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Geschichte trifft Musik – eine hörenswerte Symbiose

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Unser Bild zeigt Bild Andrea Wittmann (Cembalo) und Matthias Nitsche (Querflöte). (Foto: Stifter)

Wenn Gefühle zu Musik werden, wenn Geschichte die Musik trägt, wenn sich die Geschichte in die Stimmung mischt und den Raum erfüllt – dann ist Soirée im Kloster Seeon, genaugenommen in der Abtskapelle St. Nikolaus, die sich in den privaten Räumen befindet.


In einem so kleinen, fast elitären Kreis ist es auch möglich, neben der Musik persönliche Worte zu finden. Mit ihrem charmanten Lächeln, das die Liebe zur Geschichte der Nikolauskapelle sowie zu der dargebrachten Musik widerspiegelt, erklärte Andrea Wittmann den nur 30 Zuhörern im somit vollbesetzten Kapellenraum die Kunstwerke der Hauskapelle. Hier gibt Andrea Wittmann neben ihrem musischen Talent ihr geschichtliches Wissen rund um das Kloster Seeon preis. Die Dreifaltigkeit ist allgegenwärtig, in Bildern, Fresken, Motiven und Heiligenbildern.

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»Jeder Pinselstrich zeigt die Freude der Maler und Bildhauer, die vom Sinn des Lebens, dem Tod, vom Anfang und Ende erzählen.« Urkundlich ist bereits in den Jahren 1297 und 1561 eine Nikolaikapelle im Kloster erwähnt. Doch diese Hauskapelle, wie sie jetzt im Original noch erhalten ist, wurde 1757 von Abt Sigismund III. Christoph von Schrattenbach geweiht. Nur bei exklusiven Konzerten und bei Führungen ist das kleine Gotteshaus für die Öffentlichkeit zugänglich.

Andrea Wittmann am Seeoner Cembalo und Matthias Nitsche mit der Querflöte harmonierten mit ihren Instrumenten, die mit Wolfgang Amadeus Mozarts F-Dur-Sonate in diesen Abend führten. Die Sonate von Georg Friedrich Händel e-Moll zeigte das Können der beiden Musiker, mit ihren Instrumenten zu »spielen«. Das Cembalo im zarten Register der Laute, die Klangfarbe einer Querflöte aus Ebenholz. »Erst seit dem 19. Jahrhundert gibt es Querflöten aus Metall, das heißt aus Gold oder Platin mit silbernen Klappen«, erklärte Matthias Nitsche. Die ursprüngliche Holzquerflöte wird jedoch immer mehr eingesetzt und besticht durch ihren angenehmen warmen Ton.

Im zweiten Teil der Soirée erklang die Flötensonate g-Moll, BWV 1020 von Carl Philipp Emanuel Bach mit den Sätzen Allegro, Adagio, Allegro. Früher wurde sie seinem Vater Johann Sebastian Bach zugeschrieben. Die Cembalostimme der g-Moll-Sonate ahmt einen Harfenklang nach, die Flöte tritt erst später mit einem eigenen Thema dazu. Mozarts Musik rundete das Konzert mit zwei lustigen Menuetten aus seiner C-Dur-Sonate ab. Die Gäste waren begeistert von diesem schönen Abend, der eine herrliche Kombination der Musik und der Geschichte bot. Christa Stifter