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»Geschichten vom Stahlhaus Heli«

4.5
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Bischofswiesen: »Geschichten vom Stahlhaus Heli« – Hüttenwirt beschreibt Leben am Berg
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Freuten sich mit Heli Pfitzer (2.v.r.) über die Veröffentlichung seines Buchs (v.l.): Valentina Plenk, Rosi Plenk, Stefanie Rohrer und Anton Plenk. (Foto: Stanggassinger)

Bischofswiesen – Helmut Pfitzer hat vor Kurzem sein Buch »Geschichten vom Stahlhaus Heli« auf der Kastensteinerwand-Alm in Bischofswiesen vorgestellt. Zu der Vorstellung kamen nicht nur Freunde und Bekannte, sondern auch Pfarrer Andreas Maria Zach, der eigens aus Rosenheim angereist war. Auch Pater Kajetan aus Berchtesgaden ließ sich diesen Abend nicht entgehen.


Den Abend eröffnete Anton Plenk vom Plenk-Verlag. Er schilderte kurz, wie es dazu kam, ein Buch über den Hüttenwirt zu veröffentlichen. Angefangen hatte alles damit, dass der »Heli« eines Tages mit einer Handvoll Bilder vom Stahlhaus beim Verlag aufkreuzte und wissen wollte, ob sie damit etwas anfangen könnten. Die Bilder wurden schließlich archiviert. Einige Zeit später trafen sich Heli und Anton Plenk im Markt Berchtesgaden und Anton forderte Heli auf, seine Erlebnisse als Hüttenwirt aufzuschreiben.

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So leicht war das aber nicht, denn der Umgang mit dem Computer fiel Heli immer schwer. Eine große Hilfe war deshalb Helis Lebensgefährtin Steffi, zusammen nahmen sie die Gestaltung des Buches in Angriff.

Das Titelbild zeigt das Stahlhaus und Heli, es ist das Lieblingsbild des Verlegers. Anton Plenk las im Anschluss die Lebenseinstellung des Hüttenwirts vor: »Ein Grüß Gott, ein Lächeln, ein Blick in die Augen und ein Handschlag sind unsichtbare Drähte zu den Herzen.« Er sagte: »Der Heli war für mich immer ein ganz bescheidener, hilfsbereiter, liebenswerter Mensch und einer, der zuhören kann.«

Leicht nervös war der Heli an diesem Abend, das Vorlesen aus dem Buch überließ er seiner Steffi und er erzählte einiges zu seinen Bildern. Er war überwältigt, dass so viele gekommen waren – in der Kastensteinerwand-Alm mussten sogar extra Stühle organisiert werden. »Wenn ich in die Runde schaue, komme ich mir vor wie vor 15 Jahren am Stahlhaus«, freute sich der ehemalige Hüttenwirt.

Die Familie Pfitzer hat das Stahlhaus 64 Jahre lang bewirtschaftet: 26 Jahre davon waren Hilda und Theo verantwortlich, später für 38 Jahre Irmgard und Heli. Mit seinem Buch will Heli Pfitzer vor allem den jungen Menschen und auch denjenigen, die in dieser Zeit das Stahlhaus besucht haben, einen Einblick hinter die Kulissen gewähren. In seinem Buch beschreibt er nicht nur persönliche Erlebnisse, sondern auch, wie sich die Technik im Lauf der Zeit verändert hat. So startete der Hüttenwirt mit Petroleumlampen, später kam dann der Strom endlich aus der Steckdose.

Im Anschluss an den Vortrag überreichte Anton Plenk Blumensträuße an seine Tochter Valentina und an die Lebensgefährtin von Heli, Stefanie Rohrer, sowie an die Lektorin Stefanie Zweckl. Sie hätten besondere Arbeit geleistet. Heli hatte an diesem Abend noch viel zu tun, die Besucher standen Schlange, sie wollten alle eine persönliche Widmung in ihr Exemplar geschrieben bekommen.

Musikalisch begleitet wurde der Abend von der »Almhäuslmusi«, ein besonderer Höhepunkt war die musikalische Einlage des 13-jährigen Paul Assem auf seiner Steierischen Ziehharmonika.

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Der Erlös kommt den Bergwachten und der Bergrettung zugute.

»Geschichten vom Stahlhaus Heli«, Helmut Pfitzer, Plenk-Verlag, 180 Seiten, 18,50 Euro.

Bernhard Stanggassinger