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Getanzte Geburtstagsfeier »Mozart Moves«

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Marcia Jaqueline und Flavio Salamanca in »Interludium«. (Foto: Anna-Maria Löffelberger)

Es war ein ganz besonderer Tanzabend: 14 der insgesamt 17 Tanznummern waren eigens für die Mozartwoche kreierte Uraufführungen. Die Ballettgala »Mozart Moves!« zum Gedenken an Mozarts 263. Geburtstag am 27. Januar bewegte nicht nur die Tänzerbeine, sondern auch die Gemüter der Zuschauer im restlos ausverkauften Landestheater.


Internationale Tänzer und Mitglieder des Landestheater-Ensembles erzählten in Soloparts, Pas de Deux’ und Gruppenszenen reizvolle Tanzgeschichten namhafter Choreografen in exquisiten klassischen, modernen und akrobatischen Formationen. Getanzte Mozartmusik strahlte hier faszinierenden Zauber aus. Es entstand eine Wechselwirkung zwischen Tanz und Musik, in der sich beide Elemente gegenseitig spiegelten und bereicherten. Für Auge und Ohr wurde es geradezu eine symbiotische Wahrnehmung, dennoch mit gleichwertiger Aufmerksamkeit auf die tänzerische und musikalische Darbietung.

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Das Mozarteumorchester im Graben unter Riccardo Minasi brillierte vielseitig und hochkarätig in der reichen Auswahl beliebter Mozartstücke. Ebenso überraschend wie beeindruckend wirkte die Wahl überwiegend getragener Stücke in Adagio-, Larghetto- und Andante-Tempi. Faszinierend dazu die jeweilige tänzerische Umsetzung. Dazwischen bedienten clowneske Szenen die heiter-spielerische Note.

Zum Auftakt beim »Interludium« von Flavio Salamanka war die Tanztruppe um den Flügel auf der Bühne geschart, wie hineinhorchend und langsam die Musik zum Leben erweckend. In behutsamen Bewegungen wurde die junge Pianistin Marie Sophie Hauzel an das Klavier geholt. Zart intonierte sie, von den Tänzern mitsamt dem Flügel in Kreisbewegung versetzt, das Thema aus dem 2. Satz des Klarinettenkonzerts KV 622. Es war ein reizender Effekt vor dem Einsatz des Orchesters, in dem dann Ferdinand Steiner mit dem innigen Klarinettensolo glänzte.

Es folgte ein Höhepunkt nach dem anderen mit jeweils den langsamen Sätzen unter anderem aus dem Klavierkonzert KV 467, dem Klarinettenquintett KV 581 und dem Andantino aus dem »Jenamy«-Konzert KV 271. Exquisite Tanzkunst servierten dabei in ihren Pas de Deux’, als Minigeschichten angelegt, Miriam Kacerova und Roman Novitzky in Reginaldo Oliveiras Choreografie, Karine Matos und Pedro Pires in Peter Breuers liebenswerter Streit-und Versöhnungsszene von Konstanze und Wolfgang Amadé sowie Elisa Carrillo Cabrera und Mikhail Kaniskin in Uwe Scholz’ »Jeunehomme«-Pas de Deux.

In einem wilden musikalischen Spaß ließ Flavio Salamanka vier junge Tänzer zum Sextett aus Streichern und Hörnern über die Bühne toben. Vom Publikum besonders akklamiert wurde die Breakdance-Nummer von The Wolfer&BGirlSina zur Ouvertüre der »Zauberflöte«. Als zwei lustige Gesellen fegten Ondrej Vinklát und Jakub Rasek mit clownesken Besenspielen den Bühnenboden zur Figaro-Ouvertüre.

Jede Nummer war etwas Besonderes, jeweils exzellent ausgeführt mit viel Fantasie und Exaktheit in den Bewegungsabläufen. Originell, mit Eleganz und Intensität beeindruckten herrliche Paare mit fabelhafter Körperbeherrschung in reizvollen Pas de deux’ wie Yen Han und Flavio Salamanka, Màrcia Jaqueline und Gustavo Carvalho, Anais Chalenard und Flavio Salamanka, Chigusa Fujiyoshi und Iure de Castro, Maria Eichwald und Alexandre Riabko sowie Larissa Moto mit ihrem Solo.

Musikalische Prachtstücke dazu waren unter anderem die Adagios der Klaviersonate KV 332 und des g-Moll-Quintetts KV 516, Adagio und Fuge c-Moll KV 546, die Maurerische Trauermusik KV 477. Zum besonderen Spaß wurde die »Serenade für Whiskey« von Reginaldo Oliveira, in der Chigusa Fujiyoshi, Márcia Jaqueline und Larissa Moto mit ihrem »Alkohol-Trip« das Publikum zu Lachsalven hinrissen.

In Flavio Salamankas »M.Movers« setzte das Ensemble einen glanzvollen Schlusspunkt, der schließlich in einen goldenen Konfettiregen überging. Mit einem großen Rosenbouquet vor dem projizierten Mozartkopf platziert wurde der Strudel der Begeisterung für alle Mitwirkenden, Tänzer, Choreografen, Musiker und Dirigent, auch zum Geburtstags-Toast für den Salzburger Genius. Elisabeth Aumiller

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