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Gladbach verlängert Sieglos-Serie: 2:2 gegen Hoffenheim

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Borussia Mönchengladbach - 1899 Hoffenheim
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Das Team von Gladbach-Trainer Lucien Favre verspielte eine 2:0-Führung. Foto: Bernd Thissen Foto: dpa

Mönchengladbach (dpa) - Lucien Favre zuckte in seiner Reaktion auf die vielen bohrenden Fragen immer wieder mit den Schultern. So richtig erklären konnte es der Fußballlehrer nicht, warum Borussia Mönchengladbach nicht mehr gewinnt.


»Es ist eine psychologische Sache«, vermutete der Schweizer nach dem 2:2 (2:0) gegen 1899 Hoffenheim, mit dem der fünfmalige deutsche Meister vom Niederrhein seine Sieglos-Serie in der Bundesliga auf sieben Spiele verlängerte.

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Borussia-Sportdirektor Max Eberl war sauer: »Ich ärgere mich.« Favre wirkte sichtlich geknickt: »Das ist eine große Enttäuschung, es ist eine schwere Zeit für uns.« Dabei legte sein Team, das seit dem 2:1 gegen Schalke am 7. Dezember auf einen dreifachen Punktgewinn wartet, vor 49 088 Zuschauern durch Patrick Herrmann (4. Minute) und Tony Jantschke (18.) einen Blitzstart hin. Doch Roberto Firmino (56.) und Sejad Salihovic (82./Foulelfmeter) glichen für die in den zweiten 45 Minuten überlegenen Kraichgauer aus.

»Klasse - großes Lob an meine Mannschaft, dass sie einen Punkt mitgenommen hat«, kommentierte 1899-Coach Markus Gisdol das Unentschieden, das weder der Borussia noch den Hoffenheimern hilft: Die Elf vom Niederrhein, nach der Hinrunde noch Dritter, hat sechs Punkte Rückstand auf Tabellenplatz vier, was Eberl zu der markanten Aussage verleitete, dass ihm die Europa League »im Moment scheißegal ist«. Hoffenheim dümpelt trotz der exzellenten Torquote von 46 mit 26 Zählern weiter im Niemandsland der Rangliste.

Es war ein abwechslungsreiches Spiel, in dem Hoffenheims Sven Schipplock bereits nach 30 Sekunden einen ersten Warnschuss abgab. Sein Distanzversuch verfehlte indes das Borussia-Tor. Drei Minuten später patzte Hoffenheim-Keeper Koen Casteels, dessen Klärungsaktion Herrmann mit einem cleveren Heber gnadenlos bestrafte.

In der 14. Minute reagierte Casteels Gegenüber Marc-André ter Stegen bei einem gefährlichen Schuss von Kevin Volland glänzend. In der turbulenten Anfangsphase gelang Jantschke, der erst am Donnerstag seinen Vertrag mit dem fünfmaligen deutschen Meister bis 2018 verlängert hatte, mit seinem ersten Treffer seit dem 28. November 2012 per Kopf das 2:0. Kurz zuvor hatte Casteels noch hervorragend gegen Branimir Hrgota geklärt.

Die Borussia legte nach: Niklas Süle rettete gegen Herrmann auf der Linie (29.). Hoffenheim war danach intensiv um den Anschluss bemüht: Kai Herdling scheiterte knapp (37.). Dann verhinderte ter Stegen gegen Volland den Gegentreffer (55.), machte aber kurz darauf bei Firminos elftem Saisontor keine gute Figur. Jetzt wurde es ein offener Schlagabtausch, in dem Martin Stranzl an Fabian Johnson den von Salihovic sicher verwandelten Strafstoß verursachte.

Linksverteidiger Oscar Wendt stand Borussia-Trainer Lucien Favre wegen eines Innenbandrisses im Knie nicht zur Verfügung und wurde durch Filip Daems ersetzt. Der Kapitän gehörte letztmals beim 1:2 im Hinspiel zu Favres Startformation und vergab in der 50. Minute aus vielversprechender Position eine höhere Führung. Favre: »Es hat wenig zum 3:0 gefehlt - damit wäre das Spiel fertig gewesen.«

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 47 - 53

Torschüsse: 13 - 19

gew. Zweikämpfe in %: 48,8 - 51,2

Fouls: 15 - 17

Ecken: 6 - 5

Quelle: optasports.com