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Fritz Dollinger verstarb im 84. Lebensjahr

Geschäftsmann, Kommunalpolitiker, Sportler

Berchtesgaden – Fritz Dollinger war ein erfolgreicher Geschäftsmann, ein engagierter Kommunalpolitiker und ein talentierter Sportler. Am Samstag ist er im 84. Lebensjahr in der Kreisklinik Berchtesgaden friedlich entschlafen. Schon seit Langem hatte ihn eine heimtückische Krankheit geplagt, die ihm die letzten Jahre nicht leicht gemacht hat. Dennoch ertrug er auch diese schwierige Situation mit großer Disziplin.

Fritz Dollinger gehörte in Berchtesgaden zu den prominenten Persönlichkeiten. Am Samstag verstarb der frühere Unternehmer im 84. Lebensjahr. (Foto: privat)

Die Erfolgsgeschichte des größten Bekleidungsunternehmens weit und breit begann im Jahr 1958 mit der Eröffnung eines Geschäfts in der Dr.-Imhof-Straße. 24 Modehäuser und Filialen bis nach Rosenheim gehörten zur Dynastie Dollinger. Dabei waren die Anfänge nicht leicht, beherrschte damals doch das bekannte Modehaus Kerschbaumer das Berchtesgadener Land. Mit großem Fleiß, engagierten Mitarbeitern und Freunden sowie immer dem rechten Weitblick expandierte Dollinger bis in entlegenste Regionen des Chiemgaus.

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Doch Fritz Dollinger war nicht nur ein erfolgreicher Geschäftsmann, er erwarb sich auch als Kommunalpolitiker höchsten Respekt und Anerkennung. Drei Legislaturperioden wirkte der Berchtesgadener als Gemeinderat und von 1972 bis 1978 sogar als 2. Bürgermeister zum Wohle der Marktgemeinde Berchtesgaden und seiner Bürger. Nicht immer war Fritz Dollinger bequem, gleichwohl genoss er auch von seinen politischen Gegnern die nötige Achtung.

In jüngeren Jahren war Dollinger als einer der besten Fußballspieler bekannt, viele Jahre gehörte er der Alten Liga des TSV Berchtesgaden an. Dann beendete allerdings eine Verletzung das Spiel mit dem Ball. Es blieb ihm jedoch noch das Berggehen und der alpine Skilauf. Ein Höhepunkt in jedem Winter war über viele Jahre der gemeinsame Skiausflug mit seinem Sohn Georg zum Schnalstaler Gletscher, wo sich Vater und Sohn beim Skifahren erfreuten und für weitere große Aufgaben in ihren Modehäusern Kraft tankten.

Umso schmerzlicher und einschneidend war der frühe Tod seines geliebten Sohnes Georg, der schon gut sieben Jahre vor seinem Vater von dieser Erde abberufen worden war. Dies sei das Schlimmste in seinem Leben und der größte Schmerz für ihren Mann gewesen, über den er nie hinweggekommen sei, erklärte einmal Ehefrau Gabi Dollinger. So lange er noch gut zu Fuß war, ging Fritz Dollinger täglich zu seinem Sohn zum Bergfriedhof. Im Wohnzimmer von Gabi und Fritz Dollinger steht ein Bild von Georg und davor eine stets brennende Kerze.

Jetzt ist Fritz Dollinger seinem geliebten Sohn nachgegangen, am Dienstag wird er im Bergfriedhof beerdigt. Christian Wechslinger