Glock: Platz im Top-Team «würde ich gerne nutzen»

Yeongam (dpa) - Formel-1-Pilot Timo Glock hat sein unterlegenes Team Marussia auf Platz zehn der Konstrukteurswertung geführt. Sein 12. Platz in Singapur und Rang 16 in Japan könnten dem kleinen Rennstall am Saisonende zehn Millionen Euro zusätzlich bringen.

Traum
Timo Glock möchte sich gern noch einmal in einem Top-Team beweisen. Foto: Franck Robichon Foto: dpa

Glock sieht das Ergebnis auch als persönliche Chance. Nach Jahren am Ende der Feldes hofft der 30-Jährige im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa auf etwas mehr Aufmerksamkeit und in Zukunft auch noch einmal auf einen Wechsel zu einem ambitionierteren Team.

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Wie groß war die Dankbarkeit ihres Teams für Platz 12 in Singapur?

Glock: «Sehr groß. Die waren alle sehr happy über das Resultat. Das war für uns einfach sehr wichtig, um den zehnten Platz in der Konstrukteurswertung zurückzubekommen. Den hatten wir zu Beginn der Saison ja schon mal. Das ist für uns natürlich Gold wert. Das Team hat ein bisschen gefeiert. Das kann für uns ja bedeuten, dass unser Budget am Ende der Saison um zehn Millionen Euro aufgestockt wird. Damit könnten wir viel, viel mehr entwickeln. Dem Team würde das das Leben ein bisschen leichter machen.»

Sie wurden in Japan 16., Marussia blieb damit auf Platz zehn. Ist das Ergebnis in den restlichen Rennen zu halten?

Glock: «Wer weiß? Vielleicht gibt es ja am Sonntag Regen oder in Brasilien oder wer-weiß-wo. Es kann ja immer mal ein Rennen geben, wo viel passiert. Dass zum Beispiel auch mal fünf oder zehn Autos in der ersten Runde stehen bleiben.»

War ihr Singapur-Auftritt auch eine Empfehlung für die Top-Teams?

Glock: «Ja, ich hoffe, dass man mich dadurch mal wieder ein bisschen mehr wahr genommen hat. Aber ich glaube, dass das eine Resultat da nicht viel bewegen wird. Die Entscheidungen sind bis dahin mit Sicherheit schon getroffen worden. So wie ich meine Gespräche in der Vergangenheit immer geführt habe, gehe ich davon aus, dass Entscheidungen immer etwas länger dauern oder früher getroffen werden. Deswegen glaube ich nicht, dass es da einen ausschlaggebenden Punkt für mich bei einem Team gegeben hat. Ich habe ja auch noch Vertrag.»

Wie würden Sie denn auf ein Angebot eines Top-Teams reagieren?

Glock: «Keine Ahnung. Da würde ich mir dann Gedanken drüber machen. Damit befasse ich mich derzeit nicht, weil ich meinen Vertrag hier habe und den werde ich auch erfüllen.»

Wie groß ist denn die Hoffnung, irgendwann auch wieder für ein ambitionierteres Team zu fahren?

Glock: «Wenn irgendwann die Möglichkeit da wäre, würde ich sie schon gerne nutzen. Dann müsste es aber auch schon einen deutlichen Schritt nach vorne geben. Aber momentan erfülle ich meinen Vertrag und bin deshalb auch nirgendwo anders in Gesprächen.»

Was motiviert sie eigentlich, mit Marussia am Ende des Feldes zu fahren?

Glock: «Wenn ich irgendwo in ein Auto einsteige, bin ich immer noch so motiviert, wie ich es vorher auch war. Meine Motivation ist es, mit unseren Möglichkeiten das beste herauszuholen. Das haben wir in Singapur geschafft. So ein Highlight ist für mich wie ein Podium oder fast wie ein Sieg. Das ist meine Motivation. Und die steigt jedes Mal, wenn wir neue Teile ans Auto bauen, die bislang auch alle funktioniert haben.»

Kann man Ihrem Gehalt angesichts der Aussetzer des Autos eigentlich eine Art Gefahrenzulage unterstellen?

Glock: «Nein, ich sehe jetzt keinen Punkt, wo ich mal gefährdet gewesen wäre. Man muss als Fahrer immer nur dementsprechend reagieren.»