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Gemeinde verhandelt noch mit italienischer Firma

Schönau am Königssee - »Alter Hut« - so lautete mehrfach bereits die Kritik an der heuer zu bauenden Vierer-Sesselbahn am Krautkaser. Die einzelnen Sessel sollten nämlich ursprünglich nicht mit den heutzutage gängigen Schutzhauben ausgestattet werden. Jetzt tut sich vielleicht doch noch was, wie am Donnerstag auf der Bürgerversammlung im Gasthof »Unterstein« zu erfahren war.

Die grüne Linie markiert die neue Sesselbahn, die heuer am Krautkaser errichtet werden soll. Fotos: BBAG
Hier soll bis Dezember dieses Jahres die Vierer-Sesselbahn entstehen.
Hier kommt die Buckelpiste hin. Die Bäume sind bereits gefällt.

Ernst Fischer war es, der sich mit seiner Wortmeldung darüber wunderte, dass man die Sessel nicht wie heute üblich mit Schutzhaube und Sitzheizung ausstatte. Laut Bürgermeister Stefan Kurz bekam den Zuschlag für den 3,8 Millionen Euro teuren Bahnbau eine italienische Firma. Die habe verlauten lassen, dass eine Ausstattung mit Hauben 600 000 Euro zusätzlich kosten würde. Begründet wurde dies damit, dass durch das erhöhte Gewicht die gesamte Statik der Bahn inklusive Stützen verbessert werden müsste.

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»Wir stehen zurzeit in Nachverhandlungen«, sagte Bürgermeister Stefan Kurz. Ein Ergebnis stehe noch nicht fest. Eventuell sollen die Hauben aber trotz Mehrkosten kommen. Auf eine Diskussion über eine Sitzheizung wollte sich Kurz allerdings nicht einlassen: »Das halten die Schönauer schon aus«.

Zuvor hatte der Rathauschef den Bürgern das Krautkaserprojekt noch einmal vorgestellt. Geplant sind neben dem Bau der kuppelbaren Vierer-Sesselbahn die Verlängerung und Verbreiterung der Piste, der Bau einer Boardercross- und Skicrossstrecke, der Bau einer Buckelpiste sowie die technische Beschneiung der Pisten. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei 6,46 Millionen Euro, die Gemeinde beteiligt sich mit maximal 2 Millionen Euro an der Investition. Dafür ist auch eine Kapitalerhöhung bei der Berchtesgadener Bergbahn AG vorgesehen, an der sich auch Privataktionäre beteiligen können. Insgesamt werden 7 000 neue Aktien zum Preis von 180 Euro je Aktie ausgegeben.

Mit den Rodungsarbeiten für das Projekt wurde bereits begonnen, Baubeginn ist etwa im Mai. Bis Dezember soll das DSV-Trainingszentrum vollendet sein. UK