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Das verkündete Bürgermeister Stefan Schneider bei der Bürgerversammlung in Bergen – Bürger forderten Tempo 30

Gemeinde kauft katholischen Kindergarten St. Josef

Bergen – Eine Überraschung präsentierte in der Bürgerversammlung Rathauschef Stefan Schneider mit der Mitteilung, dass die Gemeinde den katholischen Kindergarten St. Josef einschließlich Grundstück für 1,15 Millionen Euro gekauft hat.

Das Gebäude, in dem der Kindergarten St. Josef untergebracht ist, gehört jetzt der Gemeinde Bergen. Träger der Einrichtung wird aber auch künftig die örtliche Kirchenstiftung bleiben. (Foto: Humm)

Bisheriger Besitzer war der Orden der Niederbronner Schwestern. Träger bleibt laut Schneider weiterhin die örtliche Kirchenstiftung.

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Im Erdgeschoß sind aktuell zwei Kindergruppen untergebracht. Im östlichen Flügel des Gebäudes soll im Erdgeschoß so bald wie möglich noch eine Kinderkrippe unterkommen. Im ersten Stock plant die Gemeinde vier Sozialwohnungen. Schneider kündigte dazu noch die Sanierung der Außenanlagen wie auch die Ausweisung von Stellplätzen an. Für die Baumaßnahmen erwartet er eine staatliche Förderung von 30 Prozent.

Der Bürgermeister betonte die Notwendigkeit einer weiteren Kinderkrippe. Die Kinderkrippe im gemeindlichen Kindergarten sei bereits voll ausgelastet. Ein Drittel der Krippenkinder aus Bergen sei in auswärtigen Kindergärten untergebracht. »Die Schaffung von Wohnraum und soziale Maßnahmen zur Unterbringung von Kindern sind uns sehr wichtig und haben höchste Priorität«, stellte Schneider fest.

Der Bürgermeister ging auch auf die anstehende Sanierung der Wohngebäude im Ensemble Maxhütte ein. Betroffen sind das ehemalige Kassierhaus, das Schlackenhaus und das Gelbhaus, die alle vor etwa 200 Jahren entstanden sind und insgesamt 34 Wohnungen beinhalten. Schneider sagte, die Gemeinde habe bereits die Genehmigung erhalten, um mit den Planungen zu beginnen. Für die Maßnahme gebe es Zuschüsse aus dem kommunalen Wohnraumförderprogramm. »Wir werden rechtzeitig eine eigene Versammlung mit den Betroffenen abhalten«, kündigte der Rathauschef an.

Ein wichtiges Vorhaben nannte der Bürgermeister das geplante Nahwärme-Konzept im Bereich des Bergener Ortszentrums mittels erneuerbarer Energien und gab dazu die Bereitstellung im Haushalt 2017 in Höhe von 1,41 Millionen Euro bekannt. Ein weiteres Thema war der Neubau beziehungsweise die Sanierung der Kläranlage. Schneider rechnet mit einem Abschluss der Baumaßnahmen Ende des Jahres.

Der Bürgermeister ging auch auf die demnächst beginnende Sanierung des Gipfelbereichs auf dem Hochfelln ein. »Wir haben wegen bürokratischer Probleme mit Behörden und Institutionen unseren Antrag auf staatliche Förderung zurückgezogen und finanzieren die gesamte Sanierung aus unserem Haushalt.« 158 000 Euro seien bereitgestellt.

Der Bürgermeister sagte, dass die Gemeinde für die vielen vorgesehenen Maßnahmen Schulden von 2,8 Millionen Euro machen müsse. Ende des Jahres 2017 werde der Gesamtschuldenstand voraussichtlich 5,3 Millionen Euro betragen.

Der Rathauschef stellte noch weitere Investitionsmaßnahmen vor. Unter anderem erhält die Feuerwehr Bergen voraussichtlich 2017/18 ein neues Löschfahrzeug und die Feuerwehr Holzhausen Geldmittel zum Bau eines Stadels zur Unterbringung von Gerätschaften. Die örtliche Wasserwacht erhält gemeindliche Zuwendungen zum Umbau einer Garage.

Geplant ist darüber hinaus der Kauf eines Elektroautos für den Bauhof. Heuer soll auch mit der energetischen Sanierung des Freibads begonnen werden. Für Brückensanierungen im Weißachental sind im Haushalt 200 000 Euro eingeplant. Geplant ist auch die Erneuerung beziehungsweise Sanierung des Hochbehälters für die Wasserversorgung, die auf mehrere Jahre verteilt insgesamt 320 000 Euro kosten wird.

Der Bürgermeister sprach über Erschließungsmaßnahmen im Gewerbegebiet an der Autobahn und rechnet mit Gesamtkosten von 400 000 Euro, wovon der Landkreis Traunstein als Grundstücksbesitzer 200 000 Euro zu tragen hat. Laut Schneider können nach der Erschließung in den Jahren 2017 bis 2019 Gewerbegrundstücke für etwa 2,2 Millionen Euro veräußert werden.

Der Bürgermeister würdigte das ehrenamtliche Engagement von Bergener Bürgern für den Dirtpark, der hinter dem Schwimmbad entstehen wird. Außerdem sollen es dort künftig noch ein Volleyballspielfeld und einen Bolzplatz geben.

Probleme für die Zukunft sieht der Bürgermeister durch den Rückgang von Schülern in der Grundschule Bergen. Aktuell gebe es dort sieben Grundschulklassen, ab September werden es nur noch sechs sein. Das liege daran, dass ab September die erste Klasse nur noch einzügig sein wird.

Bürgermeister Schneider ging noch auf das Überschwemmungsgebiet Weißache ein und informierte, dass in diesen Bereichen keine Grundstücke mehr ausgewiesen werden dürfen.

Ein wesentliches Thema der Diskussion war das zu schnelle Fahren durch den Ort Bergen; einige Bürger forderten die Einführung von Tempo 30, andere mehr Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei. Beanstandet wurde auch das ständige Zustellen des Rollstuhlparkplatzes vor der örtlichen Touristik und der Postagentur.

Ernst Lüdiger sprach die fehlende Markierung des Fußgängerwegs entlang des Achenwegs an. Ein weiterer Bürger fragte, wann die Abschlussrechnung über den Neubau der Kläranlage zu erwarten sei. Der Bürgermeister erwartet, dass die Angelegenheit Kläranlage spätestens 2018 abgeschlossen sein dürfte und kündigte einen sozialgerechten Abrechnungsmodus für die Bürger an.

Die Einführung von Tempo 30 hält der Bürgermeister grundsätzlich für gut, er verwies jedoch auf die aufgestellten Geschwindigkeitsmesstafeln, die durchaus eine Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit bewirken würden.

Abschließend kündigte Schneider an, dass für den Spätherbst noch eine zweite Bürgerversammlung geplant ist. OH