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Gestaltetes Leben

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Unser Bild zeigt einen Blick in die Ausstellung. (Foto: Waschin)

Beton und Metall, modern, nüchtern, zweckmäßig: das Gemeinschaftsbüro des Systemfachmanns Eduardo de Mier (calima) und des Architekten Volker Schultze-Naumburg im Überseer Gewerbegebiet Greimelstraße. Und mitten drin die Bildhauerarbeiten von Valentin Diem mit ihren organischen Formen. Passt das? Ja. sehr gut. Es passt, weil beide Firmen in ihren unterschiedlichen Arbeitsfeldern im Kern Ästhetik und Struktur von Systemen abbilden möchten. Gleiches möchte auch der junge Bildhauer aus Grassau. So lag es nahe, seinen Arbeiten hier einen Raum zu bieten.


Den Schwerpunkt der neuen kleinen Ausstellung Valentin Diems bilden neun »Fleurs de viande« (»Fleischblumen«). Die Skulpturen, einen halben bis einen Meter hoch, auf eckigen Säulen in Augenhöhe montiert, zeigen das Leben. Sind es Muskeln, Sehnen, Knochen, Haut, Organe? Wer die Arbeiten betrachtet, findet eigene Assoziationen. Eine Arbeit aus Beton greift die Bausubstanz des Raums auf, die anderen Skulpturen sind aus Holz (Linde, Robinie, Birke). Der Künstler berichtet, dass ihm unter anderem vor zwei Jahren bei der Arbeit in einer Fischzucht beim Ausnehmen der Tiere bewusst geworden sei, wie Formen, Flächen und Linien das Leben bestimmen. »Anatomische Elemente von Mensch und Tier zusammengefügt zu einem floralen Gebilde mit dem Anspruch physischer Plausibilität«, wie er es nennt – ein Thema, das ihn stark beschäftige. Die Vielseitigkeit seines Schaffens zeigt sich in der Ausstellung auch anhand einiger grafischer Arbeiten (Holzschnitte, Weißhöhungen) und anhand seiner hier gezeigten Bewerbungsmappe für die Kunsthochschule Halle (Burg Giebichenstein), wo Diem seit vergangenem Jahr Bildhauerei/Plastik bei Bruno Raetsch studiert. Vorausgegangen war eine Ausbildung an der Berufsfachschule für Holzschnitzerei und Schreinerei in Berchtesgaden.

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Bei der Vernissage brachte Valentin Diem an Keyboard, Gitarre und Gesang mit zwei seiner Bandkollegen von »Status Seeker« den Raum in Schwingung: Wiktor Knosala (Cajon, Schlagzeug, Gesang) und Felix Roman (Bass, Gitarre, Gesang). Eigene Kompositionen sind ihr Markenzeichen, Progressive Rock die Musikrichtung. Spontan schloss sich der Ausstellungsbesucher Andi Wimmer mit Mundharmonika und Maultrommel improvisierend an. Die Bürowände werden die künstlerischen Impulse gut speichern.

Die Ausstellung in Übersee (Greimelstraße 26) ist noch zu sehen am heutigen Mittwoch von 19 bis 21 Uhr und am Karsamstag von 10 bis 14 Uhr. Der Eintritt ist frei. Mehr über Valentin Diem und seine Arbeit erfährt man unter https://bildhauer-vale.de. Uta Grabmüller