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Leer waren die Ränge beim Biathlon-Weltcup im Januar in Ruhpolding – sieht man einmal von den wenigen Helfern ab, die die Sportler anfeuerten. (Foto: Brenninger)

Gemeinde bleibt nicht auf Biathlon-Defizit sitzen: Ruhpolding erhält Corona-Überbrückungshilfe

Ruhpolding – Jetzt ist es amtlich: Auf dem Fehlbetrag in Höhe von 1,3 Millionen Euro, den die Gemeinde Ruhpolding beim Biathlon-Weltcup im Januar geschrieben hat, bleibt sie definitiv nicht sitzen. Nach Angaben von Bürgermeister Justus Pfeifer erhält die Gemeinde die Corona-Überbrückungshilfe des Bundes, um das gesamte Defizit aus dem Weltcup ausgleichen zu können. Der Weltcup hatte, bedingt durch die Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, ohne Zuschauer stattfinden müssen – was ein tiefes Loch in die Kasse der Gemeinde riss. 


Schon während der Veranstaltung vor leeren Rängen hatte sich die Gemeinde Hoffnungen machen dürfen, dass sie möglicherweise um einen finanziellen Aderlass herumkommen wird. Kerstin Schreyer, die Bayerische Ministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, kam nach Ruhpolding und verfolgte die Staffel der Männer in der Chiemgau-Arena. In der anschließenden Pressekonferenz sagte die Schirmherrin dann, dass die Gemeinde wohl auf eine finanzielle Unterstützung seitens der Bundesregierung hoffen dürfe. »Der Bundestag hat sich jetzt mit dieser Frage befasst und die Corona-Hilfen für den Profisport werden verlängert«, betonte die CSU-Politikerin damals.

Hatte sich Anfang des Jahres schon angedeutet, dass der Bund der Gemeinde unter die Arme greift, so herrscht jetzt, ein halbes Jahr später, Gewissheit, dass er die Kommune nicht im Regen stehen und auf ihren Schulden sitzen lässt. So hat Bürgermeister Pfeifer nun bekannt gegeben, dass die Gemeinde die Corona-Überbrückungshilfe des Bundes bekomme, um das gesamte Defizit aus dem Weltcup ausgleichen zu können. Allerdings: Geld sei noch nicht geflossen, ein Zeitpunkt, wann der Bund die Finanzspritze setzt, sei nicht bekannt.

»Für mich als Bürgermeister und für uns als Gemeinderat war es immer wichtig, dass die Chiemgau Arena selbst lebensfähig ist und nicht durch Steuergelder der Gemeinde unterstützt wird«, betonte Pfeifer. »Es ist für niemanden nachvollziehbar, wenn einerseits Gelder für kommunale Aufgaben fehlen und andererseits eine Sportanlage, welche von Bundesathleten genutzt wird, durch eine 7000-Einwohner-Gemeinde finanziell getragen werden muss.«

Aus diesem Grund haben die Verwaltung, die Mitarbeiter der Chiemgau-Arena und der Bürgermeister in den vergangenen Monaten laut Pfeifer intensiv gearbeitet, um das Defizit durch den Bund ausgleichen zu lassen. Mit Hilfe verschiedener Landes- und Bundespolitiker aller Parteien und mit Hilfe des Deutschen Skiverbands (DSV) habe viel in Bewegung gesetzt werden können – bis die Gemeinde nun die Zusage für die Corona-Überbrückungshilfe bekam.

Pfeifer freute sich jetzt, dass er sein ursprüngliches Ziel nun tatsächlich habe erreichen können: Kein einziger Cent gemeindlicher Steuergelder müsse in den Defizitausgleich der Chiemgau-Arena fließen. Der Bürgermeister setzte sich ein ehrgeiziges Ziel: »Wir möchten durch die Neukonstellation der Chiemgau-Arena GmbH und der engen Abstimmung mit dem Skiclub die Arena auch abseits jeglicher Corona-Krisen auf betriebswirtschaftlich gesunde Beine stellen.« Die Grundlagen hierfür seien geschaffen. »Wir sind auf einem guten Weg, eine Arena auf die Beine zu stellen, die bei jedem Weltcup wirtschaftlich, nachhaltig und unabhängig des gemeindlichen Finanzhaushalts arbeitet«, so Pfeifer.