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Neuer Verein möchte psychosoziale Versorgungslücke schließen – Talkrunde am Donnerstag

»Gemeinsam gegen den Krebs«

Das Kernteam des Vereins »Gemeinsam gegen den Krebs« mit seinem Schirmherrn (von links): Landrat Siegfried Walch, Prof. Dr. Dirk Zaak (Vorsitzender), Simone Namberger (Schatzmeisterin), Dr. Florian Zettl (Schriftführer), Annemarie Emmer (Teamassistenz) und Reinhold Frank (zweiter Vorsitzender).

Traunstein – Die psychosoziale Versorgungslücke außerhalb der Kliniken und Praxen für Krebspatienten und ihre Angehörigen zu schließen – das ist das Ziel des neu gegründeten Vereins »Gemeinsam gegen den Krebs«.


Die Diagnose Krebs kann jeden treffen. Die Heilungschancen sind, dank moderner Hochleistungsmedizin, deutlich besser als noch vor 30 Jahren. Wenn es aber um die Ängste und Nöte der Patientinnen und Patienten geht, ist die Versorgung noch deutlich lückenhaft. Information, Kommunikation und Unterstützung sind wichtige Bestandteile für ein gutes Behandlungsergebnis, kommen aber häufig zu kurz.

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Aus diesem Grund hat sich ein Team aus Ärzten, Betroffenen und Mitarbeitern im Gesundheitswesen zusammengefunden und den Verein »Gemeinsam gegen den Krebs« gegründet. »Der Kostendruck im Gesundheitssektor lässt immer weniger Raum, sich den psychischen und sozialen Problemen heutzutage zuzuwenden«, so Reinhold Frank, Koordinator des Onkologischen Zentrums Traunstein und zweiter Vorsitzender des Vereins. »Wir möchten den Patienten dabei helfen, sich außerhalb der Kliniken und den Praxen zurechtzufinden«, so Frank.

Im Büro am Stadtplatz 5 in Traustein gibt es hierzu wöchentliche Beratungsangebote (unter anderem Familien- und Sozialsprechstunden). Juristen im Netzwerk des gemeinnützigen Vereins sollen bei unterschiedlichen Rechtsfragen schnell und unbürokratisch beraten. »Wir helfen, wo wir können«, so der Onkologe und Schriftführer im Vorstand, Dr. Florian Zettl.

Darüber hinaus bietet der Verein »Gemeinsam gegen den Krebs« monatliche Aktivitäten mit Informationsveranstaltungen, Ernährungsberatungen (inkl. Kochkursen) aber auch spirituelle und kulturelle Veranstaltungen an. »Wir wollen etwas bewegen und es macht Freude zu sehen, wie viele Menschen mit tollen Ideen auf uns zukommen«, sagt Prof. Dirk Zaak, Vorsitzender des Vereins. Und auch an die Kinder der Betroffenen hat man gedacht. In den Sommerferien sind Aktivitäten nach dem amerikanischen Vorbild von »Make-A-Wish« geplant. Verantwortlich für die Projektplanung zeichnet hierfür im Vorstand Michael Krammer, der hauptberuflich im Bildungszentrum der Kliniken Südostbayern AG tätig ist.

Finanziert werden die Angebote und Aktivitäten des Vereins ausschließlich durch Spenden, Benefizveranstaltungen und Mitgliederbeiträge. »Wir freuen uns über jede Unterstützung«, sagt Schatzmeisterin Simone Namberger, »egal in welcher Form«.

Begeistert von der Idee zeigte sich auch Landrat Siegfried Walch. »Eine ideale Ergänzung zur Hochleistungsmedizin in unserer Region« so der Schirmherr des Vereins.

Der Startschuss für die Arbeit des Vereins fällt an diesem Donnerstag um 19 Uhr in der Bar Tropical an der Ludwigstraße. Dort wird in einer Talkrunde mit interessanten Gästen die Philosophie des Vereins vorgestellt. Durch den Abend führt der Radiomoderator Thorsten Otto, bekannt aus »Mensch Otto« von Bayern3.

Weitere Informationen zum Verein, den Aktivitäten und der Möglichkeit zu helfen finden sich auf der Internetseite von »Gemeinsam gegen den Krebs«. Der persönliche Erstkontakt ist allerdings auch telefonisch über Annemarie Emmer, Teamassistenz im Büro am Stadtplatz, möglich (Telefon 0861/21 46 98 76). fb