Gleich zum Saisonstart die Großen ärgern

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Frederic Funk bereitet sich derzeit in der Sierra Nevada auf sein erstes Rennen in diesem Jahr vor. Der junge und ehrgeizige Profi-Triathlet aus Unterwössen wird bei der Challenge Gran Canaria starten.

Trainingslager auf Fuerteventura, Trainingslager in Frankreich, Höhentrainingslager in der Sierra Nevada: Akribisch hat sich Frederic Funk die vergangenen Wintermonate auf den Saisonstart vorbereitet und dabei nichts dem Zufall überlassen.


Jetzt ist für den jungen Profi-Triathleten aus Unterwössen trotz der Corona-Pandemie das erste Rennen zum Greifen nah: Am kommenden Samstag, 24. April, findet tatsächlich die Challenge Gran Canaria statt. »Ich habe nicht gedacht, dass das Rennen sein wird, aber je näher es kommt, desto mehr glaube ich dran«, sagt Funk im Gespräch mit unserer Sportredaktion.

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Und der 23-Jährige vom Team Erdinger Alkoholfrei ist richtig heiß darauf und gibt sich optimistisch. »Ich will aufs Podest«, sagt er selbstbewusst. »Trotz der starken Konkurrenz.« Und in der Tat bekommt es Frederic Funk auf der Kana-reninsel gleich reihenweise mit Triathlon-Größen zu tun – unter anderem haben die Ironman-Hawaii-Sieger Jan Frodeno und Patrick Lange ihren Start auf Gran Canaria angekündigt. »Das ist schon toll, sich mit ihnen im direkten Duell messen zu können.«

Bei seinen Aufenthalten in Spanien und Frankreich – dort war auch seine Freundin als Unterstützung dabei – hat er die Grundlagen für eine hoffentlich erfolgreiche Saison legen können. »Im Januar und Februar sind die Bedingungen bei uns nicht so gut, deshalb bin ich in die Trainingslager gegangen«, erzählt er. »Und die Szenenwechsel helfen einem auch, da fällt einem das Training dann wieder leichter.«

Und jetzt wird sich in wenigen Tagen zeigen, was der junge Triathlet, der schon in den vergangenen Jahren mit konstant guten Leistungen immer wieder aufhorchen ließ, aktuell drauf hat. Das Mitteldistanz-Rennen auf der Insel im Atlantik ist eine Herausforderung für die Athleten. Das 1,9 Kilometer lange Schwimmen wird auf einem Zwei-Runden-Kurs vor der Playa de Anfi ausgetragen, die 90-Kilometer-Radstrecke führt über vier Runden an der hügligen Küste entlang und auch der abschließende Halbmarathon geht über vier Runden.

Rennen als »Überraschungskiste«

Für Frederic Funk wird das Rennen »eine Überraschungskiste« werden, wie er selbst sagt. Denn er weiß nicht genau, wie es ihm nach seinem ersten Höhentrainingslager überhaupt ergehen wird. »Es kann sein, dass es richtig gut laufen wird für mich. Es kann aber auch sein, dass ich müde bin.« Für ihn sei sein erstes Höhentrainingslager – er trainiert aktuell auf 2300 Meter – »ein kleines Experiment«. Gerade die ersten Tage sei er sehr vorsichtig angegangen. »Ich musste mich erst einmal akklimatisieren.« Gerade beim Schwimmen merkte er die ersten Tage die Höhe. »Das war schon anstrengend«, gesteht er.

Die Trainingsbedingungen in der Sierra Nevada sind aber auf jeden Fall top. Im dortigen Trainingszentrum hat Frederic Funk eine Schwimmhalle mit einer 50-Meter-Bahn zur Verfügung, eine Laufbahn und auch beim Radfahren warten traumhafte Strecken auf die Sportler. Funk ist dabei nämlich nicht allein. Er trainiert zusammen mit dem deutschen Triathleten Justus Nieschlag, der sich gerade auf die Olympia-Qualifikation vorbereitet, und dem Portugiesen Joao Silva.

Beide Athleten trainieren wie Funk bei Dan Lorang. Der erfolgreiche Ausdauercoach aus Luxemburg, der ja auch Jan Frodeno und Anne Haug betreut, wird dem Trio in diesen Tagen übrigens einen Besuch vor Ort abstatten. Lorang wird nämlich mit dem Radteam bora-hansgrohe, das er ebenfalls trainiert, jetzt eben auch Station in der Sierra Nevada machen. Dort geht's dann auch an den Feinschliff für Funks erstes Saisonrennen. Der Unterwössener reist zwei Tage vor dem Wettkampf direkt von der Sierra Nevada aus nach Gran Canaria. Bei den Profis wird es dort übrigens einen Massenstart geben. »Das ist auf jeden Fall gut«, sagt Funk. Denn dadurch könne man sich direkt mit der Konkurrenz messen, ergänzt er. »Und auch das Taktieren und Attackieren gehört dann dazu.« Funk hofft, »dass ich einen guten Tag erwische.«

Danach geht es für den jungen Sportler erst einmal zurück in die Heimat. Dort bereitet er sich dann auf seine nächsten Wettkämpfe vor. Einer ist dabei wieder von seiner Liste verschwunden: Der Triathlon Buschhütten musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. An diese Situation hat sich Funk aber mittlerweile gewöhnt, man muss in diesen Zeiten eben sehr flexibel sein. Das Schlimme sei nach wie vor, »dass man nichts langfristig planen kann«.

Funk hat dafür jetzt aber schon einen anderen Plan. Er will bei der Challenge Riccione starten. Das Mitteldistanz-Rennen in Italien über 1,9 km Schwimmen, 92 km Radfahren und 21,1 km Laufen ist weiter für den 9. Mai geplant. An Riccione hat Funk übrigens gute Erinnerungen: Dort feierte der Unterwössener 2018 seine Premiere über die Mitteldistanz und wurde dort bereits zweimal Dritter.

Kurz danach steht noch die Challenge St. Pölten am 30. Mai auf seinem Plan. Auch in Österreich ist er für die Mitteldistanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) gemeldet. »Danach muss ich schauen, was kommt.«

Im August jedenfalls würde er sehr gerne für Triathlon Witten in der Bundesliga starten – und zwar am 23. August beim Rennen in Nürnberg. Funk lebt dort zusammen mit seiner Freundin. »Das Rennen ist quasi direkt vor meiner Haustür.« Eine Woche später steigt dann am 29. August die Challenge-WM »The championship« in Samorin, für die sich Funk bereits qualifiziert hat.

»Das wird ein echtes Saison-Highlight werden«

Auch das Ticket für Ironman-WM 70.3 hat der Unterwössener schon in der Tasche. Nach seinem überragenden Sieg auf Lanzarote hätte er eigentlich 2020 in Taupo in Neuseeland bei der Ironman-WM 70.3 starten dürfen, doch das Rennen fiel der Corona-Pandemie zum Opfer und soll jetzt 2022 nachgeholt werden. In diesem Jahr wird die Ironman-WM 70.3 in St. George (USA) stattfinden – und Frederic Funk hat sich den 17./18. September bereits dick in seinen Rennkalender angestrichen. »Das wird ein echtes Saison-Highlight werden«, freut er sich jetzt schon auf das WM-Rennen.

Doch jetzt gilt seine volle Konzentration erst einmal dem Start bei der Challenge Gran Canaria – und dort will Frederic Funk vor allem eines: Die Großen der Szene gleich mal zum Saisonauftakt so richtig ärgern. Das Zeug dazu hat er auf jeden Fall! SB

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