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Geplante Bebauung in der Daxerau liegt nicht im Überschwemmungsgebiet

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Traunstein: Geplante Daxerau-Bebauung liegt nicht im Überschwemmungsgebiet
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Nach den bis jetzt vorliegenden Ergebnissen ist die Ausdehnung der neu ermittelten Hochwassergefahrenfläche im Bereich der Daxerau laut dem Wasserwirtschaftsamt unwesentlich größer als das bisher festgesetzte Überschwemmungsgebiet der Traun.

Traunstein – Der Streit um die geplante Bebauung in der Daxerau geht weiter. Das Wasserwirtschaftsamt betont, wie Behördenleiter Walter Raith dem Traunsteiner Tagblatt mitgeteilt hat, auch neue Berechnungen würden ergeben, dass die geplante Bebauung nicht im Überschwemmungsgebiet der Traun bei einem hundertjährlichen Hochwasser liege.


Die Rechtsanwälte Labbe & Partner in München, die mehrere Anlieger vertreten, hatten behauptet, dass die Berechnungen nahelegen würden, dass sich die Traun im Falle eines hundertjährlichen Hochwassers bis in die Daxerau ausdehnt.

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Für viel Wirbel haben die Äußerungen der Rechtsanwälte gesorgt – und auch für viel Kritik. Labbe & Partner hätten »fachliche Einschätzungen des Wasserwirtschaftsamts nicht korrekt wiedergegeben«, so Raith.

»Das Überschwemmungsgebiet an der Traun ist mit Verordnung des Landratsamts Traunstein vom 30. Oktober 2017 amtlich festgesetzt«, berichtet er. Die geplante Bebauung im Bereich des ehemaligen Tenniscenters liege nicht im amtlich festgesetzten Überschwemmungsgebiet.

»Das Über-schwemmungsgebiet wird derzeit im Auftrag des Landesamts für Umwelt (LfU) neu berechnet«, sagt der Amtsleiter. »Die endgültigen Ergebnisse dieser Neuberechnung werden voraussichtlich Mitte 2020 vorliegen. Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen ist die Ausdehnung der neu ermittelten Hochwassergefahrenfläche im Bereich der Daxerau laut dem Behördenleiter »unwesentlich größer« als das bisher festgesetzte Überschwemmungsgebiet der Traun.

»Wir gehen nicht davon aus, dass sich in den Endergebnissen hier noch etwas ändert. Die geplante Bebauung in der Daxerau liegt auch weiterhin nicht im Überschwemmungsgebiet der Traun bei einem hundertjährlichen Hochwasser.« Die vorliegenden Ergebnisse der Neuberechnung stimmen nach Angaben von Raith »im Wesentlichen mit den Ergebnissen im hydrotechnischen Gutachten des Ingenieurbüros Aquasoli zur Bebauung in der Daxerau überein«.

Die Behauptungen von Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Patzelt in München, der zwei Grundstückseigentümer vertritt, enthalten laut Raith die Unterstellung, dass das Wasserwirtschaftsamt zum jetzigen Zeitpunkt eine Gesamtbetrachtung fordern würde, die auch die südlich an die geplante Bebauung in der Daxerau angrenzenden Flächen enthält. »Offenbar bezieht sich diese Aussage auf unser Schreiben vom 3. April 2020 an einen Anwohner der Daxerau.«

Aus wasserwirtschaftlicher Sicht sei für die jetzt geplante Bebauung keine Gesamtbetrachtung notwendig, unterstreicht der Leiter des Amts. »Dies würde erst notwendig, wenn auch die südlich an die derzeit geplante Bebauung angrenzenden Flächen bebaut werden sollten. Diese Untersuchung wäre dann im Rahmen des für eine weitere Bebauung erforderlichen Bauleitplanverfahrens vorzunehmen.« Diesen Sachverhalt habe die Behörde im Schreiben am 3. April »klar formuliert«.