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Genehmigte Belastung der Kläranlage überschritten: Nachrüstung nötig

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Die Kläranlage Waging am See muss nachgerüstet werden. Die Gemeindewerke rechnen mit 2,8 Millionen Euro Gesamtkosten. Foto: Gemeindewerke Waging.

Waging am See – Die Marktgemeinde muss für die Kläranlage Waginger See eine neue gehobene wasserrechtliche Erlaubnis für die nächsten 20 Jahre beantragen. Der Wasserrechtsbescheid ist bereits 2015 abgelaufen und wurde bis 2018 verlängert.


Die Antragsunterlagen wurden von einem beauftragten Ingenieurbüro zusammengestellt und werden jetzt dem Landratsamt vorgelegt. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung einstimmig.

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Um die Wasserrechtserlaubnis zu bekommen, muss die Kläranlage Waginger See nachgerüstet werden. Heinrich Thaler, der Leiter der Gemeindewerke, schätzt die Kosten dafür auf rund 2,8 Millionen Euro. Wie Thaler dem Gemeinderat erläuterte, beziehen sich diese Kosten auf den Bau eines neuen Rechengebäudes, in dem zwei Rechen mit drei Millimeter untergebracht werden können, sowie die Anlage eines zweiten Vorklärbeckens mit 250 Quadratmeter Fläche.

Im Belegungsbecken wird nur die innere Ausstattung ausgetauscht, damit mehr Sauerstoff eingebracht werden kann. Auch eine Abwasseranalysenstation soll eingerichtet werden. Von den Kosten trägt die Firma Bergader Privatkäserei rund 2,1 Millionen Euro, die restlichen 700 000 Millionen Euro werden gemäß des Anteils der Abwassermengen aufgeteilt auf Waging (rund 75 Prozent), Kirchanschöring (rund 4 Prozent), Petting (rund 9 Prozent), Taching am See (rund 8 Prozent) und Wonneberg (rund 5 Prozent).

Nicht enthalten sind die Kosten für den Bau einer Halle zur Unterbringung von Fahrzeugen, Geräten, Container und anderem Material, so Thaler. Zur Zeit wird dafür die Klärschlammlagerhalle verwendet. Da die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung nahezu entfällt, muss der Klärschlamm zur Verbrennung beziehungsweise Rekultivierung gebracht und in der Zwischenzeit in der Klärschlammhalle gelagert werden. Deshalb braucht man eine neue Abstellhalle für alles, was jetzt in der zweckentfremdeten Klärschlammhalle lagert.

Die Änderungen an der Kläranlage sind notwendig geworden, weil sich die Situation beim Abwasser durch die steigenden Einwohnerzahlen, den boomenden Tourismus (höhere Belastung vor allem in den Sommermonaten) und die Erhöhung der Produktionskapazitäten bei Bergader verändert hat. Die ursprünglich genehmigte Nennbelastung der Kläranlage Waginger See wird heute überschritten.

Laut Thaler wird sich mit dem neuen Wasserrechtsbescheid, so wie er jetzt beantragt ist, nichts an den Ablaufwerten ändern. Zudem wies er darauf hin, dass die Kläranlage so konzipiert ist, dass es auch für die Zukunft noch Erweiterungsflächen gibt. Der begrenzende Faktor für einen weiteren Ausbau dürfte laut Thaler der Zulaufkanal sein. kon