weather-image

Gemeinde Taching investiert weiter in digitale Infrastruktur

0.0
0.0
Breitbandausbau auf dem Lande
Bildtext einblenden
Foto: Guido Kirchner/Illustration/dpa

Taching am See – Ein im Gemeindegebiet flächendeckendes Hochgeschwindigkeitsnetz zu schaffen, ist Ziel des Tachinger Gemeinderats. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde daher die dritte Ausbauphase der Breitbanderschließung einstimmig beschlossen.


Nachdem die zweite Ausbaustufe zur Jahresmitte abgeschlossen sein wird, kann mit der dritten Ausbaustufe die flächendeckende Breitbandversorgung aller Ortsteile erfolgen. Haushalte, die bislang noch keine 30-MBit Übertragungsrate erhalten haben, werden von dieser Ausbauvariante profitieren. Verbessert wird dadurch die Breitbandversorgung in den Ortsteilen Planthal, Coloman, Weiherhaus, Pertenham, Moos, Schneidergröben, Wimpasing und Eging. Die Kosten belaufen sich nach der Schätzung des beauftragten Planungsbüros auf etwa 800 000 Euro, wobei die Gemeinde eine 80 prozentige Förderung erhalten wird. Als nächster Schritt des Förderverfahrens wird die Gemeinde das Auswahlverfahren durchführen. Hierbei wird der wirtschaftlichste Telekommunikationsanbieter ermittelt, der dann auch den Zuschlag erhalten wird.

Anzeige

In den nächsten Monaten steht die Erschließung eines Neubaugebietes mit acht Parzellen in Gessenhausen an. Der Gemeinderat hat dazu sowohl den Feststellungsbeschluss zur zweiten Flächennutzungsplanänderung als auch den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst. Vorausgegangen war die Abwägung verschiedener Anregungen einzelner Behörden und eines Gemeindebürgers.

Bauaufsichtbehörde will Ortsrandeingrünung

Die Untere Bauaufsichtsbehörde wiederholte ihre Empfehlung aus der frühzeitigen Trägerbeteiligung, auch an der Ostseite des Baugebiets eine Ortsrandeingrünung festzusetzen. Dem schloss sich der Gemeinderat jedoch wegen der geringen Einsehbarkeit dieses Bereichs nicht an. Dabei wurde argumentiert, dass selbst die zuständige Naturschutzreferentin im Landratsamt keine entsprechende Forderung aufgestellt hat.

Von der Unteren Naturschutzbehörde kam der Hinweis, dass die Abbuchungsfläche vom sogenannten Ökokonto in eindeutiger Weise dem künftigen Baugebiet zugeordnet werden muss. Es handelt sich um eine Fläche von 1674 Quadratmeter. Der Gemeinderat sagte eine entsprechende Ergänzung zu. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Traunstein äußerte sich erneut kritisch zum faktischen neuen Wohngebiet. Es wird bezweifelt, dass das Mischgebiet in Gessenhausen dauerhaft gehalten werden kann und die Entwicklungsmöglichkeiten der landwirtschaftlichen Hofstellen durch die Dominanz von Wohngebäuden eingeschränkt wird. Der Gemeinderat verwies hierzu auf die derzeitige Struktur von Gessenhausen mit mehreren in der Fläche verteilten landwirtschaftlichen Betrieben. Der Gebietstyp »Dorfgebiet« sei weiterhin gerechtfertigt. Ein Umkippen in Richtung »Wohngebiet« ist nicht zu befürchten. Nach den Vorgaben der Baunutzungsverordnung seien die Belange der landwirtschaftlichen Betriebe in einem Dorfgebiet uneingeschränkt vorrangig gegenüber anderen Nutzungen.

Zu den Immissionen aus der Landwirtschaft berief sich die Gemeinde auf das im Jahr 2015 für Gessenhausen erstellte Immissionsgutachten. Demnach liegt die prognostizierte Geruchsstundenhäufigkeit im überwiegenden Teil des Neubaugebietes bei fünf bis zehn Prozent. Der für Dorfgebiete maximal zulässige Immissionswert von 15 Prozent der Jahresstunden werde hier deutlich unterschritten. Zum Beweis dieser Einschätzung wurde angeführt, dass weder die Untere Immissionsschutzbehörde noch der Bayerische Bauernverband Bedenken zur Planung geäußert haben.

Von einem Gemeindebürger wurden verschiedene Verbesserungsvorschläge zur Planung eingereicht. Beispielsweise wurde vorgeschlagen, den Windschutz zu verbessern, die zulässige Kubatur der Wohngebäude zu vergrößern, eine zentrale Nahwärmeversorgung wie in Tettenhausen zu erwägen und die Wendeplatte der geplanten Erschließungsstraße zu verkleinern. Der Gemeinderat schloss sich diesen Vorschlägen nicht an, auch deswegen, weil die Erschließungsplanung auf der Basis des Bebauungsplans bereits weitgehend abgeschlossen ist.

Kommandanten der Feuerwehr bestätigt

Formeller Natur war die Bestätigung der Feuerwehrkommandanten. In der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Taching wurden der bisherige Kommandant Stefan Wittmann und sein Stellvertreter Markus Krautenbacher wieder in ihre Ämter gewählt. Der Gemeinderat bestätigte die Wahl der beiden Kommandanten. Zweiter Bürgermeister Christoph Wamsler, der die Sitzung in Vertretung von Bürgermeisterin Ursula Haas leitete, lobte das Engagement der beiden Kommandanten und die bisher hervorragend geleisteten Feuerwehrdienste. bk