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Georg Willi und Manuel Ederer holen die BGL-Trophy

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2. Berchtesgadener Land-Trophy in Freilassing (v.l.): Stehend – Altin Volkan, Michael Au Yeung, die Sieger Manuel Ederer und Georg Willi, die 2017-Champions Roman Hybler und Stefan Kasper. Vorne – 2. Vorstand Fritz Zeif, Christian Fröhlich, Ernst Schmidt und Thomas Zintl, Mitglied der Vorstandschaft und einer der Initiatoren des Bewerbs. (Fotos: privat)
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Während des Bewerbs im Freilassinger Oedhof.

Nachdem 2017 schon 19 Teams bei der »Berchtesgadener Land-Trophy« im Billardsport die Vereinsräume des BC Freilassing aufgesucht hatten, gab es heuer noch einmal eine schöne Steigerung auf 25 Duos aus Nah und Fern. Einige Top-Stars der Szene waren gekommen, unter anderem aufgrund eines stolzen Preisgeldes.


Zwar musste der Veranstalter die kurzfristigen Absagen von Kevin Schiller – Ranglistenerster der »Germantour« – und Patrick Hofmann, der bereits international für Furore sorgte, hinnehmen. Nichtsdestotrotz konnten einige echte Spitzenspieler begrüßt werden, somit stand einem hochkarätigen Bewerb nichts im Wege. Die Vorjahressieger, der tschechische Nationalspieler Roman Hybler und sein Teampartner Stefan Kasper, waren ebenfalls wieder mit dabei.

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Der BCF besitzt im Berchtesgadener Land ein Alleinstellungsmerkmal. Aus diesem Grund kam der Club im Frühjahr des vergangenen Jahres auf die Idee, jährlich Ende August die »Berchtesgadener Land Trophy« auszutragen. Als kleiner Verein mit vier Tischen sind die Möglichkeiten freilich begrenzt. Dennoch soll der hochklassige Wettkampf mit Top-Besetzung etabliert werden. Der besondere Glaspokal mit dem Umriss des Berchtesgadener Landes war neben einer Siegprämie von 1 000 Euro einmal mehr das Objekt der Begierde. Gespielt wurde 9-Ball im Wechselstoß-Modus. Dabei wird innerhalb eines Teams abwechselnd gestoßen, auf mindestens fünf Gewinnspiele.

Europameister am Start

Pünktlich hatte der stellvertretende Bürgermeister Freilassings, Gottfried Schacherbauer, alle Teilnehmer begrüßt. Er zeigte sich sowohl von der Anzahl der Spieler, die teils nicht nur eine weite Anreise auf sich nahmen, sondern auch von der hohen Qualität der Teilnehmer begeistert. Beispielsweise vom amtierenden U 19-Europameister Christian Fröhlich, der extra mit seinem Mannschaftskollegen Ernst Schmidt aus Gera in die Grenzstadt kam. »Das ist für Freilassing eine kleine Sensation«, so der Vertreter der Stadt.

Im Turnierverlauf selbst setzten sich die Favoriten bis ins Viertelfinale durch. Einzig das hochgehandelte Duo René Sommeregger und Tobias Hoiß – mehrfacher »Major«-Turniersieger – musste aufgrund einer schwierigen Auslosung bereits zuvor ihre Queues zusammenpacken. Die Hausherren zeigten sich ebenfalls als gute Gastgeber – jeweils im Aufstiegsspiel scheiterten die letzten drei Teams aus Freilassing. Hervorzuheben ist jedoch das Team Alexander Martel mit seinem 14-jährigen Spielpartner Jakob Schleich, welches sehr gute Leistungen zeigte. Jakob Schleich, mehrfacher Bayerischer Meister in der Jugend, zeigte einige sensationelle Stöße, die die Gegner ins Schwitzen brachten.

Die Viertelfinals boten Spannung pur: Michael Au Yeung und Volkan Altin aus Augsburg standen beiden Wiener Bundesliga-Akteuren Alen Rasic und Michael Mosler gegenüber. Roman Hybler und Stefan Kasper bekamen es mit den Salzburger Bundesliga-Spielern Stefan Huber und Markus Reischl zu tun. Das Duo Manuel Ederer vom deutschen Serienmeister BSV Dachau und sein Kollege Willi Georg traten gegen Thomas Wendl und Richard Huber aus Salzburg an.

Alle Partien gingen über die volle Distanz mit sechs Gewinnspielen. Für die Zuschauer war diese Dramatik einmalig. Am Ende setzten sich die erstgenannten Teams mit jeweils 6:5 durch. Einzig das Viertelfinale Christian Fröhlich/Ernst Schmidt gegen Berthold Görg/Daniel Wagner aus Mühldorf am Inn gestaltete sich zur einseitigen Angelegenheit: Die Jungs aus Gera siegten 6:2.

Entscheidung im allerletzten Spiel

Im Halbfinale schafften wiederum Hybler/Kasper gegen Au Yeung/Altin klare Verhältnisse und zogen mit 7:1 ins Finale ein. Georg Willi und Manuel Ederer ließen mit 7:3 dem Duo Fröhlich/Schmidt ebenfalls wenige Chancen – und so kam es zu einem echten Traumfinale. Vor diesem Showdown gab es aber erst noch das Spiel um Platz 3 als kleines Finale: Dabei gingen Fröhlich/Schmidt gegen Au Yeung/Altin mit einem 7:2 als klarer Sieger vom Tisch und schnappten sich die entsprechende Prämie. Für die Unterlegenen blieben als Trostpflaster zwei Eintrittskarten für den Europapark in Rust.

Das Finale war an Dramatik kaum zu überbieten. Drehbuchmäßig kam es zur Brisanz-Entscheidung ähnlich einem Elfmeterschießen beim Fußball, als Manuel Ederer zum 6:6 einlochte. Das 13. und letzte Spiel des Tages war schließlich durch viele Sicherheitsstöße und taktische Spielzüge geprägt. Willi Georg versenkte die letzte »9« zum 7:6-Endstand. Ihm und seinem Spielpartner Manuel Ederer gehörten damit die 1 000 Euro Preisgeld. Hans-Joachim Bittner