde eine Feuchtwiese bilden. Sein Vorschlag lautete, das Grünland extensiv zu nutzen – zum Beispiel nicht mehr zu düngen und nur noch einmal im Jahr zu mähen – und eventuell den Grundwasserstand zu verändern.

Neben diesen insgesamt sechs Grundstücken kann sich das Planungsbüro weiter vorstellen, dass auch 500 Quadratmeter am Bergener Bach umgestaltet werden. Diese stark veränderten Fließgewässer könne man, so Baier, renaturieren – und zwar mit einer Aufwertung des Gewässers und der Böschungsbereiche.

Bürgermeister Schneider erläuterte auf Nachfrage aus dem Gremium, dass man die Flächen 25 Jahre pflegen müsse – ob die Gemeinde diese Aufgabe übernimmt oder ein anderer in ihrem Auftrag, sei zu entscheiden. Die Kontrolle übernehme die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt. pü