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Geschichten zum Schmunzeln

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Robert Höpfner las in der Grassauer Bücherei und zeigte dabei seinen tiefgründigen Umgang mit der deutschen Sprache. (Foto: T. Eder)

Robert Höpfner ist in Grassau nicht nur als ehemals leitender Geschäftsführer der Gemeinde, sondern auch als Autor bekannt. Einen Ausschnitt aus seinem schriftstellerischen Schaffen bot der Autor zum Welttag des Buches und unterhielt mit feinsinnigen und humorvollen, aber auch nachdenklichen Geschichten und Gedichten in der Grassauer Bücherei.


»Stromausfall durch Blitzeinschlag in der Kirche« - unter diesen Vorzeichen stand die amüsante Lesung in der Grassauer Bücherei. Doch gerade auch diese unvorhersehbaren Wetterkapriolen bieten dem Autor Stoff für neue Gedichte und Geschichten. So eröffnete er die Lesung auch mit »Begrüßung im April« und »Gewitter im Mai«. Seine feine, durchdachte Art des Schreibens und die Wortwahl begeisterten. Wenn der Blitz einschlägt, dann kann dies positiv wie negativ sein. Wenn die Mutter den Vater kennenlernt und bei ihr »der Blitz einschlägt« ist dies als Zeichen zu werten.

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Höpfner mischte Erlebtes mit Erfundenem, erzählte aus Kindheit und Erwachsenenleben. So berichtete er von dem schwarzen und dem goldenen Buch im Kindergarten. Kinder, die ihre Brotzeittasche schnell holen, werden in das goldene Buch eingetragen. Da stehen sie dann, die Kinder, die nach außen brav, aber nach innen ungesehen intrigant sind. Lustig geht Höpfner auch auf so manche sprachliche Besonderheit ein. Handelt es sich da vor dem Haus um eines von vielen Montage-Fahrzeugen oder ist es ein Montagefahrzeug? Absonderlichen Menschen widmet Höpfner ebenso eine Geschichte. In der Geschichte »Klassentreffen« verarbeitet der Autor die während der Schulzeit ständig gepriesene Gliederung. Fein säuberlich gegliedert ist da auch das Einladungsschreiben. Während er überlegt, zum Klassentreffen zu erscheinen, kommen die Erinnerungen an die weniger pädagogisch geprägte Schulzeit.

Das Publikum war von den teils kurzen Geschichten begeistert, zumal oft ein überraschendes Ende oder Ergebnis wartete. Besonders Höpfners Betrachtungen der Natur bieten einen außergewöhnlichen Blickwinkel. Fast philosophisch wirken seine Texte und nicht selten dauerte es etwas, bis die Zuhörer den tieferen Sinn erfassten.

Vielleicht lag es am fehlenden Schlag der Kirchenglocken, die bedingt durch den Blitzeinschlag still blieben und der damit verbundenen Stille, sicher aber an der Spannung, die er mit seinen überraschenden Texten aufbaute, weshalb das Publikum weitere Zugabe forderte und die Zeit vergaß. Sicher ist, dass es Höpfner gelang, das Publikum bestens zu unterhalten aber auch zum Nachdenken zu animieren. Tamara Eder