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Auf Höhe des Seeoner Strandbads (links) heißt es für die Autofahrer künftig »Runter vom Gaspedal«. Der Streckenabschnitt der Seestraße wird auf Anordnung des Gemeinderats auf 30 Stundenkilometer begrenzt. (Foto: Rasch)

Gemeinderat beschließt 30er-Zonen in Seeon, Seebruck und Truchtlaching – Keine Lösung für Haushoferstraße

Seeon-Seebruck – Der Aufforderung des CSU-Fraktionsvorsitzenden Sepp Daxenberger, sich Gedanken über ein Gesamtkonzept von Geschwindigkeitsbeschränkungen im gesamten Gemeindegebiet zu machen, schloss sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung im Truchtlachinger Bürgersaal grundsätzlich an. Die große Mehrheit vertrat jedoch die Meinung, dass einige neuralgische Punkte zeitnah behoben werden müssten und keines Aufschubs mehr bedürften.


»Ich bin auch für ein Gesamtverkehrskonzept, aber es müssen zwingend Punkte im Vorfeld abgearbeitet werden«, erklärte der Projektleiter der Arbeitsgruppe »Barrierefreiheit und Verkehr«, Alfred Fiedler (FW). Daxenberger hatte in der jüngsten Gemeinderatssitzung anlässlich der Behandlung von vier Anträgen der Projektgruppe gefordert: »Da gehört eine Gesamtbetrachtung her von allen drei Gemeindeteilen. Und wo es verkehrstechnisch sinnvoll ist, den Verkehr auf 30 Stundenkilometer zu beschränken.«

Erneut Gesprächemit Anwohnern führen

Runter vom Gaspedal heißt es künftig auf der Seestraße in Seeon sowie in Truchtlaching auf der Rieder Straße innerorts, der Wehrländerstraße, dem Rosenweg, dem Birkenweg, dem Alzweg und der Straße »An der Leite«. Eine Tempo-30-Zone soll auch Am Anger, Am Seefeld, auf dem Lärchenweg, der Römerstraße, dem Karl-Raupp-Weg, dem Felix-Dahm-Weg, der Wopfnerstraße und der Kastellgasse in Seebruck eingeführt werden. Diese Bereiche wurden vom Arbeitskreis unter die Lupe genommen und dazu auch die entsprechend positiven Stellungnahmen der Behörden eingeholt. Die Haushoferstraße in Seebruck war ebenfalls im Gespräch. Eine konkrete Regelung konnte hier aber bislang noch nicht getroffen werden. Es sollen noch einmal Gespräche mit den Anwohnern geführt werden, teilte Bürgermeister Martin Bartlweber mit. Die Einbahnregelung der Haushoferstraße an den Wochenenden im Juli und August vergangenen Jahres habe sich bewährt und soll auch heuer erneut fortgesetzt werden, hieß es.

Die Bewohner der Haushoferstraße wollen aber nicht weiter vertröstet werden und fordern endlich eine konkrete Lösung für eine Verkehrsberuhigung »Sie sind jetzt schon der dritte Bürgermeister, mit dem ich dieses Thema diskutiere«, sagte der ehemalige Gemeinderat Johann Lex, dem als Besucher das Wort erteilt wurde.

Die vier Anträge des Arbeitskreises wurden allesamt einstimmig abgesegnet. Auf Höhe des Seebrucker Rathauses sollen noch nähere Untersuchungen hinsichtlich eines verkehrsberuhigten Bereiches durchgeführt werden. Um den »Schilderwald« zu begrenzen, wurde weiter angeregt, den Hinweis auf den Behindertenparkplatz hinterm Rathaus durch ein Piktogramm auf der Fahrbahn zu lösen.

Einig war sich die Mehrheit, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung für die Gemeindestraße vom Ortsschild Seeon bis auf Höhe Seestraße (Hausnummer 17) und eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 7,5 Tonnen auf der Seestraße und Altenmarkter Straße in Seeon eingeführt werden sollte.

»Ich bin auch dafür, dass wir eine Planung über alle Siedlungsgebiete drüber legen, aber in der Seestraße in Seeon sollte auf alle Fälle was gemacht werden«, forderte Sabine Pfaffenzeller (FW). Seeon sollte von einer Grundsatzdiskussion ganz klar abgegrenzt werden, betonte dritte Bürgermeisterin Dr. Christine Kosanovic (FW). Ein neuralgischer Punkt, der unbedingt aufgegriffen werden sollte, forderte auch Toni Mayer von den Grünen: »Wir sollten, was geht, Schritt für Schritt abarbeiten, um zu einem Ergebnis zu kommen«, so der Grünen-Sprecher. Auch seine Fraktionskollegin Angelika Wolfertstetter appellierte daran, in Seeon zu reagieren: »Es ist höchste Zeit, dass was passiert!«

»Die Stelle ist lebensgefährlich«

Manuela Kral (CSU) erinnerte daran, dass es auf Höhe des Seeoner Strandbads immer wieder zu gefährlichen Situationen komme und plädierte mit Nachdruck für Tempo 30. »Die Stelle ist lebensgefährlich und wir hatten Glück, dass dort noch nichts Gravierendes passiert ist«, warnte Kral. Der Antrag von Michael Regnauer (CSU), die Strecke auf der Seestraße nur während der Badesaison auf 30 Stundenkilometer zu beschränken, wurde abgelehnt.

Martha Gruber (FW) erinnerte daran, dass im Arbeitskreis Barrierefreiheit und Verkehr jede Fraktion und Gruppierung des Gemeinderats vertreten sei. »Wir handeln nach dem, was die Bürgerinnen und Bürger haben wollen. Wir sollten eins nach dem anderen abarbeiten.«

Auch den Kindern sollte nach Ansicht von Clemens Kronast (FW) zuliebe an dieser Stelle die Geschwindigkeit gedrosselt werden: »Das sind wir den Kindern schon schuldig.« Eine Beschränkung der Ortsdurchfahrt Seeon auf 7,5 Tonnen, die aktuell wegen der Alzbrückensanierung Seebruck bereits besteht, soll nach der Fertigstellung der Sanierung noch einmal besprochen werden.

Für den Mühlweg in Truchtlaching sollen auf Anregung von Michael Regnauer und Franz Wörndl (CSU) weitere Alternativen, wie etwa eine Einbahnstraße, untersucht werden. Hier wird seitens des Arbeitskreises eine Regelung vorgeschlagen, dem bergauf-fahrenden Verkehr Vorrang einzuräumen.

ga