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Glitzernde Wasser, leuchtende Landschaften und Überraschungen

»Winter im Hafen« heißt dieses Bild von Klaus Spatzl. (Foto: Ortner)

Die Künstler der »Chiemgau-Palette« präsentieren noch bis zum Sonntag täglich von 12 bis 18 Uhr ihre Werke im Traunsteiner Kulturzentrum. Gezeigt werden verschiedenste Motive in Aquarell, Öl, Pastellen und Acryl.


Bezaubernde Stillleben mit verschiedensten Themen, heimische Landschaftsbilder quer durch alle Jahreszeiten, italienisches Flair neben rauen Nordseewinden, Aktstudien und wie immer auch etwas »experimentelle Kunst« sowie einige ausgefallene Motive bilden einen repräsentativen Querschnitt durch die Vielfalt und Fähigkeiten der seit vielen Jahren bekannten und geschätzten Maler. Sepp Hartmann, Gabriele M. Regele, Klaus Spatzl, Reinhild Stiegler und Toni Bögl haben sich in den vielen Jahren ihres künstlerischen Schaffens weit über den Landkreis Traunstein einen hervorragenden Ruf erworben.

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Oberbürgermeister Manfred Kösterke zeigte sich sehr angetan von der Vielfalt der Bilder, die sowohl den heimatlichen Chiemgau als auch den Rupertiwinkel zeigen, aber auch sehr viele andere betrachtenswerte Motive. »Es tritt niemals Stillstand ein. Immer wieder sind überraschende Werke und die stete Weiterentwicklung der Künstler zu sehen.« Klaus Spatzl wünschte den Besuchern, dass »sie bei der Bildbetrachtung etwas zur Ruhe kommen mögen«, in der sogenannten »staaden Zeit«, die mit »Christkindlmarktvolksfesten« überschwemmt werde. In Anspielung auf das teuerste Kunstwerk der Auktionsgeschichte, Francis Bacons Tryptichon »Three Studies of Lucian Freud« meinte er schmunzelnd: »Unsere Bilder sind etwas günstiger. Wir haben riesige Freude an der Malerei und hoffen, Ihnen etwas von dieser Freude abgeben zu können.« Die musikalische Umrahmung übernahmen Johanna und Thomas Hartmann an Klarinette und Klavier. Das Chieminger Musikerpaar begeisterte unter anderem mit der »Hamburger Sonate« von Carl Philipp Emanuel Bach und einem Rondo von Franz Xaver Wolfgang Mozart.

Ein breites Spektrum an Maltechniken und Motiven in unterschiedlichsten Größen zeigt Toni Bögl. Gesichter in Gouache-Technik, eine Aktstudie im Schilf und Momentaufnahmen eines Poloturniers teilen sich den Platz mit großflächigen »Fischbetrachtungen«. Eindrucksvolle Felsformationen Südtirols hängen einträchtig neben Impressionen von Traunsteins Altstadt und dem Lindl und lassen auch noch Platz für Seerosen, Stillleben und einen Hingucker: eine großformatige zweischädelige Jagdtrophäe.

Sepp Hartmann, arbeitet bevorzugt mit Öl- und Pastellfarben. Mit großer Liebe zum Detail fängt er die vielfältigen Eindrücke der Landschaften ein, seien es nun die Wälder und Wege auf dem Höhenberg bei Aschau mit Blick auf die Hochplatte, die Schilfbänke und Windungen von Alz und Traun oder das faszinierende Spiel von Licht, Schatten und Gegenlicht im Wald. Berge, Täler, Aulandschaften und verträumte Chiemseebuchten wechseln sich ab mit feinsinnigen Stillleben in Aquarell.

Mit kräftigen Öl- und Acrylfarben wandert Klaus Spatzl durch Zeit und Raum. Die Baumburger Klosterkirche leuchtet erhaben in der Abendsonne, die Blütenpracht eines alten Bauernhauses lädt zum Verweilen ein. Stillleben ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Kleine Kunstwerke aus Schwemmholz stehen dezent zwischen farbenfrohen Collagen aus Öl, Sand und Holz und in der Mitte einer Wand zieht ein modernes Triptychon in Weiß- und Brauntönen interessierte Blicke an.

Reinhild Stiegler, die sich ein Leben ohne Malen nicht vorstellen kann, zeigt feine Stillleben in Aquarell, romantische Landschaften und Motive des Chiemgaus quer durch die Jahreszeiten, wie eine Ansicht des Traunsteiner Mühlbaches, des Ettendorfer Kircherls oder ein blütenübersätes Fenster eines Bauernhauses, das Kloster Seeon hinter dicht belaubten Bäumen, einen Sonnenuntergang und eine Mischtechnikstudie, einen Baumstamm in Bleistift, Rötel und Weißkreide.

Wie immer verleiht Gabriele M. Regele ihren Aquarellen leuchtende Farben, schafft Bilder voller Lebendigkeit und Wärme. Ein Korb voll frisch gepflückter Blüten wartet auf einen Abnehmer, ein kleines Zuhäusl steht leicht geduckt neben dem Bauernhaus, Winterstille herrscht in der Hirschauer Bucht und gleich daneben glänzt das Kloster Höglwörth im spiegelglatten See, neben dem Haus in der Toscana und dem nordfriesischen Strandkorb und einem sonnendurchfluteten Birkenhain. Ab 17. Januar 2014 beginnen auch wieder Regeles Malkurse mit vielseitigen Themen wie »Natur im Frühling«, »Architektur am Chiemsee« und »Nebellandschaften«. Anmeldungen und weitere Infos unter Telefon 08664/927533 oder per E-Mail unter gabi-regele@gmx.de. Maria Ortner