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Gerhard Miller führte 38 Jahre die Gemeindekasse

Grabenstätt. Am 1. April 1975, also fast auf den Tag genau vor 38 Jahren, trat Gerhard Miller seine Stelle als Grabenstätter Gemeindekassier an. Zwei Tage vor seinem 65. Geburtstag ist der Chieminger jetzt feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden – von Bürgermeister Georg Schützinger, Geschäftsleiter Andreas Lindlacher, aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern der Gemeinde sowie Vertretern des Gemeinderates, der Grundschule und des gemeindlichen Kindergartens.

Bürgermeister Georg Schützinger (rechts) und Zweiter Bürgermeister Robert Muggenhamer (links) mit Gerhard Miller, der nach 38-jähriger Tätigkeit als Gemeindekassier in den verdienten Ruhestand verabschiedet wurde. (Foto: Müller)

In Anerkennung und Würdigung seiner Verdienste erhielt Miller eine Dankurkunde und einen Gutschein für eine Flugreise nach Rom. »Du hast das Geld unserer Gemeinde eingenommen und verwaltet, als wäre es sein eigenes und geschaut, dass wir immer flüssig gewesen sind«, blickte Schützinger zurück. Wenn die Gemeinde etwas ausgeben wollte, habe Miller, dessen Eltern aus Schwaben stammten, oft gefragt: »Muss das schon sein?«

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Da Miller seinen erlernten Beruf als Metzger aufgrund von gesundheitlichen Problemen ab 1973 nicht mehr ausüben konnte, machte er eine Ausbildung zum Bürokaufmann, die er Ende 1974 erfolgreich abschloss. Nach einem kurzen Intermezzo als Angestellter beim Arbeitsamt Traunstein Anfang 1975 bewarb er sich auf die ausgeschriebene Stelle als Grabenstätter Gemeindekassier und wurde unter fünf Bewerbern auserwählt. Die Fachprüfung zum Verwaltungsfachangestellten legte er 1978 ab und 1982 folgte der Abschluss des Angestelltenlehrgangs mit der zweiten Fachprüfung als Verwaltungsfachwirt. In seiner Funktion als Kassenverwalter war Miller auch Marktmeister und belebte vor über 20 Jahren die zum Erliegen gekommenen Grabenstätter Märkte. Ein weiterer Markstein in seiner beruflichen Laufbahn war 1991 die Bestellung zum Standesbeamten.

Obwohl er fast vier Jahrzehnte in der Gemeindeverwaltung tätig und nach Geschäftsleiter Lindlacher der zweitdienstälteste Gemeindeangestellte gewesen sei, habe er mit Max Huber und ab 1984 Georg Schützinger nur zwei Bürgermeister erlebt, erzählte Miller. Seinem letzten Arbeitstag im Rathaus blicke er schon ein wenig wehmütig entgegen: »Ich werde meinen Schreibtisch ausräumen, E-Mails löschen und mich noch einmal persönlich von meinen lieben Kollegen verabschieden.«

Die Verbindung nach Grabenstätt wolle er auf keinen Fall abreißen lassen, versprach Miller, der nun als Pensionär mehr Zeit für seine Hobbys wie das Bergsteigen haben wird. mmü